Cordo :: Weinbar

Cordo

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© Michael Hughes, TIP Verlag GmbH & Co. KG

Im Wein liegt nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte liegt auf dem Teller.

Und davon war nicht unbedingt auszugehen. Schließlich war das Entree dieser – und das muss nach nur gut einem Jahr genau so gesagt wer den – Institution bereits euphorisch genug. Die Art wie die Weine, solche aus Deutschland und Österreich zu meist, hier in der Großen Hamburger Straße ernst, aber nie bierernst genommen wurden, das war tatsächlich neu. Lässig ist dieser Laden, und lässig sind seine Leute, der junge Sommelier Willi Schlögl, die Weininstitution Gerhard Retter und Kulturmann Christof Ellinghaus, wortwörtlich tagsüber Betreiber des Plattenlabels City Slang. Und dann wurde in dieser Cordobar auch noch spektakulär gut gekocht. Im Kleinen sozusagen, alpenküchenaffine Tapas, so hieß es, würden auf der Karte stehen. Ein Miniaturtafelspitz, solche Sachen. Aber da hatte der Gast die Rechnung ohne den Koch gemacht. Lukas Mraz, nicht mal Mitte 20, hat sich binnen Jahresfrist vom Talent zum hochgehandelten Küchenchef gekocht. Von Tim Raue gefeiert für alles, was er so aus den Schweinen macht. Für seinen Ferkelkopf beispielsweise und für die schon legendäre Blutwurstpizza, die die Blutwurst im Teig versteckt, während darauf ganz unblutig die Rote Bete liegt. Für den Beinschinken mit Meerrettich und Essiggurken. Für den Rosenkohl mit Räucheraal und Lakritze oder, rein vegetarisch, die grünen Bohnen mit Ziegenbuttermilch und rosa Pfeffer. Auf der Karte übrigens ist weiterhin nur von kalten und warmen Snacks die Rede. Lässig eben.

Adresse / Kontakt

Anschrift
Cordo
Große Hamburger Str. 32
10115 Berlin–Mitte
Telefon
(030) 275 812 15

Nahverkehr

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