«Artemis»-Verfahren: Staatsanwaltschaft zieht Beschwerde zurück

«Artemis»-Verfahren: Staatsanwaltschaft zieht Beschwerde zurück

Knapp drei Jahre nach einer aufsehenerregenden Razzia im Berliner Großbordell «Artemis» sind die Vorwürfe gegen die Betreiber endgültig vom Tisch.

Frauenbordell Artemis

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Die Anklage der Staatsanwaltschaft war vom Gericht nicht zugelassen worden, nun habe die Staatsanwaltschaft ihre Beschwerde dagegen zurückgezogen, bestätigte ein Sprecher am Donnerstag. «Die Beschwerde hat keine Aussicht auf Erfolg. Aber wir bleiben bei unserer Rechtsauffassung», betonte der Sprecher.

Vorwurf der Steuerhinterziehung

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Geschäftsführern und drei Hausdamen vorgeworfen, 17,5 Millionen Euro Steuern und Sozialabgaben hinterzogen zu haben. Im November hatte das Landgericht die Anklage aber nicht für einen Prozess zugelassen. In dem Beschluss hieß es, dass die im Bordell tätigen Prostituierten und Masseure als Selbstständige gesehen werden. Ermittler hatten hingegen von Scheinselbstständigkeit gesprochen, es habe Dienst- und Schichtpläne sowie Anweisungen der Betreiber gegeben.

Artemis prüft Ansprüche auf Schadenersatz

Die Anwälte der Betreiber kündigten in einer Mitteilung an, jetzt Ansprüche auf Schadenersatz zu prüfen. Das Verfahren habe 31 Monate gedauert, durch das die zu Unrecht Verdächtigten öffentlich angeprangert worden seien und materielle Schäden erlitten hätten. Zudem saßen sie vorübergehend in Untersuchungshaft.

Großangelegte Razzia im Jahr 2016

Rund 900 Polizisten, Zollfahnder und Staatsanwälte hatten das Bordell am 14. April 2016 durchsucht. Mehrere Verdächtige waren festgenommen worden. Danach hatte die Staatsanwaltschaft von direkten Verbindungen zur organisierten Rocker-Kriminalität, Ausbeutung von Prostituierten und Gewaltanwendung gesprochen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 31. Januar 2019 11:51 Uhr

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