Berliner Corona-Ampel zeigt erstmals dreifach Rot

Berliner Corona-Ampel zeigt erstmals dreifach Rot

Zum ersten Mal steht Berlins Corona-Ampel bei allen drei Kriterien auf Rot. Auch bei der sogenannten Reproduktionszahl (R-Wert) ist mit 1,47 nun der als kritisch definierte Bereich erreicht, wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Montag (11. Januar 2021) hervorgeht.

Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus

© dpa

Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus.

Der R-Wert beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Um die Pandemie zu bremsen, müsste der Wert deutlich kleiner sein als 1. Bei den anderen beiden Indikatoren der Ampel, den Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen (aktuell 190,8) und der Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten (derzeit 33 Prozent), steht die Ampel schon länger auf Rot. Der R-Wert gilt als schwankungsanfällig und stand deshalb auch schon in der Kritik. Damit die Ampel für den R-Wert umspringt, muss der Grenzwert (für Rot: 1,2) drei Tage in Folge überschritten sein.

Einschränkung der Bewegungsfreiheit soll am Dienstag diskutiert werden

Für den Fall von zwei roten Ampeln hatte der Senat Handlungsbedarf vereinbart. Für drei rote Ampeln war bei der Einführung im Mai 2020 keine spezielle Konsequenz festgelegt worden. «Die drei roten Ampeln werfen die Frage auf, ob die Beschränkungen, die wir uns auferlegt haben, reichen werden», erklärte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) auf dpa-Anfrage. «Wir müssen unsere Mobilität weiter einschränken. Bis der Impfschutz für uns alle greifen kann, sollten wir so die Infektionen in den Griff bekommen.» Bereits seit dem Wochenende gelten in Berlin schärfere Kontaktbeschränkungen als ohnehin schon. Über neue weitere Beschränkungen berät der Senat am Dienstag, unter anderem geht es um eine neue Regel zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometer ab der Stadtgrenze.
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1036 Neuinfektionen gemeldet

Neu erfasst wurden laut Lagebericht 26 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion, die Gesamtzahl der Gestorbenen seit dem Frühjahr liegt bei 1591. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen stieg um 1036 auf nun insgesamt 107 233 seit Pandemiebeginn. Als genesen gelten 88 187 Menschen. Bundesweit gelten die Infektionszahlen derzeit noch als wenig aussagekräftig, da über Weihnachten und Silvester viel weniger getestet wurde und Meldungen sich verzögerten. Auch in Berlin wurden Ende 2020 deutlich weniger Labortests durchgeführt als noch vor Weihnachten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 13. Januar 2021 08:19 Uhr

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