Gedenkstätten und Erinnerungsorte

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Gedenkstätte Berliner Mauer

Das 20. Jahrhundert war ein Zeitalter der Extreme und in Berlin manifestierte sich das in besonderer Weise. Hier lagen die Schaltzentralen beider Weltkriege. Hier befand sich das Zentrum des nationalsozialistischen Terrorregimes. Hier schrieben die Alliierten Ihren Sieg fest, hier materialisierte sich mit dem Mauerbau die Teilung zwischen Ost und West. Der Untergang der SED-Diktatur mit dem Fall der Mauer im Jahr 1989 wurde im Kontext der Umwälzungen in den Staaten Mittel- und Osteuropas zum internationalen Symbol für die Kraft gewaltfreien Widerstandes.

Das Land Berlin ist sich der Verantwortung bewusst, an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes zu erinnern, die historischen Stätten des Terrors im Stadtraum sichtbar zu machen und so das historische Bewusstsein gerade auch bei den jüngeren Generationen wach zu halten. Nach der Fertigstellung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas am Brandenburger Tor, das sich wie auch das Denkmal für die Sinti und Roma, das Denkmal für die Homosexuellen und das Denkmal für die „Euthanasie“-Opfer in Trägerschaft des Bundes befindet, konnte 2010 der Neubau der Stiftung Topographie des Terrors im ehemaligen Regierungsviertel eröffnet werden. Bald darauf folgte der Ausbau des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide.

Die Stiftung Topographie des Terrors ist eine Landesstiftung Berlins und wird durch den Bund hälftig institutionell gefördert. Sie betreut die Tafeln der Geschichtsmeile in der Wilhelmstraße, die über die Institutionen der Reichsregierung informieren. Zahlreiche weitere Geschichtstafeln dokumentieren an authentischen Orten die NS-Geschichte Berlins – etwa auf der Insel Schwanenwerder oder dem Tempelhofer Feld. Mit dem Ziel dezentrales, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, erhält der Verein Aktives Museum, bei dem auch die Koordinierungsstelle für Stolpersteine angesiedelt ist, eine institutionelle Förderung durch das Land.

Sehr erfolgreich bei einem internationalen Publikum sind das – ebenfalls durch den Bund kofinanzierte – Haus der Wannsee-Konferenz mit seinen zahlreichen Bildungsangeboten und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand am historischen Ort des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 im Bendlerblock. Die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand betreut außerdem die Gedenkstätte Plötzensee, die Ausstellung „Stille Helden“’ und das Museum Blindenwerkstatt „Otto Weidt“ am Hackeschen Markt in Mitte.

Zur Erinnerung an die SED-Diktatur und deren Opfer ist 2006 das Gesamtkonzept Berliner Mauer beschlossen worden und wurde seither weitestgehend umgesetzt. Kern ist die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße mit einer weitläufigen Open-Air-Ausstellung im ehemaligen Todesstreifen und einer Reihe weiterer Erinnerungsstationen. Rund um das frühere West-Berlin ist der Berliner Mauerweg entstanden, der mit Bodenmarkierungen, Tafeln und Säulen vor Ort informiert und ein mehrsprachiges Internetangebot umfasst. Zur Erinnerung an das Schicksal der über 3,5 Millionen Flüchtlinge aus der DDR wurde die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde mit einer Dauerausstellung ausgestattet und organisatorisch mit der Stiftung Berliner Mauer zusammengelegt, die als Berliner Landesstiftung zu 50% vom Bund kofinanziert wird. In der Gedenkstätte der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Berlin-Hohenschönhausen wurde 2013 unter Wahrung der historischen Gestalt der Gebäude ebenfalls eine Dauerausstellung sowie wichtige Besucherangebote, etwa eine Buchhandlung, ein Café, und ein Besucherzentrum eingerichtet. Die öffentlich-rechtliche Stiftung Gedenkstätte Hohenschönhausen steht unter der Rechtsaufsicht des Landes Berlin und wird ebenfalls zur Hälfte vom Bund finanziert.

Alle durch das Land Berlin institutionell geförderten Gedenkstätten und Erinnerungsorte sind der Wissenschaftlichkeit und den aktuellen Standards der historisch-politischen Bildung verpflichtet. Der Eintritt ist grundsätzlich frei, Entgelte für Führungen und Seminare werden in den einzelnen Einrichtungen in unterschiedlicher Höhe erhoben.

Durch das Land Berlin geförderte Einrichtungen:

Erinnerung im Stadtraum