EFRE Förderperiode 2014 - 2020

Nach einem seit 2012 andauernden Prozess der Ausarbeitung und Verhandlung auf mehreren Ebenen hat die Europäische Kommission im Dezember 2014 das Operationelle Programm des Landes Berlin für den EFRE genehmigt. Damit war die Grundlage geschaffen, die Förderung im Kulturbereich aus Mitteln des EFRE themenbezogen fortzusetzen. Folgende Programme werden aus EFRE-Mitteln aufgelegt:

Bibliotheken im Stadtteil II - BIST II

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Bild: Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten

Mit der Genehmigung des Operationellen Programms für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2013 – 2020 hat die Europäische Kommission auch grünes Licht gegeben für eine zweite Generation des Förderprogramms „Bibliotheken im Stadtteil“ (BIST).

Ziel des BIST II ist ein spezifischer Beitrag zur Verbesserung der sozialen Integration in den benachteiligten Quartieren und zur Sicherung guter Teilhabechancen für alle Bevölkerungsgruppen. Die Vorhaben im BIST II sind Teil eines Maßnahmenmixes, um den komplexen sozioökonomischen Problemlagen in den benachteiligten Quartieren zu begegnen. Die Bibliotheken

  • fügen sich mit Ihren Leistungen ideal in die Gesamtanstrengungen Berlins zur Entwicklung in den Quartieren ein,
  • wirken mit ihrem Raumangebot als Ort der Stadt- bzw. Quartiersgesellschaft;
  • sind Partner von Schulen, Kindergärten, Horten, Stadtteilzentren, Betrieben und anderen Akteuren der Quartiersentwicklung sind, mit deren Tätig-keitsspektrum sie verknüpft sind und
  • sprechen einige sozioökonomische Problemlagen an („Digitale Spaltung“, Medienkompetenzdefizite), die keine andere Einrichtung oder Institution ver-gleichbar adressiert.

Diese Zusammenhänge wurden der Europäischen Kommission im Verlauf der Erarbeitung des Operationellen Programms im September 2014 gesondert dargelegt; der Text wurde als Anhang 07 Teil des Operationellen Programms und kann hier nachgelesen werden.

Um die Bibliotheken in die Lage zu versetzen, optimal zur integrierten Erneuerung in den Quartieren beizutragen, soll – im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil II – insbesondere folgendes gefördert werden

Intensivierung der Kooperationsbeziehungen und Entwicklung von Gemein-schaftsangeboten mit Akteuren der Quartiersentwicklung, vor allem in den örtlichen Netzwerken für Integration und Bildung.

Entwicklung, Erprobung und Umsetzung neuer oder zusätzlicher Angebote, z.B. im Bereich:

  • der Medien- und Informationsversorgung außerhalb der Bibliothek in Zu-sammenarbeit mit Dritten,
  • Veranstaltungen in Kooperation mit freien Trägern, Autor/innen sowie der Buch- und Verlagsbranche, verstärkter Zielgruppenorientierung (u.a. für Menschen mit spezifischem Migrationshintergrund, Kinder, Jugendliche, Heranwachsende, Familien, Senioren, Behinderte),
  • der Themenorientierung und Schwerpunktsetzung,
  • der Anpassung an den Medien- und Mediennutzungswandel,
  • der Unterstützung von Bildung und Ausbildung sowie der Förderung der beruflichen Orientierung der Heranführung an den Arbeitsmarkt, der Medienkompetenz, der sozialen Prävention sowie der interkulturellen Konfliktfähigkeit und Kommunikation.

Technische und/oder bauliche Anpassung, Erweiterung und Erneuerung von Bibliotheken einschließlich Ausstattung, z.B. durch Schaffung von

  • Arbeitsräumen und -möglichkeiten für formelle und informelle Gruppen ein-schließlich informationstechnischer Ressourcen,
  • erweiterten Bestandsangeboten,
  • betreuten und geschützten Plätzen für das individuelle selbstorganisierte Lernen,
  • Internet- und Computerarbeitsplätzen sowie deren technische Grundlagen (WLAN, Ethernet)
  • Zugangsmöglichkeiten zu Datenbanken und Online-Ressourcen,
  • Nutzungsmöglichkeiten für elektronische Medien und E-Books,
  • Kapazitäten für Veranstaltungen und Präsentationen.

Anders als in der ersten Programmgeneration ist das BIST II voll eingebunden in die Förderung der Integrierten Stadtentwicklung. Das BIST II ist daher ein Teilprogramm der Zukunftsinitiative Stadtteil II (ZIS). Dem entsprechend gelten für die Förderung der Bibliotheken auch die grundlegenden Dokumente der ZIS, insbesondere die

  • Verwaltungsvorschrift Zukunftsinitiative Stadtteil II EFRE (VV ZIS II EFRE 2014) vom 22. Mai 2014 (Amtsblatt für Berlin, S. 2143, 2239), die das Teilprogramm BIST II in Nr. 2.1.e. nennt und in Nr. 2.4. Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungsinfrastruktur zu den grundsätzlich förderfähigen Maßnahmen zählt; die

Nach den aktuell bestehenden Fördermöglichkeiten im Rahmen des Programms BIST II können Sie sich jederzeit erkundigen (ständiger Antragsaufruf) unter folgender eMail-Adresse: europa@kultur.berlin.de. Grundsätzlich wird über die Förderung jedoch auf Basis thematischer bzw. grundlegender Antragsaufrufe entschieden. In diesem Zusammenhang sollte zunächst eine Projektskizze erarbeitet werden, auf deren Grundlage eine eingehende Beratung durchgeführt werden kann.

Über Neuigkeiten im Programm BIST II informiert ein in unregelmäßigen Abständen erscheinender Newsletter, dessen ältere Ausgaben archiviert werden:

Newsletter BIST II – Archiv

1. Newsletter vom Juni 2015 über den Start des Programms BIST II und die Veröffentlichung des ersten Projektaufrufes mit Frist 31.7.2015

PDF-Dokument (259.9 kB) - Stand: Juni 2015

Weitere Informationen

(wird demnächst freigeschaltet)

Stärkung des Innovationspotentials in der Kultur II - INP II

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Bild: Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten

Mit dem Genehmigung des Operationellen Programms für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE) in Berlin vom Dezember 2014 ermöglichte die Europäische Kommission auch die Neuauflage des Programms „Stärkung des Innovationspotentials in der Kultur – INP“. Allerdings ist das neue Programm keine bloße Fortführung des Ansatzes der vergangenen Förderperiode.

Die zweite Programmgeneration des INP fördert insbesondere Projekte, die die Urheber und Interpreten, aber auch andere, insbesondere kleine Anbieter von kulturellen Produkten und Dienstleistungen strukturell unterstützen und ihnen helfen, aus ihrer Tätigkeit größeren wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Gefördert werden

  • Projekte zum Aufbau und zur Weiterentwicklung von Selbsthilfe-, Beratungs- und Servicestrukturen für Urheber und Interpreten in der Kultur- und Kreativwirtschaft,
  • Vorhaben zur Unterstützung der Urheber und Interpreten mit dem Ziel der Verbesserung des Zugangs zum Markt für den Absatz kultureller Produkte und Dienstleistungen (z.B. Initiativen im Bereich des gemeinsamen, sowohl spartenbezogenen als auch spartenübergreifenden Marketings),
  • Projekte zur kunden- und vermarktungsorientierten Entwicklung, Verbindung, Kombination und Sichtbarmachung gemeinschaftlicher Kulturangebote.

Unterstützung können dabei nur solche Projekte erfahren, die den kreativwirtschaftlichen Teilmärkten Bildende Kunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst, Design, Foto und Film zuzurechnen sind.

Grundlage des Programms sind folgende Überlegungen:

  • Kultur und Kreativität sind für Berlin ein wichtiger „Rohstoff“. Die künstlerisch geprägten Kreativen in der Stadt sind ein Hauptgrund ihrer Diversität, ihres internationalen Flairs und ihrer Weltoffenheit; Diese Qualitäten machen ganz wesentlich den hohen Lebens- und auch den Besuchswert der Stadt aus. Sie gilt es zu erhalten.
  • Während die Kulturschaffenden in der Stadt Abnehmer (Käufer, Zuhörer, Be-sucher, Nutzer) benötigen, suchen die Berlinerinnen und Berliner und ihre 2014 mehr als 11,5 Mio. Gäste dieses Angebot. Beide Bereiche – insbesondere abseits der international bekannten Angebote – zueinander zu führen, vermeintlich kleine und/oder nicht citynahe Kulturangebote bekannter zu machen, Akteure zusammen zu führen und gemeinsam sichtbarer werden zu lassen, kann beiden Seiten und Berlin als Ganzes helfen.
  • Die Urheber und Interpreten (aber auch andere (zumal kleine) Kulturproduzenten) schöpfen in etlichen Bereichen noch nicht das volle wirtschaftliche Potential aus. Selten finden sie in angemessenem Maße Beachtung bei potentiellen Partnern, bei Abnehmern und Verwertern. In Bereichen wie der Neue Musik, die freie Darstellende Kunst, der „neunten Kunst“ von Comic bis Manga und auch in Tanz und Literatur liegt auch in der Sichtbarmachung des Berliner Potentials ein Aufgabe.
  • Die künstlerisch geprägten Kreativen Berlins sind ein wichtiger Teil des schöpferischen Kerns und der Ausgangspunkt aller Wertschöpfungsketten der seit Jahren überdurchschnittlich wachsenden Berliner Kreativwirtschaft. Berlin muss kultur- wie wirtschaftspolitisch um diese Gruppe bemüht sein, muss dafür Sorge tragen, dass die Stadt stets attraktiv bleibt für neue Talente, so dass die kritische Größe für Austausch, Peer-Learning und die kreative Konkurrenz erhalten bleibt, die auch in Zeiten steigender Mieten den Gedanken an Abwanderung verdrängt.
  • Nicht zuletzt sind die künstlerisch geprägten Kreativen als Freiberufler und Selbständige typisch für die kleinteilige Struktur der Kreativwirtschaft insgesamt. Sie können in der Regel nicht auf Netzwerke und schlagkräftige Verbände, Kammern oder Innungen zählen, die grundlegende Hilfestellung für Berufsanfänger, Unterstützung bei Veränderungsprozessen oder Umorientierung leisten. Hier kann die Förderung dazu beitragen, diesen strukturellen Nachteil zu lindern und Berlin als Lebens- und Arbeitsort für Kreative attraktiver zu machen.

Das INP II fördert Projekte im gesamten Stadtgebiet, jedoch nur tatsächlich geleistete Geldzahlungen. Die Anrechnung von unbaren Eigenleistungen als Kofinanzierung ist somit nicht möglich. Der Beitrag des INP zur Finanzierung der Projektkosten beträgt bis auf weiteres maximal 50%.

Die Förderrichtlinie zum INP II befindet sich in der Endabstimmung zwischen den beteiligten Senatsverwaltungen. Den Entwurf finden sie hier:

Nach den aktuell bestehenden Fördermöglichkeiten im Rahmen des Programms INP II können sich insbesondere Verbände und Zusammenschlüsse der Urheber und Interpreten, intermediäre Akteure sowie Netzwerke des Kulturbereichs jederzeit erkundigen (ständiger Antragsaufruf) unter folgender eMail-Adresse:
europa@kultur.berlin.de..

Grundsätzlich wird über die Förderung jedoch auf Basis thematischer bzw. grundlegender Antragsaufrufe entschieden. In diesem Zusammenhang sollte zunächst eine Projektskizze erarbeitet werden, auf deren Grundlage eine eingehende Beratung und auch die Projektauswahl durchgeführt werden kann.

Nach Auswahl der Projektidee folgt die formelle Beantragung in einem IT-Begleitsystem, das auch Grundlage der Berichterstattung und Abrechnung ist.

Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung – BENE (Kulturbezogene Maßnahmen)

(wird demnächst freigeschaltet)