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FAQ Steuerliche Hinweise für Menschen mit Behinderung

Rechtslage bis einschießlich 2020

Aufwendungen im Zusammenhang mit Ihrer Behinderung stellen außergewöhnliche Belastungen dar, die Sie entweder im Einzelnen oder durch die Beantragung eines Pauschbetrags steuerlich geltend machen können. Sofern Sie die Berücksichtigung von Einzelaufwendungen wählen, hängt die Höhe des Abzugs von Ihrer sog. „zumutbaren Belastung“ ab. Ein vom Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Familienstand und der Anzahl der steuerlich zu berücksichtigenden Kinder abhängiger Betrag wird dabei von den tatsächlichen Aufwendungen abgezogen. Die Pauschbeträge wirken sich stets voll steuermindernd aus. Die Höhe des Pauschbetrags richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung.

Es werden folgende Pauschbeträge gewährt:

Grad der Behinderung Pauschbetrag
von 25 bis 30 310 Euro
von 35 bis 40 430 Euro
von 45 bis 50 570 Euro
von 55 bis 60 720 Euro
von 65 bis 70 890 Euro
von 75 bis 80 1.060 Euro
von 85 bis 90 1.230 Euro
von 95 bis 100 1.420 Euro

Bei bescheinigter Hilflosigkeit oder Blindheit erhöht sich der Pauschbetrag auf 3.700 EUR.

Behinderte Menschen, dessen Grad der Behinderung auf weniger als 50, aber mindestens 25 festgestellt ist, erhalten einen Pauschbetrag nur, wenn ihm wegen seiner Behinderung nach gesetzlichen Vorschriften eine Rente oder andere laufende Bezüge zustehen oder die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat oder auf einer typischen Berufskrankheit beruht. Auch diese Voraussetzungen sind nachzuweisen.

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Der Nachweis erfolgt grundsätzlich durch die Vorlage des Behindertenausweises bzw. eines Bescheides des zuständigen Versorgungsamts, aus dem der Grad der Behinderung hervorgeht.

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Wenn Sie eine ständig hilflose Person mit dem Merkzeichen „H“ in Ihrer oder deren eigener Wohnung im Inland persönlich pflegen und Sie hierfür keine Einnahmen erhalten, steht Ihnen ein Pflege-Pauschbetrag von 924 EUR jährlich zu. Dieser wird auch gewährt, wenn die zu pflegende Person Leistungen aus der Pflegeversicherung erhält und den Pflegegrad 4 oder 5 hat.

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Grundsätzlich werden entweder nur der Behinderten-Pauschbetrag oder die tatsächlichen Aufwendungen berücksichtigt. Wenn Sie aber z. B. Kraftfahrzeugkosten für durch die Behinderung veranlasste unvermeidbare Fahrten haben, können Sie diese auch neben dem Behinderten-Pauschbetrag als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Voraussetzung ist, dass die Fahrten nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden und angemessen sind. Bei geh- und stehbehinderten (Grad der Behinderung mindestens 80 oder mindestens 70 und Merkzeichen G) Menschen wird ein Aufwand für Fahrten bis zu 3000 km im Jahr als angemessen angesehen werden.

Bei außergewöhnlich gehbehinderten (Merkzeichen aG), blinden (Merkzeichen Bl) und hilflosen (Merkzeichen H) Menschen dürfen in den Grenzen der Angemessenheit auch Fahrten für Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten abgezogen werden. Als angemessen wird hier in der Regel eine jährliche Fahrleistung von bis zu 15.000 km angesehen. Auch hier ist Voraussetzung, dass die tatsächliche Fahrleistung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht wird.

Für jeden so zu berücksichtigenden Fahrtkilometer wird ein Aufwand von 0,30 EUR steuerlich berücksichtigt. Ein höherer Aufwand kann nur in besonders seltenen Ausnahmefällen angesetzt werden.

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Der dem Kind zustehende Behinderten-Pauschbetrag kann auf Sie übertragen werden, wenn ihn das Kind selbst nicht in Anspruch nimmt. Voraussetzung hierfür ist, dass das Kind als solches bei Ihnen zu berücksichtigen ist (z. B. durch die Gewährung von Kindergeld). Dabei ist der Pauschbetrag grundsätzlich auf beide Elternteile je zur Hälfte aufzuteilen; auf gemeinsamen Antrag hin ist eine andere Aufteilung möglich.

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Dies ist mit dem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung bei dem für Sie zuständigen Finanzamt (in der Regel das Finanzamt an Ihrem Wohnsitz) möglich. Dadurch ist bereits im laufenden Jahr der Steuereinbehalt durch den Arbeitgeber niedriger. Es ist auch möglich, den Behinderten-Pauschbetrag des Ehepartners/Lebenspartners bei den ELStAM des anderen Ehepartners/Lebenspartners speichern zu lassen.

Der Antrag auf die Freibetragseintragung muss nicht jährlich neu gestellt werden. Das Finanzamt speichert den Behinderten-Pauschbetrag für die Dauer des Gültigkeitszeitraums des Behindertenausweises. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist ein neuer Antrag auf Eintragung eines Freibetrags erforderlich.

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Rechtslage ab 2021

Aufwendungen im Zusammenhang mit Ihrer Behinderung stellen außergewöhnliche Belastungen dar, die Sie entweder im Einzelnen oder durch die Beantragung eines Pauschbetrags steuerlich geltend machen können. Sofern Sie die Berücksichtigung von Einzelaufwendungen wählen, hängt die Höhe des Abzugs von Ihrer sog. „zumutbaren Belastung“ ab. Ein vom Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Familienstand und der Anzahl der steuerlich zu berücksichtigenden Kinder abhängiger Betrag wird dabei von den tatsächlichen Aufwendungen abgezogen. Die Pauschbeträge wirken sich stets voll steuermindernd aus. Die Höhe des Pauschbetrags richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung.

Es werden folgende Pauschbeträge gewährt:

Grad der Behinderung von mindestens Pauschbetrag
20 384 Euro
30 620 Euro
40 860 Euro
50 1.140 Euro
60 1.440 Euro
70 1.780 Euro
80 2.120 Euro
90 2.460 Euro
100 2.840 Euro

Bei bescheinigter Hilflosigkeit, Taubheit oder Blindheit erhöht sich der Pauschbetrag auf 7.400 EUR.

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Der Nachweis erfolgt grundsätzlich durch die Vorlage des Behindertenausweises bzw. eines Bescheides des zuständigen Versorgungsamts, aus dem der Grad der Behinderung hervorgeht.

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Wenn Sie eine pflegebedürftige Person in Ihrer oder deren eigener Wohnung im Inland persönlich pflegen und Sie hierfür keine Einnahmen erhalten, steht Ihnen ein Pflege-Pauschbetrag jährlich zu. Die Höhe des Pauschbetrags richtet sich nach dem Pflegegrad.

Es werden folgende Pauschbeträge gewährt:

Pflegegrad Pauschbetrag
2 600 Euro
3 1.100 Euro
4 oder 5 1.800 Euro

Ein Pauschbetrag in Höhe von 1.800 Euro wird auch für die Pflege einer ständig hilflosen Person mit Merkzeichen „H“ gewährt.

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Grundsätzlich werden entweder nur die tatsächlichen Aufwendungen oder der Behinderten-Pauschbetrag berücksichtigt. Eine Ausnahme stellen die Aufwendungen für behinderungsbedingte Fahrtkosten dar. Diese können neben dem Behinderten-Pauschbetrag in Form einer Pauschale geltend gemacht werden; der Abzug der tatsächlichen Aufwendungen ist für behinderungsbedingte Fahrtkosten ausgeschlossen.

Die Fahrtkostenpauschale beträgt für Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 und dem Merkzeichen „G“ 900 Euro. Für Menschen mit dem Merkzeichen „aG“, mit dem Merkzeichen „Bl“, mit dem Merkzeichen „TBl“ oder mit dem Merkzeichen „H“ beträgt die Fahrtkostenpauschale 4.500 Euro.

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Der dem Kind zustehende Behinderten-Pauschbetrag kann auf Sie übertragen werden, wenn ihn das Kind selbst nicht in Anspruch nimmt. Voraussetzung hierfür ist, dass das Kind als solches bei Ihnen zu berücksichtigen ist (z. B. durch die Gewährung von Kindergeld). Dabei ist der Pauschbetrag grundsätzlich auf beide Elternteile je zur Hälfte aufzuteilen; auf gemeinsamen Antrag hin ist eine andere Aufteilung möglich.

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Dies ist mit dem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung bei dem für Sie zuständigen Finanzamt (in der Regel das Finanzamt an Ihrem Wohnsitz) möglich. Dadurch ist bereits im laufenden Jahr der Steuereinbehalt durch den Arbeitgeber niedriger. Es ist auch möglich, den Behinderten-Pauschbetrag des Ehepartners/Lebenspartners bei den ELStAM des anderen Ehepartners/Lebenspartners speichern zu lassen.

Der Antrag auf die Freibetragseintragung muss nicht jährlich neu gestellt werden. Das Finanzamt speichert den Behinderten-Pauschbetrag für die Dauer des Gültigkeitszeitraums des Behindertenausweises. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist ein neuer Antrag auf Eintragung eines Freibetrags erforderlich.

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