Lesung und Diskussion - Otto Rosenberg: Das Brennglas

28.03.2017

Lesung

Lesung und Diskussion – Otto Rosenberg: Das Brennglas

Otto Rosenberg hat erst nach fünfzig Jahren, wenige Jahre vor seinem Tod, die Kraft gefunden, seine Biographie gemeinsam mit dem Schriftsteller Ulrich Enzensberger aufzuzeichnen.

Der 1927 geborene Otto Rosenberg wächst bei seiner Großmutter in Berlin auf. Im Alter von neun Jahren wird er 1936 mit seiner Familie im „Zwangslager Marzahn“ interniert und 1943 nach Auschwitz deportiert, wo fast seine ganze Familie ermordet wird.

Otto Rosenberg gehörte zu denjenigen, die sich am 16. Mai 1944 im „Zigeunerlager“ von Auschwitz-Birkenau auf einen Aufstand gegen die SS vorbereiten. Im August 1944 wird er in das KZ Buchenwald überstellt, später wird er zur Zwangsarbeit in den unterirdischen Stollen des KZ Dora-Mittelbau und des KZ-Außenlagers Ellrich eingesetzt. Im April 1945 erlebt er im KZ Bergen-Belsen seine Befreiung.

Das Vernichtungslager Auschwitz überlebt zu haben, wird für ihn Auftrag und Verpflichtung. Otto Rosenberg kämpfte bis zu seinem Tod 2001 für die gesellschaftliche Gleichstellung von Sinti und Roma. Er war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Sinti-Union Berlin, heute Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. 1998 erhält er für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Otto Rosenberg klagt in seinen Erinnerungen nicht an. Er berichtet, wie es gewesen ist. Gerade deshalb sind seine Schilderungen so eindrücklich und verweisen auf ein immer noch nicht aufgearbeitetes Kapitel deutscher Geschichte. Das Buch “Im Brennglas” ist im Besuchszentrum der Berliner Landeszentrale für politische Bildung erhältlich.

Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V., liest aus der Biographie ihres Vaters und steht anschließend für die Fragen des Publikums zur Verfügung.

  • Gast:

    Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.

  • Datum:

    Dienstag, 28. März 2017

  • Zeit:

    von 18.30 bis 20.30 Uhr

  • Ort:

    Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, Besuchszentrum / Stadtplan

  • Entgelt:

    Die Teilnahme ist entgeltfrei

  • Anmeldung:

    Melden sich bitte online an.

  • Ansprechperson:

    Thomas Gill, E-Mail, Telefon (030) 90227 4961