Gedenktafel für Leo Blech

Die Berliner Gedenktafel (Porzellantafel der KPM) für Leo Blech wurde am 30.10.1987 am Haus Mommsenstraße 6 enthüllt.

Bildvergrößerung: Gedenktafel für Leo Blech, 26.9.2006, Foto: KHMM
Gedenktafel für Leo Blech, 26.9.2006, Foto: KHMM
Bild: Bezirksamt

BERLINER GEDENKTAFEL

Hier lebte von 1913 bis zu seiner Emigration
im Jahre 1937
LEO BLECH
22.4.1871 – 25.8.1958
Komponist und Dirigent, Generalmusikdirektor
an der Staatsoper Unter den Linden
und am Deutschen Opernhaus Charlottenburg

Bildvergrößerung: Mommsenstraße 6 am 26.9.2006, Foto: KHMM
Mommsenstraße 6 am 26.9.2006, Foto: KHMM
Bild: Bezirksamt

Nachdem Leo Blech bereits 1893 in Aachen seine erste Oper “Aglaja” erfolgreich uraufgeführt und am Deutschen Landestheater in Prag als Dirigent tätig war, folgte er 1906 einem Ruf an die Berliner Hofoper; 1913 wurde er zum Generalmusikdirektor ernannt. 1920 wurde in Hamburg seine Operette “Die Strohwitwe” uraufgeführt. Von 1923 bis 1926 war Blech zunächst am Deutschen Opernhaus Charlottenburg, dann an der Volksoper Berlin und schließlich an der Wiener Volksoper tätig.

Zurückgekehrt nach Berlin nahm er seine Stellung als Generalmusikdirektors an der Staatsoper Unter den Linden wieder auf. Bis 1937 hat er dort insgesamt 2.846 Vorstellungen dirigiert.
Mit besonderer Genehmigung Hermann Görings konnte der Generalintendant der Preußischen Staatstheater Heinz Tietjen Leo Blech trotz seiner jüdischen Herkunft zunächst auch noch während Nazi-Herrschaft beschäftigen. 1937 musste Blech aber doch emigrieren. Er ging zunächst nach Lettland, wo er in Riga als Erster Gastdirigent tätig war. Als Riga 1941 von deutschen Truppen erobert wurde, stand Blechs Deportierung ins Ghetto unmittelbar bevor. Auf Vermittlung Tietjens konnten er und seine Frau Martha über Berlin und Saßnitz heimlich nach Schweden emigrieren. An der Königlichen Oper in Stockholm erlebte er eine höchst erfolgreiche Alterskarriere. In Stockholm war er Gründungs- und Ausschussmitglied des Freien Deutschen Kulturbundes.

1949 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde zum Generalmusikdirektor an die Städtischen Oper in Berlin-Charlottenburg berufen. 1953 zwang ihn ein sich verschlimmerndes Gehörleiden, sich endgültig zurückzuziehen. Er wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 1956 erhielt er anlässlich seines 85. Geburtstages den gleichen Orden mit Stern.
1958 starb er in Berlin und erhielt auf dem Friedhof Heerstraße ein Ehrengrab des Landes Berlin, das im April 2013 eingeebnet wurde, weil “ein fortlebendes Andenken in der allgemeinen Öffentlichkeit über den Zeitraum eines Jahrhunderts hinaus“ nicht zu erwarten sei, wie die prüfende Senatsverwaltung befand.

Seit dem 20.07.1959 gibt es auch einen Platz, der nach ihm benannt wurde: Leo-Blech-Platz