Deutsche Oper Berlin

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Städtische Oper 1930 Bild: Landesarchiv Berlin

Baudenkmal
Als “Deutsches Opernhaus” mit der damals größten Bühne der Welt von Architekt Heinrich Seeling 1911/12 auf Initiative des Großen Berliner Opern-Vereins für die Bürger der damals selbständigen Stadt Charlottenburg gebaut, privat betrieben von einer Betriebs-AG. Eröffnungsvorstellung am 7. November 1912 mit “Fidelio”. 1925-1933 “Städtische Oper”, danach Rückbenennung. 1934-36 Verwaltungs- und Werkstättenbauten von Paul Baumgarten d.Ä. Nach Kriegszerstörung des Gebäudes 1943 diente der Admiralspalast, ab 1945 das Theater des Westens , erneut unter dem Namen “Städtische Oper”, als Ausweichspielstätte.

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Deutsche Oper Berlin am 15.9.2006 Bild: Bezirksamt, KHMM

Am angestammten Platz in der Bismarckstraße entstand 1956-61 das neue Opernhaus als funktionsbetonter Bau aus Stahlbeton und Glas mit 1865 Plätzen durch Fritz Bornemann . Die Straßenfront ist aus grobsteinigem Waschbeton und fensterlos, was dem Gebäude den Spitznamen “Sing Sing” einbrachte. Vom Vorgängerbau wurden erhaltene rückwärtige Teile im Laufe der folgenden Jahre rekonstruiert. Vor der Oper 20m hohe schwarz getönte Chrom-Nickel-Stahl-Skulptur 1960/61von Hans Uhlmann. Wiedereröffnung als “Deutsche Oper Berlin” am 24. September 1961 mit “Don Giovanni”.

Gedenkrelief
Neben der Oper am U-Bahn-Eingang wurde 1990 das Gedenkrelief ‘Tod des Demonstranten’ von Alfred Hrdlicka aufgestellt. Es erinnert an den Tod Benno Ohnesorgs am 2.6.1967.

Intendanten
Generalintendanten waren Gustav Rudolf Sellner (1961-72), Egon Seefehlner (1972-76), Siegfried Palm (1976-81) und danach nahezu zwanzig Jahre bis zu seinem Tod im Dezember 2000 Götz Friedrich. In der Tradition des realistischen Musiktheaters Walter Felsensteins prägte er die Operngeschichte der Nachkriegszeit. Nach seinem Tod wurde für eine kurze Übergangszeit André Schmitz Intendant, der seit 1997 Verwaltungschef und Geschäftsführender Direktor gewesen war. Er wurde 2001 Chef der Senatskanzlei unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und im November 2006 Kulturstaatssekretär – ebenfalls unter Klaus Wowereit, der nun auch für Kultur zuständig war. Auf André Schmitz als Intendant folgte 2001 Udo Zimmermann, der im Juni 2003 vorzeitig von seinem Amt zurücktrat. Von September 2004 bis 2011 war Kirsten Harms Intendantin. Seither ist Christoph Seuferle kommissarischer Intendant.

AIDS-Gala
1994 veranstalteten Irina Pabst (2004 verstorben), Dr. Alard von Rohr und Alfred Weiss in der Deutschen Oper erstmals eine festliche Operngala zur Unterstützung der Deutschen AIDS-Stiftung. Die AIDS-Gala wurde 11 Jahre lang von Loriot (Vicco von Bülow) moderiert und gehört zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in Berlin. Kuratoriumsvorsitzenden der Festlichen Operngala ist Begum Inaara Aga Khan. Hochkarätige Gäste aus Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft verleihen dem Abend alljährlich einen besonderen Glanz.

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Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen und Opernintendantin Kirsten Harms eröffnen am 2.1.2005 in der Deutschen Oper das Jubiläumsjahr "300 Jahre Charlottenburg" Bild: Frank Wecker

Am 2.1.2005 eröffneten Intendantin Kirsten Harms und Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen (Rede ) nach einer Aufführung der Opfer “Manon Lescaut” von Puccini mit einem Gala-Empfang das Jubiläumsjahr “300 Jahre Charlottenburg”.
Am 17.9.2006 wurde die Saison eröffnet mit einer runderneuerten Inneneinrichtung, einem glitzernden Paillettenvorhang an der Betonfassade, einem neuen Restaurant mit Operngarten, einem neu eingerichteten Lounge-Bereich, renovierter Tiefgarage mit Reinigungsservice und einer komplett erneuerten Unterbühnenmaschinerie.
Am 25.9.2006 entscheidet Intendantin Kirsten Harms, Mozarts Oper Idomeneo in der Inszenierung von Hans Neuenfels wegen polizeilicher Hinweise auf mögliche Gefahren durch Islamisten aufgrund religionskritischer Inhalte vorerst vom Spielplan abzusetzen. Am Ende der Operninszenierung werden die enthaupteten Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed gezeigt. Die Absetzung löst eine weltweite Diskussion über die Freiheit der Kunst aus. Die Wiederaufnahme der Inszenierung findet schließlich am 18.12.2006 unter aufwändigen Sicherheitsmaßnahmen mit viel Prominenz aus Politik und Kultur statt.
Am 15.10.2006 ist die Premiere der Oper “Germania” von Alberto Franchetti. Die erste große Inszenierung der Intendantin Kirsten Harms am eigenen Haus wird von der Kritik zwiespältig aufgenommen.