Villa Bell

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Villa Bell, 6.9.2012, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Die Villa Bell besteht aus zwei aneinander gebauten Wohnhäusern. Sie befindet sich auf dem TU-Campus hinter dem Architektur-Gebäude. Der Zugang ist möglich von der Marchstraße oder von der Straße des 17. Juni.
Die Villa Bell ist das einzig übriggebliebene Gebäude des ehemaligen Villenviertels an der damaligen Sophienstraße. 1950 wurde die Sophienstraße umbenannt in Bellstraße nach dem amerikanischen Erfinder Alexander Graham Bell. Die anderen Häuser an der ehemaligen Sophienstraße bzw. Bellstraße wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach dem Krieg abgerissen. 1963 wurde die Straße entwidmet und in den TU-Campus einbezogen. Die Villa Bell dient der TU heute als Kita, Verwaltungsgebäude und Café. Seit 2012 beherbergt sie das Gerhard-Ertl-Center für Katalyseforschung. Die Villa Bell ist umgeben vom TU-Campus mit den Instituten und Fachbereichen für Architektur, Heizungs- und Klimatechnik, Luft- und Raumfahrt, Elektrotechnik, Telekommunikationssysteme, Maschinensysteme, Elektronenmikroskopie und Mathematik.

vgl. Baudenkmal Marchstr. 6-8

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Villa Bell, Rückseite, 6.9.2012, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Auf dem damaligen sogenannten ‘Thiergartenfeld’ errichtete der Keramiker und Töpfermeister Ernst March seit 1836 eine Töpferei, die als Tonwarenfabrik Ernst March und Söhne zum bedeutendsten Unternehmen der keramischen Industrie auf dem europäischen Kontinent wurde. 1904 wurden die Fabrikationsanlagen auf diesem Gelände aufgegeben, denn Charlottenburg hatte sich zur Großstadt gewandelt, rund um die Fabrik waren immer mehr Villen entstanden, und die Bewohner fühlten sich durch die Fabrik gestört. Einer von ihnen war Nobelpreisträger Theodor Mommsen, dessen Haus an der damas nach Sophie March benannten Sophienstraße lag.
Auch der bekannte Architekt Bruno Schmitz baute von 1904 bis 1906 hier an der Sohienstraße 11 sein Wohn- und Atelierhaus, in der bis zu seinem Tod 1916 lebte und arbeitete. Berühmt wurde er durch die von ihm geschaffenen Denkmäler: das Kyffhäuserdenkmal in Thüringen, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck am Zusammenfluss von Rhein und Mosel in Koblenz, das Kaiser-Wilhlem-Denkmal an der Porta Westfalica und das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.
Das Wohn- und Atelierhaus hatte vier Stockwerke. In den beiden oberen Etagen befanden sich ein großer Atelierraum, eine Bibliothek und drei Zeichensäle.
Das Haus erregte als Teil einer Reihe von Einfamilienhäusern in der Sophienstraße wegen seiner modernen Gestaltung mit Jugendstilelementen und seiner geschickten Raumausnutzung das Aufsehen der Architekturkritik.
Es wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und im Zuge von Neubauten für die TU abgerissen.