Hübner verletzt sich: Rassismus-Untersuchungen laufen

Hübner verletzt sich: Rassismus-Untersuchungen laufen

Nach dem Wirbel um Rassismus-Vorwürfe hat sich Fußballprofi Florian Hübner im Training von Bundesligist 1. FC Union Berlin verletzt. Wie Coach Urs Fischer am Montag bei einer Pressekonferenz vor dem Spiel bei RB Leipzig (Mittwoch, 20.30 Uhr) berichtete, wurde der 29-Jährige direkt danach zur Untersuchung in die Berliner Charité gebracht. Hübner habe sich in der Vormittagseinheit bei «einem heftigen Zweikampf verletzt», sagte Fischer und ergänzte: «Ich hoffe, dass das nicht allzu schlimm ist.» Eine genaue Diagnose gab es zunächst noch nicht.

Florian Hübner

© dpa

Florian Hübner von Union Berlin blickt auf das Spielfeld.

Am Wochenende hatten Rassismus-Vorwürfe um Hübner und ein heftiger Streit mit Nadiem Amiri von Bayer Leverkusen für viel Aufsehen gesorgt. «Natürlich beschäftigt es ihn, es beschäftigt uns alle», sagte Fischer: «Jetzt wird es geklärt, aber es geht ihm schon nahe.» Die Situation wird vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein Nachspiel haben. Der DFB-Kontrollausschuss hat bereits angekündigt, die Vorwürfe zu untersuchen.
Union erwartete am Montag noch Post vom DFB und wollte sich dann auch offiziell zu den Vorfällen am Rande der Begegnung am Samstag äußern. «Wir versuchen das alles bestmöglich zu verarbeiten», sagte Fischer. Unions Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit ergänzte: «Natürlich erwartet man, dass so ein Vorwurf belegt werden kann.» Union hatte die Rassismus-Vorwürfe zurückgewiesen und Hübner in Schutz genommen. «Wenn es jemanden geben sollte, der das vernommen hat, soll er sich melden», sagte Arbeit. Mehr sei nicht zu sagen.
Noch sind viele Facetten des Vorfalls zu klären. Zum Beispiel, ob die schlimmen Worte «Scheiß Afghane» in Richtung Amiri wirklich gefallen sind oder welche verbalen Entgleisungen es noch gab. Amiri hat eine Entschuldigung von Hübner bereits angenommen, dabei ging es allerdings nur um «unschöne Worte», wie der 24-Jährige in einem Club-Statement von Bayer am Samstag zitiert wurde.
Leverkusens Sportchef Rudi Völler will sich nicht mehr weiter damit beschäftigen. «Meine grundsätzliche Einstellung ist: Was auf dem Platz gesagt wird, bleibt auch auf dem Platz. Wie für Nadiem war es auch für mich mit der Entschuldigung des Berliner Spielers erledigt», sagte Völler dem «Kicker». Leverkusen erklärte am Montag, sich nicht mehr zum Sachverhalt äußern zu wollen. «Die Beteiligten haben ihre schriftliche Stellungnahme abgegeben oder werden dies noch tun», sagte Bayers Vereinssprecher Dirk Mesch.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 18. Januar 2021 14:15 Uhr

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