Zingler sieht Entfremdung von DFB-Auswahl

Zingler sieht Entfremdung von DFB-Auswahl

Präsident Dirk Zingler vom Bundesligisten 1. FC Union Berlin sieht eine verstärkte Entfremdung der Fans von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. «Es geht mir dabei nicht um sportliche Dinge. Vielmehr geht es um die Rolle des DFB und das Auftreten seiner handelnden Personen in der Gesellschaft», sagte Zingler in einem Interview der «Berliner Zeitung» (Donnerstag).

Dirk Zingler

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Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin.

«Es geht darum, ob ich die Bindung zum Fußballzuschauer, zum Anhänger, zum Fan der deutschen Nationalmannschaft verloren habe. Das ist ein unheilvoller Prozess, der schon vor langer Zeit begonnen hat, der durch die Kommunikation der vergangenen Monate noch weiter verstärkt wurde», meinte Zingler.
Nach Ansicht des 56-Jährigen müssen «alle schnellstens gegensteuern, denn diese desaströse Wirkung des DFB fällt natürlich auch auf den deutschen Clubfußball insgesamt zurück, er wird in Mitleidenschaft gezogen. Wir haben da jedenfalls jede Menge Themen zu verbessern», sagte der Union-Chef und ergänzte: «Die Entwicklung der Nationalmannschaft hin zur Marke «Die Mannschaft» hat diese von Jahr zu Jahr immer weiter vom eigentlichen Fußballfan entfremdet.»
Zingler wünscht sich beispielsweise, dass Spiele der DFB-Auswahl und internationale Begegnungen generell künftig nicht mehr erst 21.00 Uhr stattfinden, auch über Stehplätze und günstigere Tickets müsse gesprochen werden. «Die Reglementierungen und die zu starke Marken- und TV-Ausrichtung entfremdet den Menschen vom Fußball», sagte er. «Wir sollten also die Chance jetzt nutzen, ein paar Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zurückzunehmen. Da sollten wir mutig sein.» Er würde sich wünschen, «dass der DFB bei sich anfängt und sich dafür in den internationalen Verbänden, der Uefa, der Fifa, einbringt».
Er vermisse beim DFB jedoch Persönlichkeiten für diesen Weg, sagte Zingler und kritisierte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Dieser habe «mal was über den ostdeutschen Fußball» sagen wollen und nannte dann «als Beispiel ausgerechnet RB Leipzig», sagte Zingler: «Die haben, mal abgesehen von der Tatsache, dass sie in Leipzig spielen, gar nichts mit dem ostdeutschen Fußball zu tun. Entweder weiß er es nicht besser oder es interessiert ihn nicht, wobei beides gleich schlimm wäre.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 24. Dezember 2020 13:11 Uhr

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