Union startet in Bayern-Woche: «Mund abwischen, Kopf hoch»

Union startet in Bayern-Woche: «Mund abwischen, Kopf hoch»

Normalerweise würde in Berlin-Köpenick nach dem Derby- nun das Bayern-Fieber grassieren. Doch auch der 1. FC Union ist in Zeiten der anhaltenden Corona-Pandemie von Normalität weit entfernt. Auch für viele Fans, die an diesem Samstag wie schon beim letzten Heimspiel gegen das Münchner Starensemble (0:2) am 17. Mai unmittelbar nach der Corona-Pause nicht ins Stadion dürfen, steht Fußball in der Prioritätenliste nicht unbedingt ganz oben.

Unions Max Kruse (l) geht verletzt zur Seitenlinie

© dpa

Unions Max Kruse (l) geht verletzt zur Seitenlinie.

Sportlich steht Union nach einer langen positiven Phase plötzlich vor einer schwierigen Situation. Nicht so sehr das 1:3 im Derby bei Hertha, als vielmehr die Nachwirkungen stellen das Team von Trainer Urs Fischer vor eine neue Herausforderung. Topscorer Max Kruse fällt mit Muskelbündelriss mindestens zwei Monate aus, der wichtige Mittelfeld-Stabilisator Robert Andrich ist nach Rot im Derby gesperrt. Dazu kommt eine Reihe weiterer Verletzungsausfälle. «Am Schluss nimmst du alles mit», sagte Fischer, schloss aber gleich an: «Wichtig ist, die Dinge anzusprechen, die wir verändern können.»
Immerhin gehörte Christian Gentner am Montag wieder zu den Übenden. Der 34 Jahre alte Mittelfeldmann konnte erstmals seit seiner erneuen Wadenverletzung Mitte November wieder mit der Mannschaft trainieren, auch wenn er gegen Ende mit Reha-Coach Christopher Busse individuell arbeitete. Ein Einsatz gegen die Bayern dürfte für Gentner aber noch zu früh kommen. «Die Partie in Stuttgart könnte vielleicht eher eine Möglichkeit für ihn sein sein. Gentner ist zumindest auf einem guten Weg», sagte Trainer Urs Fischer am Wochenende.
Aus Niederlagen müsse man lernen, bemerkte der Union-Coach nach dem 1:3 im Olympiastadion: «Das gilt es, auch dieses Mal hinzubekommen. Das gibt auch den Jungs, die bisher nicht so viel gespielt haben, die Chance, sich zu zeigen.» Bei seinen Entscheidungen - etwa zu einem möglichen Torwart-Tausch von der bisherigen Nummer eins Andreas Luthe hin zum Liverpool-Leihspieler Loris Karius - habe auch der Gegner FC Bayern keinen Einfluss. «Das ist doch keine Wunschkonzert», sagte Fischer.
«Ich wüsste nicht, warum die Stimmung kippen sollte», ergänzte der 54-Jährige angesichts der bisher erreichten 16 Punkte und weiter Tabellenplatz sechs. Als nochmaliges Fazit aus den besonderen Umständen der Derby-Niederlage ergänzte Fischer: «Der Auftritt gegen Hertha war gut. Es gilt: Mund abwischen, Kopf hoch und nach vorne schauen!»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 7. Dezember 2020 18:00 Uhr

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