Wiedersehen mit Kruse: Freiburg sprach über ihn

Wiedersehen mit Kruse: Freiburg sprach über ihn

Auch Christian Streich zuckte im Sommer offenbar kurz. Als sein früherer Stürmerstar Max Kruse ablösefrei zu haben war, dachte Fußball-Bundesligist SC Freiburg laut seines Trainers darüber nach, ihn zurückzuholen.

Freiburgs Trainer Christian Streich gestikuliert

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Freiburgs Trainer Christian Streich gestikuliert.

«Wir haben darüber geredet, aber wir haben zu dem Zeitpunkt keinen Kontakt aufgenommen», verriet Streich vor dem Spiel des Sport-Clubs beim 1. FC Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky), bei dem er Kruse nun auf der Gegenseite wiedersieht. «Ich habe mir ehrlich gesagt schon gedacht, dass Max viel lieber in einer Metropole leben will als in unserem bürgerlichen Freiburg», sagte Streich mit einem Schmunzeln. «Max ist jung, und ich glaube, er lebt gerne in Berlin.»
Ein Jahr spielte Kruse in Freiburg. Mit seinen elf Toren und acht Vorlagen trug er in der Saison 2012/2013, in der er sämtliche 34 Liga-Spiele absolvierte, maßgeblich dazu bei, dass sich die Badener für die Europa League qualifizierten. Wenn Streich über ihn spricht, gerät er heute noch ins Schwärmen. «Er hat so ein gutes Raumverhalten und so einen guten Fuß, dass er jeder Mannschaft helfen kann mit seiner taktischen Intelligenz und seiner fußballerischen Intelligenz, das ist keine Frage», sagte Streich diese Woche. Union habe sich nicht zuletzt durch den 32-Jährigen spielerisch «nochmal verbessert».
In Freiburg, wo er nicht nur sportlich, sondern auch durch sein in Tarnfarben lackiertes Auto auffiel, habe Kruse damals «einen Knoten aufgemacht», sagte Streich ein paar Jahre nach dem Abschied des Angreifers. Gerne hätte der SC-Trainer länger mit ihm gearbeitet. Doch Kruse, den Streich einen «Unterschiedsspieler» nannte, der «gute Kollegen zu noch besseren» mache, zog weiter - erst zu Borussia Mönchengladbach, dann zum VfL Wolfsburg, danach zurück zu seinem Ex-Club Werder Bremen und zuletzt zu Fenerbahce Istanbul.
Nun soll Kruse also in Berlin für Tore sorgen. Eins hat er bisher erzielt - beim 4:0 gegen den FSV Mainz 05 am dritten Spieltag. Für Aufsehen abseits des Platzes sorgte er mit seinem Barbesuch in der Woche vor dem jüngsten Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 (1:1) auch schon. Allzu lange hielten sich die Köpenicker mit dem Thema aber nicht auf. «Ich erwarte ein schwieriges Spiel», sagte Trainer Urs Fischer mit Blick auf die Freiburger, die «gut organisiert und sehr aggressiv» seien. Dennoch hält er die Partie für «eine lösbare Aufgabe». Eine spezielle ist sie allemal - zumindest für Max Kruse.
Fraglich ist noch, wer bei Union wirklich spielen kann. Die Torhüter Loris Karius und Jakob Busk mussten zuletzt mit dem Training aussetzen, der Ex-Freiburger Nico Schlotterbeck und Anthony Ujah fehlen sicher. Klar sein dürfte damit, dass erneut Routinier Andreas Luthe im Tor stehen wird. Der 33-Jährige liefert sich mit Karius einen Kampf um die Rolle der Nummer eins, in dem der Ex-Augsburger bislang leichte Vorteile hat. Karius' nicht näher definierte Verletzung wirft die Leihgabe vom FC Liverpool etwas zurück.
Im Duell zwischen dem Zehnten (Berlin) und Zwölften (Freiburg) der Bundesliga gibt es keinen klaren Favoriten. In der Vorsaison gab es jeweils Heimsiege, allerdings gewann Union in der zweiten Pokalrunde auswärts beim SC. Union muss nicht vor leeren Rängen spielen, denn das lokale Gesundheitsamt genehmigte trotz weiter stark steigender Corona-Zahlen in der Hauptstadt, dass rund 4500 Zuschauer dabei sein dürfen. Allerdings wird es wohl ungewöhnlich ruhig bleiben: Gesänge und Sprechchöre sind verboten, zudem gilt eine strenge Maskenpflicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. Oktober 2020 12:48 Uhr

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