Publikumsliebling Polter will keinen Abschied per Video

Publikumsliebling Polter will keinen Abschied per Video

Sebastian Polters Wunschszenario für seinen letzten Heimauftritt wird schlimmstenfalls ein Wunsch bleiben. «Wenn Tag x kommt, wird es hart», sagte der 29 Jahre alte Angreifer des 1. FC Union Berlin. Sein Vertrag endet zum 30. Juni, ein neues Angebot machte ihm der Fußball-Bundesligist aus Köpenick nicht. Der Publikumsliebling geht. «Ich hoffe, dass ich mich vor einem vollem Stadion verabschieden kann und nicht über eine Videoschalte auf Wiedersehen sagen muss», sagte Polter am Dienstag in einer Videokonferenz.

Sebastian Polter

© dpa

Berlins Sebastian Polter sitzt am Spielfeldand.

103 Pflichtspiele hat Polter für Union bisher bestritten. In der Saison 2014/2015 spielte er erstmals für die Eisernen, die damals noch in der 2. Liga antraten. Dann wechselte Polter für anderthalb Jahre zum englischen Zweitligisten Queens Park Rangers. Im Januar 2017 streifte er wieder das Union-Trikot über. Auf insgesamt 46 Tore kommt er darin.
Polter bejubelte als Aufstiegsheld auch den erstmaligen Sprung der Unioner in die Bundesliga. Gegen Bayern München (Endstand 1:2) und daheim im Stadtderby gegen Hertha BSC (1:0) gelangen ihm in dieser Saison zwei Elfmetertore.
Doch über die Rolle eines Reservisten kam Polter in dieser Spielzeit nicht hinaus. Trainer Urs Fischer setzte vor allem auf den elffachen Torschützen Sebastian Andersson. Polters Einsatzzeit in zwölf Meisterschaftsspielen betrug lediglich 307 Minuten. Im Februar kündigte Polter seinen Abschied nach dieser Saison an.
Seine Zukunft sei noch offen, erzählte er. Konkrete Interessenten nannte Polter nicht. Immer wieder mal führe er Gespräche mit potenziellen Kandidaten. Während der Coronavirus-Pandemie sei es allerdings etwas ruhiger bei anderen Vereinen, die erst einmal nicht wissen, wie es allgemein weitergeht, räumte Polter ein. Dafür habe er Verständnis. Beim neuen Arbeitgeber hofft Polter auf das richtige Paket in sportlicher, finanzieller und familiärer Hinsicht. «Ich werde nicht arbeitslos sein», versicherte Polter.
Dass es mit der Bundesliga womöglich in absehbarer Zeit weitergehen könnte, hat Polter vernommen. «Wenn es wirklich so ist, würde es uns alle freuen. Das entscheiden aber andere Leute und wir haben kein Mitspracherecht», sagte Polter. «Wir bereiten uns zumindest dafür vor. Wir trainieren aber immer noch in kleinen Gruppen und hoffen, dass die Anzahl der Spieler bald erhöht werden kann.» Seit dem Wiederbeginn am 6. April habe es bei Union noch keine Einheit mit Zweikämpfen gegeben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. April 2020 16:35 Uhr

Weitere Nachrichten zu Union Berlin