Union: Eisern auf dem Platz - schüchtern bei Aufstiegs-Frage

Union: Eisern auf dem Platz - schüchtern bei Aufstiegs-Frage

Mit diesem Rezept soll der zweite Saisonteil für den 1. FC Union zu einer Gourmet-Serie werden: Knallhart auf dem Rasen, zurückhaltend bei der Aufstiegs-Frage. Der erste Abend war mit einer Spezialität spektakulär gewürzt - jetzt folgt der nächste Gang beim FC St. Pauli.

1. FC Union Berlin gewinnt Auftakt in 2019

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Die Mannschaft von Union Berlin feiert gemeinsam das Tor zum 2:0 gegen den 1. FC Köln. Foto: Andreas Gora/Archiv

Berlin (dpa) – Auf dem Platz zeigten sich die Fußballprofis des 1. FC Union als echte Eiserne: bissig, aggressiv, kampfstark und mutig. Nach dem Auftaktsieg 2019 gegen den 1. FC Köln aber wirkten die Berliner Protagonisten wieder zurückhaltend, fast schon schüchtern. Ob das 2:0 zum Zweitliga-Start ins neue Jahr auch als Signal an die Aufstiegsfavoriten Köln (Tabellenzweiter) und Hamburger SV (Spitzenreiter) zu sehen sei? «Wie konzentrieren uns von Spiel zu Spiel», antwortete der starke Torhüter Rafal Gikiewicz und musste selbst über seine Antwort grinsen. Nein, nein - nur nicht darüber sprechen, was Anreiz, Sehnsucht und Traum zugleich ist: Die 1. Liga.
Das übernahm dann Kölns Trainer Markus Anfang, der im ausverkauften Stadion «An der Alten Försterei» einen «ganz bitteren» Abend für seine Mannschaft erlebte. «Union ist nicht irgend eine Mannschaft. Es ist sehr schwer hier, sie zu schlagen. Wenn sie so weitermachen, werden sie bis zum Ende oben dabei sein und ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden», sagte der FC-Chefcoach. Die größte Stärke der Berliner an einem emotionalen Fußballabend stellte Kölns Torwart Timo Horn heraus: «Union war nicht besser, aber effizienter.»
Die Heimfestung hat Union weiter ausgebaut. «17 Spiele zu Hause ohne Niederlage, da hat jeder Gegner Respekt», erklärte Gikiewicz. Selbst die Gelb-Rote Karte für Ken Reichel (66.) brachte die robusten Gastgeber nicht mehr ins Wanken. «Zu Zehnt gegen Köln kein Tor zu kassieren, ist eine Superleistung», betonte Flügelspieler Marcel Hartel. Der gebürtige Kölner, der im Sommer 2017 vom FC zu Union gekommen war, sorgte mit einem Spektakel-Tor nach nur 25 Sekunden sofort für Rambazamba auf den Tribünen: Den Ball mit der Brust angenommen und dann per Fallrückzieher Horn ins Netz gelegt.
«Das war ein perfektes Tor», sagte Hartel, der aus Respekt zu seinem Ex-Club nicht überschwänglich jubelte. In der Jugend sei ihm so ein Streich schon einmal gelungen, berichtete der 22-Jährige. Als Profi war es eine Premiere. Da auch noch Union-Verteidiger Florian Hübner per Kopf traf (30.) und Köln die spielerische Überlegenheit sowie ein paar sehr gute Chancen gegen den reaktionsstarken Gikiewicz vergab, rückten die Berliner auf Rang drei vor und mit 34 Zählern zwei Punkte an Köln heran. Der HSV führt die 2. Liga mit 40 Punkten an.
Die bisherige Saison hat bei Union neues Selbstbewusstsein ausgelöst, auch wenn das Thema Aufstieg weiter mit Vorsicht behandelt wird. Das verdeutlichte auch Trainer Urs Fischer. Dass im nächsten Spitzenspiel am Montag beim punktgleichen FC. St. Pauli in Hamburg mit Reichel und Kapitän Christopher Trimmel (5. Gelbe Karte) gleich beide etablierten Außenverteidiger ausfallen, dazu der wuchtige Stürmer Sebastian Polter eine Fußverletzung erlitt, sei mit seinem großen Kader durchaus auszugleichen, erklärte der Schweizer: «Das ist für andere eine Chance, sich zu zeigen. Es ist ein tolles Stadion, eine schöne Atmosphäre. Deshalb gehe ich es relativ entspannt an.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 1. Februar 2019 11:30 Uhr

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