Keeper Gikiewicz rettet Union-Serie

Keeper Gikiewicz rettet Union-Serie

Union Berlin feiert seinen Torwart Rafal Gikiewicz. Aber nicht für Paraden, sondern ein spektakuläres Tor. Per Kopf erzielt der 30-Jährige den späten Ausgleich gegen Heidenheim und rettet damit eine besondere Serie.

Rafal Gikiewicz köpft den Ball in das Tor

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Unions Torwart Rafal Gikiewicz (2.v.l.) köpft den Ball zum 1:1-Ausgleich gegen Heidenheim in das Tor.

Rafal Gikiewicz waren die Ovationen der Fans fast ein wenig peinlich. Immer wieder deutete der Keeper des 1. FC Union Berlin auf seine Teamkollegen - doch nach seinem Sensationstor konnte sich der 30-Jährige nicht gegen die Rolle als Mann des Tages wehren. Per Kopf traf Gikiewicz am Sonntag in der Nachspielzeit zum 1:1 (0:0)-Ausgleich gegen den 1. FC Heidenheim. Damit bleibt Union als einziges Team der 2. Fußball-Bundesliga ungeschlagen und als Tabellenzweiter erster Verfolger von Spitzenreiter 1. FC Köln.
«Auf diesen Moment warte ich 31 Jahre», schwärmte der Pole. «Klar, der Torwart schießt nicht jedes Spiel ein Tor.» Dennoch wollte er seinen eigenen Anteil am geretteten Punktgewinn nicht überbewerten. «Es ist scheißegal, wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Ich habe jetzt ein Tor und eine Vorlage nach neun Spielen - das ist eine gute Bilanz.»
Zunächst hatte ihm Trainer Urs Fischer bei fünf noch zu spielenden Minuten den Gang nach vorne verwehrt. Doch wenige Augenblicke vor dem Schlusspfiff ließ sich Gikiewicz dann nicht bremsen und verwertete eine Vorlage von Stürmer Sebastian Andersson am zweiten Pfosten. «Es hat sich ausgezahlt schlussendlich. Rafa hat es richtig gemacht, der Trainer hat es richtig gemacht», sagte Fischer. Der Schweizer berichtete, dass es direkt vor dem Ausgleich nach seiner Wahrnehmung noch einen Blickkontakt gegeben habe und er damit doch noch die Erlaubnis für Gikiewicz erteilte, in die Stürmerrolle zu schlüpfen.
Dank seines Torwarts konnte Union seine Bestmarke von saisonübergreifend elf Spielen ohne Niederlage in der 2. Liga einstellen. Heidenheims Robert Glatzel erzielte in der 56. Minute nach Flanke von Niklas Dorsch völlig freistehend die Führung für die Gäste. Berlins Marcel Hartel hatte sich zuvor gegen Gäste-Kapitän Marc Schnatterer auf der linken Abwehrseite den entscheidenden Ballverlust geleistet.
Vor 20 108 Zuschauern ließ Heidenheim die Köpenicker offensiv nie zur Entfaltung kommen und agierte aus einer sicheren Defensive. Die Köpenicker begannen die Partie zunächst mit Schwung - und forderten schon nach fünf Minuten Elfmeter. Robert Andrich hatte Ken Reichel am zu Fall gebracht, doch aus Sicht von Schiedsrichter Benedikt Kempkes reichte der Kontakt nicht für einen Pfiff aus.
Union konnte das Anfangstempo nicht halten, die Gäste befreiten sich immer mehr und konnten langsam selbst Akzente setzen. Die vorigen fünf Aufeinandertreffen mit den Schwaben konnte Union nicht gewinnen, kassierte dabei drei Niederlagen. Und auch dieses Mal hatte Gäste-Coach Frank Schmidt sein Team bestens eingestellt. Heidenheim verschleppte bei eigenem Ballbesitz das Tempo, störte den Spielaufbau von Union immer wieder entscheidend.
Nicht unverdient gerieten die Berliner somit nach dem Patzer von Hartel und kollektiver Unaufmerksamkeit im Zentrum in Rückstand. Fischer reagierte wenig später mit einem offensiven Doppelwechsel, brachte Sebastian Polter und Simon Hedlund für Hartel und Manuel Schmiedebach. Doch es wurde nicht besser, zwar drängte Union auf den Ausgleich, die ganz großen Chancen blieben aus. Erst Gikiewicz ließ die Heimfans dann doch jubeln.
Fans von Union Berlin
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 8. Oktober 2018