Bundesregierung weist Ungarns Kritik an Hertha BSC zurück

Bundesregierung weist Ungarns Kritik an Hertha BSC zurück

Die Bundesregierung hat Äußerungen der ungarischen Regierung zur Freistellung des Torwarttrainers Zsolt Petry durch Fußball-Bundesligist Hertha BSC kritisiert. Sie seien «in keiner Weise nachvollziehbar», sagte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Christopher Burger, am Freitag in Berlin. Das habe der Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Budapest bei einem Gespräch im ungarischen Außenministerium am Donnerstag auch deutlich gemacht. «Die Anspielung insbesondere auf den Nationalsozialismus weisen wir in aller Deutlichkeit zurück.»

Der ungarische Torwarttrainer Petry hatte sich in einem Interview der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung «Magyar Nemzet» unter anderem zum Thema Zuwanderung geäußert. Er hatte auch den Einsatz von Landsmann Peter Gulacsi, Nationalkeeper und Torwart von Bundesligist RB Leipzig, für einen Verein kritisiert, der unter anderem die Homo-Ehe unterstützt.
Das ungarische Außenministerium hatte das Vorgehen von Hertha BSC als Eingriff in die Meinungsfreiheit kritisiert: Deutschland und Ungarn hätten «direkte historische Erfahrungen mit dem größtmöglichen Meinungsterror, (...) weswegen die Überwachung des Grundrechts der Redefreiheit unsere gemeinsame moralische Pflicht ist», hieß es in einer Stellungnahme. «Unabhängig von der weltanschaulichen Basis ist die Beschränkung der Meinungsäußerung für die Ungarn inakzeptabel, weil sie ein System heraufbeschwört, wogegen Tausende unserer Landsleute ihr Leben geopfert haben.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 9. April 2021 16:20 Uhr

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