Stark und die Geduld: Hertha-Kapitän kennt sein Schwächen

Stark und die Geduld: Hertha-Kapitän kennt sein Schwächen

Für ein paar mehr Punkte würde Niklas Stark auch einige Einsatzminuten opfern. Der aktuelle Kapitän von Hertha BSC absolvierte bis auf die letzten neun Minuten beim Auftakt in diese Saison alle Spiele des Berliner Fußball-Bundesligisten von Beginn an bis zum Abpfiff. Seit dem Ausfall des eigentlichen Spielführers Dedryck Boyata steht der defensive Mittelfeldspieler als Kapitän in der Innenverteidigung. Und macht seine Sache gut - nach Ansicht von Trainer Pal Dardai könnte er sie noch besser machen.

Berlins Niklas Stark während eines Spiels

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Berlins Niklas Stark während eines Spiels.

«Vom Einsatz her ist er immer noch wie ein junger Bursche, der es zeigen und machen will», sagte der 44 Jahre alte Coach der Berliner: «Wenn er ein bisschen ruhiger verteidigt und nicht sofort den Zweikampf sucht, wird er besser.» Dennoch, er sei zufrieden mit Stark, sagte Dardai. Der Defensivspezialist nahm den Ball auf. «Ich weiß, was er meint», sagte Stark und lachte ein wenig. «Manchmal will ich zu viel den Ballgewinn haben, so dass wir schnell nach vorne spielen», erklärte Stark. Geduldiger muss er werden. Nicht leicht, in der aktuellen Situation vom Hertha BSC.
Defensiv verbesserte sich zumindest etwas auch das Verhalten bei Standardsituation, offensiv geht bei ruhenden Bällen immer noch viel zu wenig. Auch 1,90-Meter-Mann Stark konnte in dieser Spielzeit seine Kopfballstärke und Größe noch nicht in wenigstens ein Tor ummünzen. «Jeder von uns muss sich ankreiden, dass wir ein bisschen wenig Tore nach Standards gemacht haben - auch ich», räumte Stark am Mittwoch bei einer digitalen Medienrunde ein. «Wir müssen ganz klar an uns arbeiten, defensiv wie offensiv wuchtiger reingehen.»
Auch gegen RB Leipzig dürfte Dardai wieder auf Stark in der Innenverteidigung setzen und daran wird sich wohl auch solange nichts ändern, bis die derzeit verletzten Boyata und Jordan Torunarigha zurückkehren. «Ich spiele da, wo wir nach Meinung des Trainerteams die besten Chancen haben auf den Sieg haben», sagte Stark. Seit dem Sommer 2015 spielt er nun schon bei Hertha BSC, wurde in Berlin auch schon zum Nationalspieler, wenngleich seine Berufungen in die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes auch von Rückschlägen gezeichnet waren. Schon jetzt nach 21 Spieltagen in der Bundesligasaison 2020/2021 kommt Stark auf mehr Einsatzminuten als in der kompletten vergangenen Spielzeit.
«So besonders wichtig, dass ich da drauf schaue, ist es mir nicht», sagte er zu seinem 90-Minuten-Abo in dieser Saison. «Ich hätte lieber ein paar mehr Punkte auf dem Konto.» Nur 18 sind es vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (21. Februar 2021) gegen RB Leipzig. Nur dank der besseren Torbilanz liegen die Berliner auf dem 15. noch einen Platz vor der punktgleichen Bielefelder Arminia in der Tabelle. Der FSV Mainz auf dem 17. und damit direkten Abstiegsplatz ist nur vier Punkte entfernt. «Jeder kann die Tabelle lesen, jeder weiß, dass es jetzt um Punkte geht», sagte Stark.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Februar 2021 16:03 Uhr

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