Dardai über Khedira-Debüt: Einsatzplan überlegen

Dardai über Khedira-Debüt: Einsatzplan überlegen

Plan A hat Pal Dardai eher verworfen. Sami Khedira sofort reinschmeißen nach dem Motto: Spielpraxis ist wichtig. «Vielleicht opfern wir eine Halbzeit im sogenannten Freundschaftsspielmodus», meinte Dardai. Reiserei und die Termine durch den Transfer am letztmöglichen Tag des Wechselfensters seien aber auch nicht einfach für Khedira gewesen.

Pal Dardai

© dpa

Hertha-Trainer Pal Dardai während einer Trainingseinheit.

Dardais Schlussfolgerung: «Bevor wir aber ein Eigentor machen, er muskuläre Probleme durch Überlastung kriegt, weil er von null auf 100 muss, müssen wir überlegen.» «Abwarten» war eine weitere Vokabel, die der 44 Jahre Trainer-Rückkehr zwei Tage vor dem Heimspiel des Berliner Fußball-Bundesligisten gegen den FC Bayern benutzte.
Am Montag machte Hertha die Verpflichtung des Weltmeister von 2014 und ehemaligen Profis von Real Madrid und Juventus Turin perfekt. Am Dienstag stellte sich Khedira selbst vor und trainierte mit der Mannschaft. Dieser habe gut gearbeitet, bescheinigte Dardai tags darauf auch. Training ist aber kein Spiel, und gegen die Bayern herrscht auf Anhieb Maximalforderung.
Ran durfte und konnte Khedira im gesamten vergangenen Jahr für Juve nur einmal - im Pokal. Seit November 2019 ist er praktisch ohne durchgehende Spielpraxis, trainierte in Turin nach überstandenen Verletzungen allerdings täglich mit Ausnahmekönnern wie Cristiano Ronaldo. «Dennoch werde ich am Anfang natürlich intelligent spielen müssen, bis ich im Rhythmus bin», sagte Khedira selbst. Eine neuerliche Verletzung gilt es unbedingt zu vermeiden, die Rettungsaktion der Hertha, die vor dem Bayern-Spiel auf dem 15. Tabellenplatz dümpelt, duldet keine Aufschübe.
Wenn Khedira im Trikot der Hertha nach über zehn Jahren erstmals wieder in der Bundesliga aufläuft, ist klar, was von ihm erwartet wird. «Wenn er die Möglichkeit hat zu spielen, muss er als Organisator viel leisten», betonte Dardai am Mittwoch bei der digitalen Pressekonferenz der Hertha. Dafür muss Khedira auch keine Kilometerrekorde aufstellen.
Er lobte die Präsenz und die Erfahrung des 77-maligen Nationalspielers. Der 33 Jahre alte gebürtige Schwabe war im Sommer 2010 vom VfB Stuttgart zu Real Madrid gewechselt, fünf Jahre später führte ihn der Weg zu Juventus Turin. «Er ist schon eine Persönlichkeit. Das schadet auch nicht in der Kabine», sagte Dardai.
Und auf dem Platz soll neben Khedira auch der zweite Neuzugang zünden. Nemanja Radonjić, ausgeliehen von Olympique Marseille, beeindrucke mit seiner Schnelligkeit und seinen technischen Fertigkeiten. «Man hat sofort gesehen, was er drauf hat», sagte Dardai zu den Trainingseindrücken.
Wirklich helfen können beide Neuzugänge dem Coach, der sein erstes Spiel nach der Rückkehr mit 1:3 am vergangenen Samstag bei Eintracht Frankfurt verloren hatte, aber letztlich nur im Spiel auf dem Platz. Erst recht gegen die Bayern. Auf einen wie Khedira wird Dardai auch bei Plan B da nicht verzichten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 3. Februar 2021 15:23 Uhr

Weitere Nachrichten zu Hertha BSC