Eintracht träumt von Europa: Trainer Hütter scherzt

Eintracht träumt von Europa: Trainer Hütter scherzt

Jubilar Adi Hütter war nach dem Sieg in seinem 500. Spiel als Chefcoach inklusive eines Traumtores zum Scherzen aufgelegt. «Wenn er nicht ausschauen würde wie ein Japaner, hätte ich gedacht, er ist ein Österreicher, vielleicht ein guter Skifahrer», kommentierte der 50 Jahre alte Trainer von Eintracht Frankfurt den fußballerischen Slalomlauf von Daichi Kamada bei der Vorbereitung des zweiten Gäste-Treffers durch André Silva.

Adi Hütter vor dem Spiel beim Interview

© dpa

Adi Hütter vor dem Spiel beim Interview.

Der 24 Jahre alte Portugiese avancierte mit seinem Doppelpack beim 4:1 (0:1) der Hessen bei Hertha BSC zum besten Torjäger der Bundesliga seit dem Wiederbeginn nach der Corona-Pause. Die nach der Halbzeitpause eingewechselte Leihgabe des AC Mailand erzielte seine Tore fünf und sechs im siebten Eintracht-Spiel seit der Liga-Fortsetzung. «Ich habe mir auf der Bank überlegt, wie ich dem Team helfen kann, wenn ich reinkomme», sagte Silva.
Bei der erfolgreichen Aufholjagd in der zweiten Hälfte kam den Frankfurtern natürlich auch ihre zahlenmäßige Überlegenheit zugute. Kurz vor der Pause hatte Hertha-Profi Dedryck Boyata die Rote Karte gesehen. «Alle waren voller Selbstbewusstsein, weil wir ein Mann mehr waren. Ich kam rein mit meiner Power, das war’s», berichtete Silva lachend.
Die Berliner Führung durch Krzysztof Piatek (24. Minute) glich Bas Dost (51.) aus. Dann traf Silva (62.) nach einem Klasse-Solo von Kamada per Hackentor zur Führung. «Ich habe es einfach gemacht. Es ist eine meiner Stärken, zu dribbeln und ich bin gut durchgekommen in dieser Situation», sagte der Vorbereiter bescheiden. «Es hat mich gefreut, dass ich den Ball so zu André spielen konnte. Er hat sehr stark abgeschlossen.» Für Hütter war die Aktion «sicherlich ein Tor des Monats wert».
Evan Ndicka (68.) und erneut Silva (86.) rundeten den gelungenen Eintracht-Auftritt im leeren Olympiastadion ab. «Wir haben abgezockt und souverän gespielt und immer gewartet, bis der entscheidende oder besser postierte Mann freisteht. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht», lobte Sportdirektor Bruno Hübner.
Nach den frustrierenden Niederlagen im Rhein-Main-Derby gegen den FSV Mainz 05 (0:2) und im Pokal-Halbfinale bei Bayern München (1:2) hellte der Erfolg die Stimmung bei den Hessen wieder auf. Die letzten Restzweifel am Verbleib in der Liga sind endgültig beseitigt - und mit 38 Punkten gibt es sogar noch eine Mini-Chance auf den siebten Rang, der fünf Zähler entfernt ist und zur Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation berechtigen würde. «Wenn es am Ende reicht, wäre es natürlich sensationell», betonte Torwart Kevin Trapp.
Um weiter von Europa träumen zu können, muss die Eintracht schon am kommenden Mittwoch gegen Schalke 04 nachlegen. Denn nicht nur Hütter weiß, dass die Aussichten gering sind: «Wir müssten alle drei Spiele gewinnen und die Konkurrenz müsste patzen.»
Doch die Eintracht ist bekannt dafür, nie aufzustecken. Das zeigte sich auch am Samstag in Berlin. «Unser Charakter als Mannschaft hat sich gezeigt, wie auch schon gegen Bayern», stellte Trapp zufrieden fest. Das könnte im Saison-Endspurt mit den weiteren Partien beim 1. FC Köln und gegen Schlusslicht SC Paderborn ein Plus sein. Trapp gab die Marschroute vor: «Wir wollen in den kommenden Spielen möglichst viele Punkte holen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 14. Juni 2020 13:55 Uhr

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