Schwierige Bedingungen für Hertha-Stadion im Olympiapark

Schwierige Bedingungen für Hertha-Stadion im Olympiapark

Hertha BSC hofft weiter auf eine Klärung der Stadionfrage. Der Berliner Senat will ebenfalls eine Lösung. Der Bau einer neuen Arena im Olympiapark der Hauptstadt gestaltet sich aber weiter schwierig.

Olympiastadion Berlin

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Die Luftaufnahme zeigt das Olympiastadion und den Umliegenden Olympiapark in Berlin.

Innen- und Sportsenator Andreas Geisel hat die klare Absicht der Berliner Landesregierung unterstrichen, Hertha BSC bei den Plänen zum Neubau einer reinen Fußball-Arena zu unterstützen. «Der Wunsch ist schon nachvollziehbar», auch wenn das Olympiastadion «das schönste Stadion der Welt» sei, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Herthas favorisiertem Standort für die neue, privat zu finanzierende Arena im Olympiapark habe er keine Absage erteilt, betonte Geisel: «Hertha kann den Standort, den sie dort wollen, nicht belegen, weil die Wohnungsbaugenossenschaft diesen Standort nicht zur Verfügung stellt. Sie haben kein Baugrundstück im Olympiapark, deshalb geht das nicht.»
Falls Hertha doch noch eine Lösung für die 24 Wohnungen in der Sportforumstraße, die für ein neues Stadion abgerissen werden müssten, findet, sei das eine andere Situation. «Dann muss man darüber reden, natürlich. Aber das sind Mieterinnen und Mieter, die dort wohnen. Diese Menschen und deren Interessen müssen wir ernst nehmen. Natürlich versuchen wir ernsthaft, eine Lösung für Hertha zu finden. Aber ohne Grundstück geht das nicht», erklärte Geisel.
Herthas Vereinspräsident Werner Gegenbauer hatte mehrmals den «politischen Willen» als Voraussetzung für eine Stadion-Lösung genannt. «Wenn Hertha erklärt, dass sie einen anderen Standort wollen und nicht mehr im Olympiastadion spielen wollen, was ich nicht gut finde, müssen wir diesen Wunsch ernsthaft prüfen. Das tun wir», sagte Geisel. Derzeit lässt der Senat vier mögliche Standorte auf dem Gelände des Flughafen Tegels prüfen, der nach Eröffnung des neuen Berliner Flughafens schließen soll.
«Wir brauchen eine gute Lösung für Hertha, die aber nicht zu Lasten Berlins gehen darf», betonte der Innensenator: «Hertha ist ein Berliner Verein mit mehr als 100 Mitarbeitern, der einen dreistelligen Millionenbetrag Jahresumsatz hat. Es ist ein Wirtschaftsunternehmen.»
Das Grundstück sei «der zentrale Punkt» für eine Lösung im Olympiapark, sagte Geisel. Es gebe dort aber noch andere schwierige Bedingungen. «Die Lärmschutzverordnung im Olympiapark lässt nur 18 Veranstaltungen im Jahr zu. Die sind jetzt schon ausgeschöpft. Wenn ein vierter Standort dort dazukommt, wird das Auswirkungen haben auf das Olympiastadion, das Maifeld und die Waldbühne. Diese Frage war auch noch nicht geklärt.» Mit Veranstaltungen auf dem Maifeld erlöst das Land Berlin jährlich einen niedrigen siebenstelligen Euro-Betrag, «dessen Wegfall das Defizit für Berlin weiter vergrößern würde», bemerkte Geisel.
Bei einem Auszug von Hertha aus dem Olympiastadion würden Mieteinnahmen von knapp fünf Millionen Euro pro Jahr verloren gehen. «Das zu kompensieren, wird enorm schwer. Wir müssen das Stadion in Betrieb halten als moderne Sportstätte, können aber beispielsweise auch nicht die Anzahl der Konzerte beliebig erhöhen. Weil es die Lärmschutzverordnung zum Schutz der Anwohner nicht zulässt», sagte Geisel: «Und weil es auch nicht so viele Künstler gibt, die in der Lage sind, das Olympiastadion zu füllen.»
Das Maifeld steht zu 100 Prozent unter Denkmalschutz. «Ein Stadionbau darauf ist deshalb ausgeschlossen», sagte Geisel nochmals. «Deswegen versuchen wir jetzt, alternative Standorte zu finden. Aber für ein Stadion mit 50.000 Menschen, mit allen damit verbundenen Emissionen, haben sie nicht beliebig viele Standorte in Berlin zur Verfügung.» Wie die Prüfung von Tegel ausgehe, «kann ich bis dato nicht sagen. Tempelhof bietet sich nicht an, da gilt das durch die Volksabstimmung beschlossene Tempelhofgesetz». Viel mehr freie Flächen «haben wir schlichtweg nicht».
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 7. Oktober 2019 14:06 Uhr

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