Hertha zwischen Fan-Ärger und Pokal-Traum

Hertha zwischen Fan-Ärger und Pokal-Traum

Mit einem Sieg bei Zweitligist Darmstadt will Hertha BSC den Traum vom Heim-Finale im DFB-Pokal aufrechterhalten. Abseits des Platzes steht aber vorerst die Aufarbeitung der schweren Krawalle im Fokus.

Michael Preetz

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Berlins Manager Michael Preetz steht vor dem Spiel im Stadion. Foto: Swen Pförtner/Archiv

Berlin (dpa) - Der schwierige Spagat für Hertha BSC war Michael Preetz deutlich anzumerken. Einerseits steht für den Verein derzeit die Aufarbeitung der schweren Ausschreitungen in Dortmund im Fokus. Andererseits soll die Mannschaft des Fußball-Bundesligisten in der Zweitrunden-Partie beim Zweitligisten SV Darmstadt 98 am Dienstag (18.30 Uhr) die Hoffnung auf das Heim-Endspiel im DFB-Pokal aufrechterhalten.
«Wir haben den ganzen Vormittag nichts anderes gemacht, als zu beratschlagen, wie wir jetzt mit diesen Dingen umgehen», sagte Hertha-Geschäftsführer Preetz über die Krawalle im Dortmunder Signal-Iduna-Park am Samstag. «Und doch muss das für die Mannschaft bedeuten, dass sie fokussiert ist auf das Spiel. Ohne einen Sieg in Darmstadt braucht es dann auch keine weiteren Träume vom Pokalfinale im Olympiastadion.»
Sportlich gehen die Berliner nach dem auf dem Rasen starken Auftritt beim Bundesliga-Tabellenführer (2:2) voller Selbstbewusstsein zum Duell beim Zwölften der 2. Liga. Drei von fünfmal war zuletzt allerdings bereits in der zweiten Runde Schluss im Pokal für die Berliner - so ein Ausrutscher soll nun unbedingt vermieden werden. «Ich will nicht hochnäsig sein, wir haben Respekt. Aber wenn eine Mannschaft gegen Bayern gewinnt, gegen Dortmund einen Punkt holt, dann musst du hingehen, fokussiert sein, um das Spiel zu gewinnen», sagte Dardai.
Insgesamt könnte der Ungar seine Startelf auf drei, «maximal vier» Positionen verändern. Mittelfeldspieler Per Skjelbred hatte sich in Dortmund eine Oberschenkelblessur zugezogen. «Ich glaube, Per macht Pause, so ist der Zustand», sagte Dardai.
Nach seinem Comeback im Profi-Team über 45 Minuten am Samstag ist Vladimir Darida hingegen wieder ein Kandidat für eine Startformation. «Vladi ist gut reingekommen gegen Dortmund. Er ist richtig bereit, das spricht für die Qualität und Konkurrenzkampf im Mittelfeld», sagte Dardai über den Tschechen, der lange mit einer Knieverletzung pausiert hatte. Zudem könnten auch WM-Teilnehmer Marvin Plattenhardt, Javairo Dilrosun oder erstmals in diese Saison Davie Selke in die Anfangself rutschen.
Egal, wie das Pokalspiel ausgeht - auch anschließend werden die Nachwehen der Krawalle den Club beschäftigen. Der DFB-Kontrollausschuss leitete am Montag erwartungsgemäß Ermittlungen ein. Bis zu einem Urteil kann es aber noch Wochen dauern. Die Berliner erklärten erneut, alles zur vollständigen Aufklärung beitragen zu wollen. «Pyrotechnik und Gewalt haben in einem Fußballstadion nichts zu suchen», sagte Preetz. «Es ist die Aufgabe der Vereine, aber auch aller Institutionen, sich dort einzubringen und Antworten zu finden.»
Für die Kritik der Fanhilfen der Berliner und von Dortmund am Verhalten der Polizei hatte er überhaupt kein Verständnis. «Abenteuerlich, ich finde es abenteuerlich. Ich kann dazu nichts anderes sagen. Einen möglicherweise unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei mit Gewalt zu rechtfertigen, das muss mir mal einer erklären», sagte Preetz. «Wir machen uns intensiv Gedanken, wie wir damit umgehen.» Laut Polizei hatten sich 45 Menschen verletzt, bei den Ausschreitungen nach einem Pyro-Einsatz der Berliner Ultras hatten sich Fans im Stadion mit der Polizei geprügelt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 29. Oktober 2018 17:16 Uhr

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