Dardai will viele Unentschieden «vergolden»

Dardai will viele Unentschieden «vergolden»

Eigentlich hätten seine Profis nach der erkämpften Punkt in Dortmund alle Aufmerksamkeit verdient, betont Hertha-Trainer Dardai. Doch die Auseinandersetzungen von Berliner Ultras mit der Polizei trüben die Stimmung. Sportlich sollen die jüngsten Remis nun vergoldet werden.

Feuerwerkskörper im Berliner Fanblock

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Feuerwerkskörper brennen im Berliner Fanblock beim Spiel Hertha gegen Dortmund. Foto: Bernd Thissen

In den Stolz über die Leistung seines Teams beim Tabellenführer BVB mischte sich Unmut bei Pal Dardai. Die schweren Ausschreitungen von Hertha-Fans beim 2:2 der Berliner verärgerten den Cheftrainer. «Gewalt gehört nicht ins Stadion», betonte Dardai am Sonntag. «Es geht um alle Fans, es geht um Fußball.» Bereits das Zünden von Pyrotechnik sei eine «sehr grenzwertige Sache. Das darf man nicht machen. Wenn sie sich selbst anzünden, ist es ihre eigene Sache. Aber es gehen auch Kinder in die Stadion und viele Familien.»
Gut 100 Berliner Fans hatten in Dortmund Polizisten mit Faustschlägen und Tritten attackiert und mit abgebrochenen Fahnenstangen auf sie eingeschlagen. Die Polizei hatte versucht, das Banner der Ultragruppe Hauptstadtmafia zu entfernen, und Pfefferspray eingesetzt. Laut Angaben der Dortmunder Polizei wurden 45 Personen verletzt, 35 davon durch Pfeffersprayeinsatz. «Eine Katastrophe. Das ist eine ganz bittere Stunde für den Fußball und für Hertha BSC», erklärte Manager Michael Preetz. Fangruppen kritisierten das aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Eingreifen der Polizei.
Sportlich legte Hertha einen bemerkenswerten Auftritt hin und holte gegen die formstarken Borussen gleich zweimal einen Rückstand auf. «Für Spiele wie heute lebst du als Fußballer», schwärmte Abwehrspieler Karim Rekik. Wie schon bei den Siegen gegen den FC Bayern (2:0) und Borussia Mönchengladbach (4:2) bewies die aufstrebende Hertha vor rund 80 000 Zuschauern, dass sie mittlerweile auch mit Spitzenteams mithalten kann. «Wenn Dortmund die Konterchancen nicht nutzt, sind wir da. Der Punkt ist nicht unverdient», sagte Dardai.
Die Spielgeschichte war eng mit einem Namen verbunden: Salomon Kalou. Der erfahrene Ivorer traf zweimal - es waren seine ersten Saisontore. Dardai hatte schon überlegt, im umgestellten System mit den zwei Stürmern Vedad Ibisevic und Davie Selke zu beginnen. «Ich habe Salomon zu einem Gespräch geholt und darüber mit ihm gesprochen. Er hat gesagt: «Da spiele ich neben Vedad. Trainer, ich kann da spielen»», berichtete Dardai von der Kommunikation. «Er hat ein gutes Spiel und zwei Tore gemacht. Wir sind alle glücklich.»
«Ich habe vor dem Elfmeter nur gedacht: Nach all den verwandelten Strafstößen im Training darfst du den auf keinen Fall verschießen», verriet Kalou seine Gedanken vor dem Ausgleich in der Nachspielzeit. Zuvor hatte der 33-Jährige in der 41. Minute getroffen. Der Doppelpack des jungen Dortmunders Jadon Sancho (27./61.) war damit egalisiert. Im Pokal-Achtelfinale 2016/17 an gleicher Stätte hatte Kalou noch beim entscheidenden Versuch im Elfmeterschießen Nerven gezeigt. «In solchen Augenblicken zählt nur der Moment, das Hier und Jetzt», sagte der Routinier: «Es war wichtig für uns, bei diesem starken Gegner einen Punkt mitzunehmen.»
Mit 16 Punkten bleibt Hertha an der Spitzengruppe dran. «Für uns ist wichtig: Wir haben dieses Jahr nur einmal verloren, das ist ein gutes Gefühl», erklärte Chefcoach Dardai am Sonntag. «Aber zuviel Unentschieden sind auch nicht gut. Jetzt müssen wir diese Unentschieden vergolden», forderte der 42-Jährige: «Das bedeutet: Am Dienstag erstmal im Pokal in Darmstadt weitergehen. Und dann hast du hier zu Hause gegen Leipzig wieder ein Topspiel. Viele Zuschauer werden da sind, die Erwartungen sind groß. Wir sind heimstark. Wenn du dieses Spiel gewinnst, dann sieht es gut aus.»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 29. Oktober 2018 11:05 Uhr

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