Die Würfel sind gefallen: Hertha will neues Stadion

Die Würfel sind gefallen: Hertha will neues Stadion

Hertha BSC treibt seinen Wunsch nach einem neuen Stadion voran. Seinen Mitgliedern präsentieren die Berliner erstmals detaillierte Pläne. Die finanzielle Zukunft sieht der Club positiv.

Flaggen von Hertha BSC

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Flaggen von Hertha BSC wehen vor dem Funkturm.

Hertha BSC hat vor seinen Mitgliedern kräftig für ein neues Stadion geworben und erstmals ein exaktes Zieldatum präsentiert. «25. Juli 2025», stand am Ende eines Videos zur Vorstellung der Pläne. In gut sieben Jahren soll nach Wunsch des Berliner Fußball-Bundesligisten der Ball in einer neuen Arena im Olympia-Park rollen - für diese garantierte der Club erneut eine rein private Finanzierung. Es werde «ein Mix aus Eigenkapital, gesparter Miete, Mehreinnahmen und dem ein oder anderen Sponsor», erläuterte Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller am Montag. Auf eine Kostenprognose wollte er sich öffentlich nicht festlegen lassen. «Jede genannte Zahl wird mich bis 2048 verfolgen», scherzte Schiller. Vergangene Woche hatten Hertha und die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport gemeinsam mitgeteilt, dass sowohl ein neues Stadion als auch der Umbau des Olympiastadions als «technisch realisierbar» erachtet werden.

Hertha will sein eigenes Stadion

Der Club will nach Auslaufen des Mietvertrags im Jahr 2025 in eine neue Arena. «Die Umbaukosten, die in einem denkmalgeschützten Olympiastadion anfallen würden, sind sehr hoch», argumentierte Schiller pro Neubau. Diese Kosten müsste das Land Berlin tragen. Auch Herthas-Aufsichtsratschef Bernd Schiphorst sprach bei der Versammlung in der Messe Berlin «ein klares Votum für die Neubaulösung» aus: «Wir sind von den Plänen sehr beeindruckt.»

Umbau des Aufsichtsrats

Bei der Wahl des neuen Aufsichtsrats erhielt der frühere Präsident Schiphorst einen kräftigen Denkzettel. In der Abstimmung bekam der 75-Jährige erst im zweiten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Die Hertha-Fans werfen ihm unter anderem vor, die Anhänger bei der Organisation des 125. Geburtstags des Vereins zu wenig einbezogen zu haben. Als Aufsichtsräte wurden zudem der frühere Profi Andreas Schmidt, Torsten-Jörn Klein und Scott Körber wiedergewählt. Neu ins Gremium rückt der Unternehmer Klaus Brüggemann. Ein Antrag auf Abberufung von Vize-Präsident Thorsten Manske wegen eines Rechtsstreits mit dem Ex-Profi Maik Franz erhielt deutlich keine Mehrheit.

Keine Spiele im Olympiastadion mehr

Eine Absage erteilte der Club an Forderungen aus der Politik, auch im Falle des Baus einer eigenen Arena noch Spiele im Olympiastadion zu absolvieren. «Das Wort Konkurrenzausschlussklausel ist da relativ deutlich. Wir werden im Gespräch eine Lösung finden», sagte Schiller. Diese Klausel besagt, dass Hertha in einer neuen Arena auf dem Olympia-Gelände beispielsweise keine Konzerte veranstalten dürfte. Berlins Sportsenator Andreas Geisel hatte zuvor gesagt, die Klausel solle auch beinhalten, dass Hertha drei «große Spiele pro Jahr» im Olympiastadion austrägt. Das neue Stadion plant der Club mit einer Bundesliga-Kapazität von 55 500 Zuschauern, berichtete Schiller.

Trotz sportlichem Rückschritt: 2018/19 soll Rekordumsatz bringen

Obwohl der Hauptstadtclub in der Spielzeit 2018/19 nicht in der Europa League spielt, wird auch dank gestiegener TV- und Sponsorengelder mit Erlösen von 131,4 Millionen Euro kalkuliert. Der Gewinn werde den Berechnungen zufolge bei rund 400 000 Euro liegen. Für diese Saison hatte der Verein bis Ende Juni mit einem Umsatz von 122,6 Millionen Euro kalkuliert. Die Zuschauerzahl der abgelaufenen Saison im Olympiastadion betrug lediglich 45 289 pro Partie - ein Rückgang von 5000 im Schnitt. «Wir planen, einen Teil davon wieder aufzuholen», sagte Schiller. Kommende Saison sollen alle Jungen und Mädchen bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres freien Eintritt erhalten. Für die Saison 2018/19 kalkuliert der Club mit 47 400 Besuchern pro Partie.

Dardai: Zeit für mehr Realität

Sportlich warb Trainer Pal Dardai nach dem zehnten Platz in der Bundesliga und dem Aus in der Gruppenphase der Europa League für einen «Tick Realität» in der Bewertung. «Es war eine Saison, die man nicht schlecht reden darf, aber auch nicht schönreden sollte.» Das Team habe eine «gute Basis».
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 15. Mai 2018