Berliner Barrierefreiheit Standards für barrierefreie Webseiten und webbasierte Anwendungen

Aufgrund des Gesetzes zur Förderung des E-Government (E-Government-Gesetz Berlin – EGovG Bln) und des Gesetz über die barrierefreie Informations- und Kommunikationstechnik Berlin (Barrierefreie-IKT-Gesetz Berlin – BIKTG Bln) ist die Berliner Verwaltung verpflichtet, sich bei allen IT-unterstützen Aufgaben nach folgenden rechtlichen Bestimmungen zu richten:

Hier finden Sie weitere Informationen zu wichtigen Gesetzen und Normen für die digitale Barrierefreiheit.

Die folgenden Standards für digitale Barrierefreiheit sind hier etwas ausführlicher beschrieben als in der IKT-Architektur, aber im Wesentlichen identisch.

Prüfstandards

Die webbasierte Software und Webseite muss nach BITV oder gegebenenfalls WCAG in der jeweils aktuellen Version geprüft werden.

Anforderungen an die Webseiten und webbasierte Software

  • Alle Bedingungen der BITV oder gegebenenfalls der Konformitätsstufe AA beim WCAG müssen erfüllt sein. Wenn sie nicht beim Abschluss des Vertrages bzw. der Softwareeinführung erfüllt sind, müssen sie nach Ablauf eines Jahres erfüllt sein.
  • Die unten aufgeführten Berliner Ausschlusskriterien für Berlin müssen bei Abschluss des Vertrages bzw. bei Einführung der Software erfüllt sein.
  • Die Webseite bzw. Software muss durch einen Screenreader vollständig nutzbar sein.
  • Alle Dokumente, die auf der Webseite verwendet werden, müssen barrierefrei sein und den Berliner Standards zur Barrierefreiheit entsprechen.
  • Erstellt die Software Dokumente, müssen diese barrierefrei sein und den Berliner Standards zur Barrierefreiheit entsprechen.

Anforderungen an den Testbericht

  • Der Prüfungsbericht muss auflisten, ob die geforderten Berliner Ausschlusskriterien erfüllt werden. Nutzen Sie Anlage A dafür.
  • Der Prüfungsbericht muss eine Zusammenfassung beinhalten, in der die nicht erfüllten Kriterien benannt werden.
  • Der Bericht muss Lösungsvorschläge beschreiben, wenn diese nicht bereits bei den jeweiligen Prüfungspunkten ausführlich behandelt wurden.

Anforderungen an den Nachbesserungsplan

  • Es muss ein Maßnahmenplan erstellt werden, in dem beschrieben ist, welche Verstöße zu welchem Zeitpunkt beseitigt werden. Bedingungen sollen nach ihrer Gewichtung priorisiert werden.
  • Es muss ein Konzept erstellt werden, in dem erklärt wird, wie Barrierefreiheit im Produktionszyklus berücksichtigt und integriert wird.

Berliner Ausschluss Kriterien (K.O. Kriterien)

Diese Kriterien müssen alle erfüllt sein.Sie heißen K.O. Kriterien, da die Webseiten und webbasierte Anwendungen große Barrieren haben, wenn diese Kriterien nicht erfüllt werden.

  • 1.1.1 Nicht-Text-Inhalte. Alternativtexte für Nicht-Text-Elemente.
  • 1.2.1 Aufgezeichnete Audio- und Video-Dateien
  • 1.2.2 Erweiterte Untertitel (Captions). Aufgezeichnete Videos mit Untertiteln
  • 1.2.3 Audio-Deskription oder Volltext-Alternative
  • 1.3.1 Informationen und Beziehungen
  • 1.3.2 Sinnvolle Reihenfolge
  • 1.4.1 Ohne Farben nutzbar
  • 1.4.3 Kontraste von Texten ausreichend
  • 2.1.1 Tastaturbedienbarkeit
  • 2.1.2 Keine Tastaturfalle
  • 3.2.1 Keine unerwartete Kontextänderung bei Fokus
  • 3.2.2 Keine unerwartete Kontextänderung bei Eingabe
  • 3.3.2 Beschriftungen von Formularelementen
  • 4.1.2 Name, Rolle, Wert

Anlage A: Ausschlusskriterien

In der Anlage A sind die Prüfschritte der Ausschlusskriterien aufgelistet.
Diese Anlage soll als Teil des Prüfungsberichts eingereicht werden.

Anlage A ohne einführenden Text

Anlage A mit einführenden Text