Die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche

Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, 2019.
Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, 2019.
Bild: Museen Treptow-Köpenick

Juni 1933 – “Köpenicker Blutwoche”

Einen Höhepunkt des frühen SA-Terrors in Berlin stellte die „Köpenicker Blutwoche“ Ende Juni 1933 dar. Mehrere hundert SA-Männer verschleppten und folterten bis zu 500 politisch Missliebige, Jüdinnen und Juden, mindestens 23 Menschen starben. Anlass für die gezielten Verhaftungen boten das reichsweite Verbot des „Deutschnationalen Kampfrings“ und der SPD. Im Verlauf der Terroraktion schoss das SPD-Mitglied Anton Schmaus in Notwehr drei SA-Männer nieder, worauf die Gewalt eskalierte. Joseph Goebbels, der als Berliner Gauleiter den Terror in der Reichshauptstadt maßgeblich mitgestaltet hatte, schlachtete den Tod der Parteisoldaten propagandistisch aus und stilisierte sie zu „Blutzeugen“ der NS-Bewegung.

Die Ausstellung in der Gedenkstätte verortet die Ereignisse im überregionalen Kontext der NS-Machteroberung 1933 und zeigt, wie flexibel die Aushandlungsprozesse und Kooperationen zwischen den Gliederungen der NSDAP und den staatlichen Instanzen waren. Zugleich wirkte die Juni-Aktion 1933 als Experimentierfeld für die Genese der Gewalt im Nationalsozialismus. Die NS-Führung war nahezu überrascht, wie weit sie mit Folter und Mord gehen konnte, ohne dass sich ihr Polizei, Justiz und Gesellschaft in den Weg stellten. Ganz im Gegenteil liegt die Bedeutung der „Köpenicker Blutwoche“ gerade im totalen Versagen der Zivilgesellschaft.

Entstehung der Gedenkstätte

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Bild: Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche

Neben der juristischen Aufarbeitung pflegte man in Köpenick schon bald nach Kriegsende die Erinnerung an die Opfer der „Blutwoche“ mit Gedenktagen, Straßenumbenennungen und Erinnerungstafeln. Dabei folgte die DDR-Erinnerungskultur einem „antifaschistischen Narrativ“. Weitere Informationen

Angebote

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Bild: Mikhail Vorobiev, Museen Treptow-Köpenick

Für Schulklassen (Sekundarstufen I und II) und Jugendgruppen bietet die Gedenkstätte eigene Projekttage an. Nach vorheriger Anmeldung werden auch Führungen durch die Dauerausstellung angeboten. Ein Audiowalk "(Ton-)Spuren der Gewalt" und eine Interaktive Karte laden zu einem Spaziergang ein. Weitere Informationen

Materialien

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Bild: Museen Treptow-Köpenick

Handreichungen wie die Publikation „Gedenk- und Erinnerungsorte der Köpenicker Blutwoche“ der Museen Treptow-Köpenick stehen hier zum Download zur Verfügung. Außerdem findet sich hier eine Übersicht der Forschungsliteratur. Weitere Informationen

Archiv

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Bild: Museen Treptow-Köpenick

In dem Archiv der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche finden sich Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Akten des Gerichtsprozesses gegen die Täter von 1950 sowie eine Sammlung der Reaktionen der Öffentlichkeit und Rezeption der “Köpenicker Blutwoche”. Weitere Informationen

Kuratorium

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Bild: styleuneed / Fotolia.com

Um die Gedenkstätte als zentralen Ort der bezirklichen Erinnerungskultur und historischen Bildungsarbeit für die Zukunft langfristig zu sichern und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, fasste die Bezirksverordnetenversammlung 2015 den Beschluss, zur Einrichtung eines Kuratoriums. Weitere Informationen