Frauenpreis - Preisträgerinnen

2019: Ärztin Dr. Annelies Roloff & Umweltaktivistin Doris Nabrowsky ausgezeichnet

Bildvergrößerung: Frauenpreis 2019 - Dr. Annelies Roloff und Doris Nabrowsky
v.l. Dr. Annelies Roloff und Doris Nabrowsky
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Als Hausärztin kümmert sich Dr. Annelies Roloff in ihrer Praxis am Fennpfuhl Tag für Tag um viele ihrer knapp 4.000 Patientinnen und Patienten. Und das, obwohl sie mit 82 Jahren schon längst ihren verdienten Ruhestand genießen könnte. Zudem bietet sie in ihrer Praxis als erste in ganz Deutschland eine arztpraxisinterne Sozialberatung in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein „Soziale Gesundheit“ an. Der Verein unterstützt dort, wo es über medizinische Kompetenz hinausgeht: bei drückenden sozialen Fragen.
Denn viele von Dr. Rohloffs Patientinnen und Patienten sind ältere Menschen, die sich mit ihren Sorgen und Ängsten zuerst an ihre Hausärztin wenden. Um dem gerecht werden zu können und älteren Menschen den Zugang zu sozialen und gesundheitlichen Leistungen zu sichern, wurde der Verein „Soziale Gesundheit e.V.“ gegründet. „Für ihr soziales Engagement und ihre mehr als 50-jährige Tätigkeit als Ärztin in Lichtenberg zeichnen wir Dr. Anneliese Roloff mit dem Lichtenberger Frauenpreis 2019 aus“, begründet Lichtenbergs Bezirksbürgermeister und Jurymitglied Michael Grunst (Die Linke) die Wahl.

Und weil es in Lichtenberg noch mehr aktive Frauen gibt, die beispielgebend in ihrem Engagement sind, hat der Bezirk in diesem Jahr eine zweite Preisträgerin geehrt: Doris Nabrowsky. Bis März 2018 war sie im Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg als Fachbereichsleiterin Naturschutz und Landschaftsplanung tätig. Schon früh engagierte sie sich nachhaltig für Umwelt und Naturschutz in der DDR und wurde damit ein aktiver Teil der damaligen Demokratiebewegung. Bis heute setzt sie sich in ihren Ehrenämtern für das Recht der Menschen auf ein Leben in einer gesunden Umwelt ein. Schon 1980 bis 1990 hat sie mit viel Fingerspitzengefühl ehrenamtliche Strukturen im Naturschutz der ehemaligen DDR aufgebaut und dabei wegen ihrer ablehnenden Haltung zu den politischen Organisationen auch Nachteile in ihrer beruflichen Entwicklung in Kauf genommen.
Ihr Bestreben, in Nähe der Großsiedlungen Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf siedlungsnahe Grün- und Freiflächen zu entwickeln, ist besonders wichtig, um auch für sozial benachteiligte Menschen eine wohnortnahe lebenswürdige Umwelt zu schaffen. Die Leistungen von Doris Nabrowsky insbesondere für den urbanen Umwelt- und Klimaschutz, sind bedeutend für die Geschlechtergerechtigkeit. Denn von den gesundheitlichen Auswirkungen der Umwelt- und Klimaveränderungen sind benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Alleinerziehende, Migrantinnen und ältere Frauen stärker betroffen. Sie können sich bedingt durch geringere eigene Ressourcen einem ungesunden Wohnumfeld nicht entziehen. Für sie sind die Entwicklung und der Erhalt einer intakten gesunden Umwelt, besonders in ihrem direkten Wohnumfeld, eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Und auch in persönlicher Hinsicht ist Doris Nabrowsky ein Vorbild. Als transidenter Mensch hat sie ihr Schicksal öffentlich gemacht: Seit März 2017 lebt Doris Nabrowsky als Frau. Sie teilt das Schicksal mit vielen Transgendern ihrer Generation, die sich aus Angst vor Verfolgung oder Benachteiligung nicht in jüngeren Lebensjahren geoutet haben. Sie geht damit sehr offensiv um, was die Aufmerksamkeit der Medien nach sich zog. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung des Verständnisses dieser Thematik in der Öffentlichkeit.

Bezirksbürgermeister Michael Grunst gratulierte beiden Preisträgerinnen mit der erstmals vergebenen, von der Künstlerin Miriam Sachs konzipierten, gläsernen Frauenpreisskulptur: „Ich danke beiden Preisträgerinnen ganz herzlich für Ihr Engagement – eine Ärztin die sich seit so vielen Jahren im Bezirk für Kranke und das Lösen deren sozialer Probleme einsetzt und eine transidente Umweltaktivistin. Die beiden Damen zeigen einmal mehr wie vielfältig Lichtenberg ist.“

2018: AG Netzwerk Alleinerziehende in Lichtenberg Evelyn Ulrich Verein für ambulante Versorgung Hohenschönhausen e.V., Nicole Trieloff Christliches Sozialwerk Berlin e.V. , Marion Scheidler Arbeiter Wohlfahrt Süd Ost-

Bildvergrößerung: v.l.n.r.: Bezirksbürgermeister Michael Grunst, Marion Scheidler, Nicole Trieloff, Evelyn Kundel und die Gleichstellungsbeauftragte Majel Kundel
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Die Auszeichnung erhielt im Jahr 2018 die Arbeitsgruppe Fachtag Alleinerziehende des Lichtenberger Netzwerkes für Alleinerziehende im Rahmen einer Festveranstaltung. In seiner Laudatio erklärte Michael Grunst dazu: „Das „Lichtenberger Netzwerk für Alleinerziehende“ hat auf die tatsächliche Situation Alleinerziehender aufmerksam gemacht und den Handlungsbedarf sowohl gesellschaftlich als auch fachlich konkret und fundiert begründet. Sie Drei schaffen es in vorbildlicher Art und Weise, die vielfältigsten Formen von Familie anzuerkennen. Außerdem benennen Sie die alltäglichen Herausforderungen und Probleme von Alleinerziehenden und suchen nach konkreten und schnellen Lösungen für sie.“ Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) überreichte den Preis in Form einer Urkunde und eines Schecks im Werte von 500 Euro.

2017: Frauen Technik Zentrum Hohenschönhausen e.V., Audrey Hoffmann und Michaela Grote

Bildvergrößerung: 2017 Frauenpreis
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Das Bezirksamt Lichtenberg ehrte anlässlich des Internationalen Frauentages 2017 besonderes Engagement für die Gleichberechtigung der Geschlechter erstmal mit einem „Lichtenberger Frauenpreis“.

Michael Grunst (Die Linke): „Ich gratulieren dem Team um Michaela Richter und Audrey Hoffmann sehr herzlich. Das FrauenTechnikZentrum Berlin ist seit 26 Jahren in Hohenschönhausen für die Integrationen von Frauen in den Arbeitsmarkt und für deren berufliche Weiterbildung in den neuen Informationstechnologien tätig. Die Preisträgerinnen folgten damit der Tradition, die ab 1987 mit der Gründung der FrauenTechnikZentren zur Vermittlung von EDV-Kenntnissen, zunächst in Hamburg, dann bundesweit begonnen hatte und gründeten eine der ersten Einrichtungen dieser Art in den neuen Bundesländern.“

Mit der öffentlichen und politischen Würdigung des besonderen Engagements standfester Persönlichkeiten trägt das Bezirksamt dazu bei, Geschlechtergerechtigkeit zu fördern und Erreichtes bei der Gleichstellung von Frauen und Männern zu bewahren.