173. Kiezspaziergang

Vom Hubertus-Sportplatz zum S-Bahnhof Hohenzollerndamm

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann

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Karte Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, ML

Treffpunkt: Bushaltestelle Herthastraße, Bus M 29 und 110
Länge : ca. 1,7 km

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Start, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Herzlich willkommen zu unserem 173. Kiezspaziergang. Er führt uns durch die Ortsteile Grunewald und Schmargendorf. Zuerst gehen wir auf den Hubertus-Sportplatz. Von dort geht es durch die Reinerzstraße zur Botschaft des Staates Israel. Gegenüber befindet sich der Grunewald-Tennisclub mit dem sternegekrönten Restaurant von Sonja und Peter Frühsammer in der ehemaligen Villa der Schauspielerin Fritzi Massary. Auf der anderen Seite des Flinsberger Platzes werden wir herausragende Architektur aus den dreißiger Jahren von Hans Scharoun sehen. Am Hohenzollerndamm stoßen wir dann auf ein wichtiges Denkmal deutscher Industriegeschichte, dem Areal der ehemaligen AEG. Unser heutiger Spaziergang endet am S-Bahnhof Hohenzollerndamm.

Doch bevor wir beginnen, möchte ich Ihnen den Treffpunkt unseres Spaziergangs im Juni mitteilen. Wir treffen uns wie immer am zweiten Samstag im Monat, dies ist der 11. Juni, um 14 Uhr, dies Mal vor dem Haus in der Ahornallee 4. Die nächste Bushaltestelle ist am Spandauer Damm gegenüber von den DRK-Kliniken Berlin-Westend. Sie erreichen sie mit dem Bus M 45. Von der Ahornallee 4 aus erkunden wir die Villenkolonie Westend, auch Alt-Westend genannt, die dieses Jahr 150 Jahre alt wird.

Hier in der Herthastraße 25 A befindet sich der Seniorenclub Herthastraße.

Station 1: Herthastraße 25 A / Seniorenclub Herthastraße

Der Seniorenclub Herthastraße ist eine Begegnungsstätte für ältere Menschen in bezirklicher Trägerschaft. Hier treffen sich Gleichgesinnte meist einmal in der Woche, um gemeinsam ihren Interessen nachzugehen. Das können z.B. Foto- oder Computerkurse sein, aber auch Sport, Tanz, Vorträge, Lesungen, ein Konzert oder Ähnliches. Vor oder nach den Kursen und Veranstaltungen sitzt man dann gern noch zusammen, trinkt gemeinsam Kaffee oder anderes und pflegt die Geselligkeit. Viele Ehrenamtliche sorgen dafür, dass die Angebote in dieser Breite durchgeführt werden können.

In der Regel ist der Seniorenclub montags bis freitags zwischen 10:00 und 18:00 Uhr geöffnet und ist rollstuhlgerecht eingerichtet. Im Juli 2015 hat die Wilmersdorfer Seniorenstiftung die Leitung und Verwaltung des Seniorenclubs Herthastraße übernommen. Die Wilmersdorfer Seniorenstiftung wurde 1996 vom Bezirksamt Wilmersdorf gegründet.

Wir gehen nun auf den Hubertus-Sportplatz und treffen uns vor dem Clubhaus an der Gedenktafel:

Station 2: Hubertus-Sportplatz

Clubhaus Berliner Sport Club, Kiezspaziergang 14.5.2016
Clubhaus Berliner Sport Club, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Der Sportplatz wurde 1924/25 von der Firma Ludwig Späth errichtet. Bereits 1937 war er 64.194m² groß. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1953, wurden die Spielfelder vom Hochbauamt neu angelegt und Wohn- und Umkleidebaracken errichtet. Heute gibt es auf der Anlage vier Sportplätze. Platz 2 wurde 2015 für € 865.000,- mit einem Vollkunststoffrasen ausgestattet. Mit weiteren € 150.000,- aus SIWA-Mitteln (Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt) konnte zudem die Trainingsbeleuchtungsanlage neu gebaut werden. Außerdem gibt es 1 Kugelstoßanlage, eine Leichtathletikanlage und zwei Funktionsgebäude.

Bevor ich auf den Berliner Sport-Club eingehe, noch ein kleiner Exkurs zur Beziehung zwischen BSC und Hertha BSC, denn das „BSC“ bei Hertha BSC kommt vom Berliner Sport-Club. 1923 hatte der BSC die Fußballabteilung von Hertha 92 aufgenommen, da Hertha 92 wegen illegaler Gelder vom Spielbetrieb ausgeschlossen worden war. Die Fußballabteilung trug fortan den Namen Hertha BSC und erreichte sechsmal in Folge (1926 bis 1931) das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. In den beiden letzten Jahren (1930 und 1931) errang Hertha BSC seine beiden bisher einzigen Titel als Deutscher Fußballmeister. Unmittelbar nach der ersten Meisterschaft trennten sich die Herthaner wieder vom Berliner SC, der also Teilhabe am Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1930 hatte. Hertha durfte das „BSC“ behalten.

Der Berliner Sport-Club wurde 1895 gegründet, hat 3000 Mitglieder und 17 Abteilungen, und zwar: Aerobic, Ausgleichssport, Badminton, Basketball, Fußball, Gymnastik, Handball, Hockey, Kick-Boxen, Leichtathletik, Rugby, Schwimmen, Sport und Kitas, Tennis, Tischtennis, Tradition, Volleyball.

2002 wurde der BSC frauen- und kinderfreundlichster Verein in Berlin. 2003 wurde der BSC familienfreundlichster Verein in Berlin. 2006 erhielt der BSC die Auszeichnung für die beste Jugendarbeit.

Wir stehen hier vor dem Vereinsheim des Berliner Sport-Clubs, der den Hubertus-Sportplatz hauptsächlich nutzt. Zudem wird der Sportplatz von den anliegenden Schulen genutzt. Das sind die Grunewald-Grundschule in der Delbrückstraße 20A, das Hildegard-Wegscheider-Gymnasium in der Lassenstraße 16-20, das Walther-Rathenau-Gymnasium in der Herbertstraße 2-6 und das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster, von dem wir nachher noch mehr hören werden.

Vor uns ist die Gedenktafel des Berliner Sport-Clubs für die vom Nationalsozialismus verfolgten Sportler und Sportlerinnen. Darauf steht:

Zum Gedenken an diese ehemaligen Mitglieder des Berliner Sport-Clubs und an viele andere, deren Namen und Schicksale uns unbekannt sind. Von den Befürwortern der nationalsozialistischen Rassentheorie wurden sie 1933 aus dem Club gedrängt. Alle wurden diffamiert, viele mussten aus ihrer Heimat fliehen, einige wurden ermordet.

Ein Schicksal sei herausgegriffen: Die deutsche Leichtathletin Lilli Henoch wurde am 26. Oktober im Königsberg geboren. Mit 19 Jahren zog sie nach Berlin und studierte dort Sport und Orthopädie. Sie arbeitete danach als Turnlehrerin. Henoch war ab 1919 Mitglied der Leichtathletiksparte des Berliner Sport-Clubs (BSC) und wurde zwischen 1922 und 1926 in den Disziplinen Kugelstoßen, Diskuswurf, Weitsprung sowie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel des BSC zehnfache Deutsche Meisterin. In dieser Zeit stellte sie auch vier Weltrekorde auf. Daneben zählte sie auch im Hockey und Handball zur Elite. Innerhalb des Sportklubs übte sie bis 1933 leitende Funktionen aus. Im Januar 1933 vertraute man ihr die Leitung der Damenabteilung an. Im Herbst 1933 wurde Henoch in vorauseilendem Gehorsam aus dem Berliner SC ausgeschlossen. Sie trat dem „Jüdischen Turn- und Sportclub 1905“ bei und gründete eine Handball-Mannschaft. 1938, nach der Reichspogromnacht, musste sie ihre Arbeit aufgeben. Obwohl sie Angebote aus den USA und den Niederlanden als Trainerin hatte, beschloss sie bei ihrer Mutter und ihren Schülern und Schülerinnen in Berlin zu bleiben. 1942 wurde sie deportiert und in Riga erschossen.

Wir gehen nun an der Treppe rechts neben dem Clubhaus wieder auf die Straße und dann links zur Kurt-Weiß-Sporthalle an der Ecke Reinerz-/Franzensbader Straße. Versäumen Sie es nicht, auf dem Weg einen Blick rechts auf den Hubertussee zu werfen. Ich werde bei unserer nächsten Station etwas zu den Grunewaldseen sagen.

Station 3: Reinerz- / Ecke Franzensbader Straße

Hubertussee, Kiezspaziergang 14.5.2016
Hubertussee, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Station 3.1: Hubertussee
Der Hubertussee ist einer von vier künstlichen Seen innerhalb des Nebenarmes einer Glazialen Rinne (Grunewaldseenkette), hat 23.500 m² Wasseroberfläche und ist 3,90 m tief. Im See liegt eine kleine Insel. Wie die drei weiteren kleinen Seen in unmittelbarer Nachbarschaft, Herthasee, Koenigssee und Dianasee, zählt auch der Hubertussee nicht zu den ursprünglichen Seen der Grunewaldkette, sondern wurde 1889 zur Trockenlegung des sumpfigen Gebietes beim Bau der Villenkolonie Grunewald ausgehoben. Die eiszeitliche Abflussrinne lässt sich an vielen Stellen noch erkennen, z.B. an den Böschungen des Hubertussportplatz oder an den abschüssigen Liegewiesen des Sommerbads Wilmersdorf in der Forckenbeckstraße. Diese Rinne der Grunewaldseenkette setzt sich bis zum Volkspark Wilmersdorf fort. Gespeist wird der Hubertussee vom Herthasee, mit dem er durch einen Graben direkt verbunden ist. Hier führt auch die Wanderroute ‘Kleine Grunewaldseen’ entlang. Informationen zu der Wanderroute finden Sie auf der Internet-Seite unseres Umwelt- und Naturschutzamts.

Die Gründungsväter der Kolonie Grunewald nannten den See nach dem Schutzpatron der Jagd, dem Heiligen Hubertus. Die Hubertusallee ist Teil des früheren Reitweges, auf dem die Kurfürsten vom Berliner Stadtschloss über den Kurfürstendamm zur Jagd in den Grunewald und zum Jagdschloss Grunewald ritten.

Wie fast alle Berliner Seen gehören der Hubertussee und seine Nachbarn zu den Angelgewässern und werden regelmäßig mit Fischen besetzt. Man findet dort Weißfische, wie Plötze, Schleie und Karausche. Um den Wasserstand und die Wasserqualität der Seenkette zu stabilisieren, wird die Grunewaldseenkette mittels vier Pumpwerken über Verbindungsgräben und Rohrleitungen von See zu See mit gereinigtem Wannseewasser versorgt. Alle Seen der Kleinen Grunewaldseenkette dienen seit ihrer Entstehung zur Straßenentwässerung des umliegenden Stadtgebiets. Da dieses Wasser stark verschmutzt ist besteht in den Seen Badeverbot.

Station 3.2: Kurt-Weiß-Sporthalle
1997 wurde die Kurt-Weiß-Sporthalle eröffnet. Bei dem Bau der Sporthalle fand man Reste aus dem Zweiten Weltkrieg, eine Flak-Stellung, Laufgräben und Munitionsbunkern. Die Kurt-Weiß-Sporthalle wird vom Schul- und Vereinssport gleichermaßen genutzt und hat unter anderem eine spezielle Hallenhockey-Ausstattung.

Namensgeber ist Kurt Weiß, genannt Kutti Weiß. Er wurde am 30.3.1906 geboren und starb am 29. Mai 1995. Er war Hockeyspieler und spielte ab 1919 für den Berliner Sport-Club, der 1937 den ersten Deutschen Meistertitel überhaupt gewann und im Jahr darauf den Titel verteidigte. Von 1927 bis 1938 spielte er zudem in der Deutschen Hockeynationalmannschaft. Auch bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin war er dabei. Unter anderem erzielte er den einzigen deutschen Treffer im Finale gegen die damals als unschlagbar geltende indische Hockeymannschaft. Das Spiel endete mit 1:8 und die deutsche Mannschaft gewann die Silbermedaille. Insgesamt war Kutti Weiß vierzigmal Hockey-Nationalspieler.

Neben seiner Hockey-Karriere war Kutti Weiß auch als Leichtathlet erfolgreich. 1927, 1929 und 1930 gewann er den Deutschen Meistertitel. 1927 und 1929 stellte Weiß im Zehnkampf jeweils einen deutschen Rekord auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kutti Weiß als Hockeytrainer, unter anderem für die Nationalmannschaft, tätig.

Station 3.3: Franzensbader Straße 17
Hier schräg gegenüber steht ein interessantes Landhaus. Es wurde 1939 von Hans Baier und Konrad Fleck gebaut und steht unter Denkmalschutz. Bauherrin war Gertrud Schmiedchen.

Station 3.4: Franzensbader Straße / Herkunft des Namens
Franzensbad ist ein böhmischer Kurort und liegt heute in der tschechischen Republik. Er wurde 1793 mit Förderung durch Kaiser Franz II. angelegt, daher auch der Name Franzensbad. Die Straße hat ihren Namen seit 1891.

Station 3.5: Reinerzstraße / Herkunft des Namens
Die Reinerzstraße ist ebenfalls seit 1891 nach dem niederschlesischen Kurort Bad Reinerz benannt, der heute im südwestlichen Polen liegt und 1324 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Er gehört zu einem der ältesten Kurorten Niederschlesiens. Die Stadt hat zahlreiche Renaissance- und Barockbauten. Bekannt war Bad Reinerz Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund seiner natürlichen Kohlensäurebäder, mit denen koronare Erkrankungen behandelt wurden. Auch Wintersport ist dort möglich.

Station 4: Gegenüber der Lettischen Botschaft / Reinerzstraße

Reinerzstr. 15-38, Kiezspaziergang 14.5.2016
Reinerzstr. 15-38, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Station 4.1: Lettische Botschaft
Lettland ist einer der baltischen Staaten und liegt zwischen Litauen und Estland an der Ostsee. Hauptstadt ist Riga. Seit 2004 ist Lettland Mitglied der Europäischen Union und seit 2014 Mitglied der Eurozone. 2015 hatte Lettland erstmals den Vorsitz im europäischen Rat. Lettland hat ca. 2 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen. Davon gehören 38% einer ethnischen Minderheit an, 27% sind Russen.

Station 4.2: Reinerzstraße 15-38
Hier in der Reinerzstraße 15-38 gibt es zwei Siedlungsanlagen von Albert Gessner. Albert Gessner wurde am 19. März 1868 in Aue geboren und starb am 2. Juni 1953 in Berlin. Er wurde bekannt wegen seiner großstädtischen Mietshäuser, wozu er auch ein Standardwerk geschrieben hat, was in unserer Verwaltungsbibliothek steht. Sein erster Bauauftrag war 1904 ein Mietshaus mit 15 Wohnungen in der Mommsenstraße 6, das auch heute noch steht. Die meisten seiner Bauten sind in Sachsen und in Berlin sowie im Berliner Umland und stehen fast alle unter Denkmalschutz. Diese beiden Anlagen hier sind im Gegensatz zu den Mietshäusern etwas idyllischer. Sie wurden 1920 gebaut und gehören damit zu den frühesten Kleinsiedlungen der Weimarer Zeit. Die sechs Gebäude mit Ein- und Zweizimmerwohnungen sind hufeisenförmig angeordnet und um Hofbereiche mit Kiefern gruppiert. Die künstlerische Wirkung steigert Gessner nicht durch eine einheitliche Gestaltung, sondern durch die Individualisierung der einzelnen Bauten. Sie unterscheiden sich durch Dachhäuschen, Zwerchgiebel, Schleppgauben, Fenstertüren etc. Wichtig für den Charakter der Bauten sind auch Material und Farbe – so z.B. das Grün und Weiß der Fenstersprossungen und das Grün der Läden.

Wir gehen nun ein Stück weiter bis zu der nächsten Siedlung Reinerzstraße 1-14

Station 5: Reinerzstraße 1-14

Reinerzstr. 1-14, Kiezspaziergang 14.5.2016
Reinerzstr. 1-14, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Die jüngere Siedlung, Reinerzstraße 1-14, wurde 1924/25 durch die Heimstätten-Siedlung Berlin-Wilmersdorf errichtet. Die Individualisierung der Gessnerschen Bauten ist bei diesen Gebäuden zugunsten einer einheitlichen Formensprache zurückgenommen. Jede Wohnpartei hat einen eigenen Kleingarten. Der Hof kann von allen genutzt werden.

Wir gehen nun vor bis zur Ecke Flinsberger Platz / Auguste-Viktoria-Straße

Station 6: Auguste-Viktoria-Straße 74

Seit 1965 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen dem Staat Israel und Westdeutschland. Die Einweihung dieses neuen Botschaftsgebäudes fand am 9. Mai 2001 statt.

Es gibt zwei bedeutende Bauten auf dem Botschaftsgelände, die Botschaft selbst und die Residenz des Botschafters. Die Residenz ist das denkmalgeschützte Gebäude rechts und war einmal die Villa des früheren jüdischen Kommerzienrats Hermann Schöndorff. Die Villa wurde 1929–1930 von Philipp Schaefer, dem Architekten des Karstadt-Baubüros, entworfen. Die Fassade ist aus Muschelkalk. Infolge der Machtergreifung der Nationalsozialisten war die Familie Schöndorff gezwungen, das Wohnhaus zu verkaufen und 1934 aus Deutschland nach Paris zu emigrieren. Später gehörte das Haus dem Diakonischen Werk, das dort die Berufsfachschule Oberlin-Seminar einrichtete. 1998 erwarb der Staat Israel die Villa und das circa 9.000 Quadratmeter große Grundstück. Das Innere der Botschaftervilla wurde umgestaltet nach Entwürfen von Esther Bachrach Yaacobi.
Die Botschaft selbst steht links daneben. Das Gebäude wurde 1999–2001 von der israelischen Architektin Orit Willenberg-Giladi, Tochter des Überlebenden des KZs Treblinka, Samuel Willenberg, in Zusammenarbeit mit dem Berliner Architekten Wolfgang Keilholz entworfen. Die Botschaftsfassade besteht aus sechs Elementen und ist in Anlehnung an die Residenz ebenfalls mit Muschelkalk verkleidet.

Über die Bedeutung der sechs Elemente der Botschaftsfassade schrieb der Tagesspiegel bei der Einweihung der Botschaft am 9. Mai 2001:

Zwar hat sie [die Architektin] sich stets geweigert, den sechs Elementen der Botschaftsfassade eine feste Interpretation zukommen zu lassen – die meisten Interpreten sahen darin die sechs Millionen getöteten europäischen Juden. Doch tatsächlich hat sie ihren Eltern damit ein großes Geschenk gemacht, wie ihre Mutter sagt: Die sechs Elemente stehen für die vier Großeltern und die beiden Tanten, die die 41 Jahre alte Architektin nie treffen konnte, weil sie von den Nazis ermordet worden waren.

Wir gehen nun auf den Vorplatz von Frühsammers Restaurant.

Station 7: Flinsberger Platz 8 / Grunewald-Tennisclub und Frühsammers Restaurant

Flinsberger Platz 8 / Grunewald-Tennisclub und Frühsammers Restaurant, Kiezspaziergang 14.5.2016
Flinsberger Platz 8 / Grunewald-Tennisclub und Frühsammers Restaurant, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Hier ist der Grunewald-Tennisclub mit 13 Tennisplätzen beheimatet. Der Club ist mehr als 75 Jahre alt und hat über 850 Mitglieder. Ich begrüße neben mir die beiden Damen, Frau Berlien, Präsidentin des Grunewald-Tennisclubs, und Frau Markus, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Frau Berlien wird uns gleich mehr zum Grunewald-Tennisclub sagen wird.

Das Clubhaus, vor dem wir stehen, gehörte früher der österreichischen Sängerin und Schauspielerin Fritzi Massary, Jahrgang 1882. 1904 wurde sie vom Metropol-Theater in Berlin engagiert. Hier gelang ihr der künstlerische Durchbruch als Sopranistin. Sie trat in zahlreichen Operetten von Paul Lincke und Victor Hollaender auf. Ab 1912 spielte sie praktisch nur noch Hauptrollen und war die berühmteste Operettensängerin ihrer Zeit. 1932 musste sie vor den Nazis fliehen, was das Ende ihrer Karriere bedeutete. 1939 ging sie zu ihrer Tochter in die USA und lebte, ohne Comeback, bis zu ihrem Tode 1969 in Beverly Hills.

Zu dem Gebäude haben wir leider nichts gefunden. Vielleicht kann uns Frau Berlien etwas dazu sagen.

2005 übernahmen Sonja und Peter Frühsammer den kulinarischen Teil des Tennisclubs und gründeten hier 2007 Frühsammers Restaurant. Ich begrüße neben mir Peter Frühsammer.

Den ersten Stern erkochte sich Peter Frühsammer 1985 in seinem Restaurant an der Rehwiese in Nikolassee, 2014 hat seine Frau Sonja Frühsammer einen Michelin-Stern erhalten. Gleichzeitig wurde sie letztes Jahr zur besten Köchen Berlins gewählt, das erste Mal, dass eine Frau diese Auszeichnung erhält. Herzlichen Glückwunsch an das Ehepaar Frühsammer für diese herausragende kulinarische Leistung und ein herzliches Willkommen in unserer Runde.

Nun geht das Mikrofon an Frau Berlien!
Vielen Dank, Frau Berlien!

Reichen Sie das Mikrofon gleich an Herrn Frühsammer weiter.
Vielen Dank, Herr Frühsammer!

Wir gehen nun ein Stück weiter auf den Flinsberger Platz.

Station 8: Flinsberger Platz / Kudowastraße

Station 8.1: Flinsberger Platz / Herkunft des Namens
Bad Flinsberg liegt in Niederschlesien und ist eine Kurstadt mit 4.500 Einwohnern. Sie wurde im 14. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt, ihre Quellen im 16. Jahrhundert. 1763 wurde Bad Flinsberg als Heilbad anerkannt. Seit 1945 gehört es zu Polen.

Station 8.2: Flinsberger Platz 3 / Kudowastraße 15 / Miethaus von Hans Scharoun und Adolf Rading
Das denkmalgeschützte Haus wurde 1931 von Hans Scharoun und Adolf Rading entworfen. Es ist im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut. In dieser Zeit baute Hans Scharoun am Kaiserdamm, Hohenzollerndamm und Flinsberger Platz luxuriöse Appartementhäuser, deren Zielgruppe Ehepaare ohne Familie und beruflich stark beanspruchte Junggesellen waren. Bauherr war der Architekt Georg Jacobowitz. Die Firma des Bauunternehmers entwickelte die Grundrisse zu den einzelnen 35-70 m² großen Wohnungstypen.

Station 8.3: Kudowastraße / Herkunft des Namens
Die Kudowastraße geht von der Paulsborner Straße zum Flinsberger Platz. Sie ist seit 1891 nach Bad Kudowa benannt, einem Heilbad in Niederschlesien an der tschechischen Grenze. Kudowa entstand im 16. Jahrhundert als Kolonie böhmischer Protestanten. Auch dieses Heilbad soll vor allem Herz-Kreislaufkrankheiten heilen. Heute liegt Kudowa in Polen.

Wir gehen nun bis zur Warmbrunner Straße 25.

Station 9: Warmbrunner Straße 25

Mensa des Ev. Gymnasiums Zum Grauen Kloster, Kiezspaziergang 14.5.2016
Mensa des Ev. Gymnasiums Zum Grauen Kloster, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Station 9.1: Warmbrunner Straße / Herkunft des Namens
Die Warmbrunner Straße hat ihren Namen seit 1898 und ist nach dem niederschlesischen Heilbad Bad Warmbrunn benannt. Wie der Name schon andeutet, stammt er von einer heißen Quelle in dem Ort. Warmbrunn liegt am Fuße des Riesengebirges und ist heute ein Stadtteil von Jelenia Góra (deutsch: Hirschberg). Warmbrunn ist schon seit dem 13. Jahrhundert wegen seiner radiumaktiven, heißen Schwefelquellen als Heilbad bekannt.

Station 9.2: Warmbrunner Straße 25-27 / Mensa des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster
Bevor wir Näheres zum Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster hören, möchte ich Ihnen die neue Mensa des Gymnasiums vorstellen. Sie wurde 2012 von den Architekten Daniel Rozynski und Susanne Sturm als freistehendes Gebäude entworfen und ist über den Schulgarten und von der Warmbrunner Straße aus zu erreichen.

Das Haus hat einen Kern aus Stahlbeton. Die Außenwandverkleidung besteht aus Lärchenholz und wärmedämmenden Materialien. Die Küche und die eigentliche Mensa sind im Erdgeschoss untergebracht. Bei gutem Wetter kann man auch auf der Terrasse sitzen. Diese hat ein Vordach, so dass man im Sommer im Schatten sitzen kann. Auch ein Nussbaum spendet Schatten. Im Winter dagegen ist die Mensa sonnendurchflutet, was zu einer Verringerung der Energiekosten führt. Im Obergeschoss sind mehrere Gruppenräume, ein Seminarraum und die Schulbibliothek untergebracht. Die alte Schulbibliothek des Gymnasiums mit einem wertvollen Altbestand befindet sich allerdings nicht in diesem Gebäude. Vor dem Zweiten Weltkrieg umfasste sie 45.000 Bände. Nach Kriegsverlusten sind davon noch etwa 14.000 Bände des 15. bis 20. Jahrhunderts erhalten. Sie werden zurzeit als Leihgabe in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin verwahrt.

Station 9.3: Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster
Das Gymnasium zum Grauen Kloster, in früheren Jahrhunderten Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster, seit 1963 Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster ist das erste und älteste Berliner Gymnasium. Der Name rührt daher, dass sich die ersten Räume der im 16. Jahrhundert gegründeten Schule im ehemaligen Grauen Kloster hinter dem Roten Rathaus befanden. Die Gebäude des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Kirchenruine existiert hingegen heute noch als Denkmal und wird zu Ausstellungen genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das Gymnasium mehrmals umziehen, ehe es mit dem Evangelischen Gymnasium vereint wurde und in der Salzbrunner Straße 41-47 seinen heutigen Standort gefunden hat. Das Gebäude ist ein ausgebranntes ehemaliges Verwaltungsgebäude, das mit Mitteln des Marshallplans wieder aufgebaut wurde. Es war 1927 bis 1928 nach Plänen von Paul E. Hoppe gebaut worden.

Das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster wird ab der 5. Klasse besucht. Es hat eine protestantische, altsprachliche Ausrichtung; ab der 5. Klasse gehören Latein und Englisch zu den Pflichtfächern und ab der 8. Klasse Altgriechisch. Ab der 9. Klasse gibt es die Möglichkeit, Französisch zu lernen, ab der 10. Klasse Hebräisch. Im Abitur wird auch eine Altsprache, Latein oder Altgriechisch, als Pflichtprüfungsfach verlangt. Es ist also möglich, die Schule mit den drei Abschlüssen Hebraicum, Latinum und Graecum zu verlassen. Anders als an staatlichen Oberschulen ist Evangelische Religionslehre von Schulbeginn bis zum Abitur ein Pflichtfach. Alle Schüler/innen besuchen auch die wöchentliche Schulandacht am Mittwochmorgen. Schon seit Ende der 1960er Jahre gehört zur Schullaufbahn am Grauen Kloster das Sozialpraktikum im elften Schuljahr; die Schüler/innen betreuen dabei chronisch kranke, alte oder behinderte Menschen.

Hier noch einige Namen bekannter Schüler und Schülerinnen: Johann Gottfried Schadow (1764–1850), Architekt; „Turnvater“ Jahn (1778-1852), Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), Johann Georg Halske (1814-1890) Unternehmer von Siemens & Halske, Lothar de Maizière (1940), Ulrich Matthes, (1959) Schauspieler. Aber auch das Mitglied der RAF Jan-Carl Raspe (1944–1977) ging hier zur Schule.

Wir gehen jetzt vor zur Salzbrunner Straße und halten an der Nummer 42. Von dort aus können wir noch einmal einen anderen Blick auf das Gebäude des Gymnasiums werfen.

Station 10: Salzbrunner Straße 42

Station 10.1: Salzbrunner Straße / Herkunft des Namens
Seit 1891 heißt die Salzbrunner Straße nach dem Kurort Bad Salzbrunn in Niederschlesien. Der Ort wird 1221 als „Salzborn“ erstmals urkundlich erwähnt. Schon 1318 gab es eine Pfarrkirche und ein Hospital für Leprakranke, die die Heilquellen nutzten. Im 18. Jahrhundert erlangte die Hausweberei an Bedeutung; für das Jahr 1735 sind 42 Hausweber verzeichnet. Die Entwicklung zum Kurbad erfolgte erst ab 1815, als es in die preußische Provinz Schlesien integriert wurde. Heilungserfolge erhoffte man sich insbesondere bei Erkrankungen der Atemwege. Zu den bekanntesten Kurgästen gehörten die Mitglieder des preußischen Königshauses. Bad Salzbrunn ist der Geburtsort von Gerhart Hauptmann.

Station 10.2: Salzbrunner Straße 42 / Stolpersteine
Die Stolpersteine für Anna Eckersdorff, Toni und Hilde Krakauer wurden am 25.9.2006 verlegt.
HIER WOHNTE
ANNA ECKERSDORFF
JG. 1883
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

HIER WOHNTE
TONI KRAKAUER
GEB. HIRSCHFELD
JG. 1881
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

HIER WOHNTE
HILDE KRAKAUER
JG. 1912
DEPORTIERT 1943
AUSCHWITZ
ERMORDET 8.3.1943

Wir gehen nun rechts in die Warmbrunner Straße bis zum Hohenzollerndamm, kreuzen ihn und treffen uns wieder am Eingang des Hohenzollerndamm 150-151. Werfen Sie am Ende der Warmbrunner Straße einen Blick auf das flache Gebäude links. Es ist Blackmore’s Musikzimmer, ein Kleinod in unserem Bezirk. Ich sage gleich noch etwas dazu.

Station 11: Hohenzollerndamm 150-151 / Ecke Cunostraße

ehem. AEG-Gelände, Kiezspaziergang 14.5.2016
ehem. AEG-Gelände, Kiezspaziergang 14.5.2016 Bild: BA-CW, Rehfeld

Station 11.1: Warmbrunner Straße 52 / Blackmore’s Musikzimmer
Blackmore’s Musikzimmer ist ein kleiner Konzertsaal mit Bar und Ausstellungsfläche, in dem hochkarätige Konzerte aller Musikrichtungen stattfinden. Es wird Klassik, Jazz, Crossover-Musik aus aller Welt, Blues und Soul geboten. Morgen Abend zum Beispiel spielt Sophiko Simsive Bach, Beethoven, Skrjabin und Liszt am Klavier. Der Eintritt beträgt € 19,00. In dem sehr schönen Raum gibt es aber auch eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen und eine Bar, die auch außerhalb der Konzerte geöffnet ist. Neben dem Eingang sind Flyer mit den Programminformationen zum Mitnehmen.

Station 11.2: Hohenzollerndamm 150-151 / Ehemaliges AEG-Gelände
Wir stehen hier auf dem ehemaligen Gelände des Elektrokonzerns AEG. Die Gebäude sind aus den 1930er Jahren und dienten einmal als Kaserne.

Die AEG Aktiengesellschaft – AEG bedeutet Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft – war einer der weltweit größten Elektrokonzerne. Die Gesellschaft verdankt ihre Entstehung Emil Rathenau, der 1883 die Patente an den Erfindungen Thomas Alva Edisons zu Glühlampen für Deutschland erwarb und die Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität gründete. Zuerst wurden Glühlampen produziert. Die Gesellschaft expandierte stark und bald wurden auch Elektromotoren, elektrische Bahnen, Anlagen der Elektrochemie und Dampfturbinen, Dieselmotoren, Autos, Kabel und Leitungsmaterialien hergestellt.

Das kastenförmige Logo mit den drei Buchstaben in Antiqua-Schrift wurde 1912 von Peter Behrens entworfen. Behrens war seit 1907 bei der AEG als künstlerischer Berater angestellt und gestaltete vom Firmensignet, der Gebrauchsgrafik bis hin zu den Gebäuden den Gesamtauftritt des Unternehmens und war damit eigentlich der erste Corporate Designer.

Vor und während des Ersten Weltkriegs war die AEG nach Krupp zweitgrößter Rüstungsproduzent und war Flugzeughersteller für das Deutsche Heer. Mit seiner Beteiligung an der 1918 gegründeten Deutsche Werft AG war der Konzern zudem im Schiffbau engagiert. In den 1930er Jahren entwickelten AEG-Techniker das „Magnetophon“ für die Tonaufzeichnung auf Magnetband.

Die AEG, musste 1982 Insolvenz anmelden und wurde 1985 von der Daimler-Benz AG übernommen. Heute gehören die Rechte an der Marke AEG der schwedischen Electrolux, die über ihren Geschäftsbereich Electrolux Global Brand Licensing Lizenzen zur Verwendung vergibt. Mittlerweile bieten viele Firmen unter der Marke „AEG“ Elektroartikel fast jeder Kategorie an, seien es Musikanlagen, Autoradios, Ladegeräte, Festnetz- und Mobiltelefone sowie Nähmaschinen.

Aus den denkmalgeschützten Gebäuden ist inzwischen ein Filmstandort geworden. Es haben sich hauptsächlich Firmen angesiedelt, die die Filme nachbearbeiten. Sie werden hier synchronisiert und mit Untertiteln versehen, ihre Qualität wird korrigiert, z.B. was den Ton oder die Farben betrifft. Es gibt auch ein Kino, wo die Ergebnisse auf der Leinwand überprüft werden können. Um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen, wurden die Räume studiogerecht modernisiert: Sie stehen auf Federn und haben einen doppelten, entkoppelten Fußboden. Dadurch sind sie nicht nur gegen Geräusche von außen, sondern auch gegen Erschütterungen geschützt.

Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein Seniorenstift und eine Baustelle, auf der ein eigenständiges Quartier mit 136 Wohnungen entsteht. Schon dieses Jahr sollen sie bezogen werden.

Station 11.2: S-Bahnhof Hohenzollerndamm
Der Bahnhof Hohenzollerndamm wurde zwischen 1908 und 1910 zur Erschließung der neuen Wohnquartiere am Hohenzollerndamm gebaut. Das Empfangsgebäude ist in Anlehnung an die umliegende Bebauung wie ein Wohnhaus ausgeführt. Es wurde im Stil der beginnenden Moderne mit Elementen des Jugendstils errichtet.

Die Eröffnung fand am 1. November 1910 statt. Seit dem 6. November 1928 wird der Haltepunkt von den elektrischen Vorortzügen bedient, aus denen 1930 die S-Bahn hervorging.

Im September 1980 streikten die Reichsbahner, daraufhin legte die Deutsche Reichsbahn (DDR) den gesamten S-Bahn-Verkehr still. Erst 1984 übernahmen die Berliner Verkehrsbetriebe die S-Bahn und begannen ab 1988 mit der Sanierung des in die Jahre gekommenen Empfangsgebäudes. Ein Jahr dauerten die Instandsetzungsarbeiten, dabei wurde der Bahnsteig unter die Brücke nach Südosten verschoben, um einen weiteren Zugang von der anderen Straßenseite aus zu ermöglichen. Ferner wurde eine Aufzuganlage für den behindertengerechten Zugang eingebaut. Die Wiederinbetriebnahme des Südrings erfolgte zum 17. Dezember 1993. Der neue Zugang folgte etwa 15 Jahre darauf am 19. Dezember 2008.

Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz.

Hier endet unser Kiezspaziergang. Ich verabschiede mich von allen Kiezspaziergängern und –gängerinnen, die bis hierher durchgehalten haben und wünsche Ihnen einen guten Nachhauseweg. Noch einmal zur Erinnerung: Wir treffen uns am 11.6.16 um 14 Uhr in der Ahornallee 4. Man erreicht die Ahornallee 4 mit dem M45, die nächste Bushaltestelle ist DRK Kliniken Berlin-Westend. Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!