Stolpersteine Ringbahnstraße 5

Link zu: Hauseingang Ringbahnstr. 5, 22.07.2012
Hauseingang Ringbahnstr. 5, 22.07.2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

Die Stolpersteine für Daniel und Ella Bernstein wurden am 22.10.2004 verlegt.
Der Stolperstein für Martha Pincus wurde am 2.4.2013 verlegt.

Link zu: Stolperstein Ella Bernstein, 22.07.2012
Stolperstein Ella Bernstein, 22.07.2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
ELLA BERNSTEIN
GEB. SCHWERINER
JG. 1885
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Ella Bernstein geb. Schweriner wurde am 25. Juli 1885 in Czarnikau (Czarnkow) in der polnischen Provinz Posen (Poznan) geboren. Verheiratet war sie mit dem Journalisten Daniel Bernstein. Bei einem Fluchtversuch ist sie in Hamburg-Fuhlsbüttel von der Gestapo geschnappt und festgenommen worden. In der Meldedatei stand der diese Geschichte verschleiernde Vermerk, sie sei „vorübergehend abwesend“ gewesen. Zusammen mit ihrem Mann Daniel, mit dem sie in Berlin in der Ringbahnstraße 5 wohnte, wurde sie am 19. Februar 1943 von Berlin nach Auschwitz in das Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.

Link zu: Stolperstein Daniel Bernstein, 22.07.2012
Stolperstein Daniel Bernstein, 22.07.2012
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Bukschat&Flegel

HIER WOHNTE
DANIEL
BERNSTEIN
JG. 1884
DEPORTIERT 1943
ERMORDET IN
AUSCHWITZ

Daniel Bernstein, geboren am 7. Mai 1884 in Berlin, war mit Ella Bernstein geb. Schweriner verheiratet. Im Adressbuch war er mit dem Beruf Redakteur, später auch Handelsredakteur, sowie als Chefredakteur oder Schriftleiter eingetragen. Beide wohnten seit vielen Jahren in Berlin, seit 1923 in der Ringbahnstraße 5, und wurden am 19. Februar 1943 nach der Verhaftung der auf der Flucht in Hamburg ergriffenen Ehefrau von Berlin aus in einem Güterzug mit 997 Menschen, von denen 772 sofort vergast worden sind, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ob auch Daniel Bernstein selbst an dem Fluchtversuch teilnahm, ist nicht mehr einwandfrei nachzuweisen. Jedenfalls wurde das Ehepaar in das Sammellager an der Großen Hamburger Straße 26, vorher ein jüdisches Altersheim, verschleppt.

Link zu: Stolperstein Martha Pincus, April 2013
Stolperstein Martha Pincus, April 2013
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Siebold

HIER WOHNTE
MARTHA PINCUS
GEB. PHILIPP
JG 1862
DEPORTIERT 21.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 28.9.1942

Martha Pincus geb. Philipp wurde geboren am 20.September 1862 in Deutsch-Filehne (Wielén) in der Region Posen (Poznan). Sie wohnte im Stadtteil Halensee in der Ringbahnstraße 5 in dem Haus, das ihrem 1938 gestorbenen Mann Adolph gehörte. Er war pensioniert und Eigentümer seit 1906. Im Adressbuch war er bis 1941 als solcher eingetragen.

Nach dem Tod ihres Mannes hatte Martha Pincus eine Untermieterin: Eva Weinmann geb. Buka, die in der Jagowstraße 1-3 gewohnt hatte und deren Mann ebenfalls gestorben war. Dort lebte sie, allerdings nur kurze Zeit vor der Deportation, in einem möblierten Zimmer bei Martha Pincus und war Zwangsarbeiterin. Deren Haushälterin Veronika Kaczmarek schrieb später auf: „Sie arbeitete ab 5 Uhr morgens in einer Fabrik und kam erst spät nachmittags nach Haus.“ Zur Erinnerung an sie wurde vor der damaligen Wohnung (heute: Richard-Strauß-Straße 1-3) 2016 ein Stolperstein verlegt.

Martha Pincus wurde am 21. August 1942 vom Anhalter Bahnhof in einem von zwei angehängten Waggons mit insgesamt 100 Menschen nach Theresienstadt deportiert. Dort kam sie am 28. September 1942 – wenige Tage nach ihrem 80. Geburtstag – ums Leben. Im Totenschein wurde ein „Darmkatarrh” als Todesursache eingetragen. Es war die übliche Umschreibung für die Folgen der grauenvollen hygienischen Zustände in dem Lager.