Prager Platz

Bild zeigt: Prager Platz Nr.6 um 1925, Foto: Landesarchiv Berlin
Prager Platz Nr.6 um 1925, Foto: Landesarchiv Berlin Bild: Foto: Landesarchiv Berlin

Der Platz wurde 1870 von Johann Anton Wilhelm von Carstenn-Lichterfelde als südwestlicher Eckpunkt einer regelmäßigen städtebaulichen Figur, der nach ihm benannten Carstenn-Figur , geplant. Er hieß zunächst Halberstädter Platz und wurde 1888 umbenannt in Prager Platz.
Der Prager Platz ist ein ovaler, verkehrsberuhigter Platz mit fünf Straßeneinmündungen, gepflasterter Fahrbahn, Mittelinsel mit Rasenfläche, Randrabatten, Heckengrün hinter Sitzbänken und einem Fontänenbrunnen in einer flachen Steinschale .

Bild zeigt: Prager Platz, 22.7.2013, Foto: Raimund Müller
Prager Platz, 22.7.2013, Foto: Raimund Müller Bild: Raimund Müller

Der Prager Platz war in den 1920er Jahren ein kulturelles Zentrum im Berliner Westen, unweit des zu Schöneberg gehörenden Bayerischen Viertels, der sogenannten “Jüdischen Schweiz”. Hier wie dort lebten viele jüdische Bürger, Künstler und Intellektuelle. Erich Kästner hat dem Prager und dem Nikolsburger Platz mit “Emil und die Detektive” ein literarisches Denkmal gesetzt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden der Platz und die Platzrandbebauung weitgehend zerstört.

Bild zeigt: Prager Platz 1993, Foto: KHMM
Prager Platz 1993, Foto: KHMM Bild: Foto: Karl-Heinz Metzger

1986 wurde der Platz in dieser Form entsprechend seiner historischen Struktur neu gestaltet. 1987 wurde er als Teil der Internationalen Bauaustellung “IBA” zum besonderen Stadtplanungs- und Architekturprojekt, das im Juni 2002 mit der Eröffnung der “Prager Passage” mit siebzehn Gewerbeeinheiten und einem Fitnessclub abgeschlossen wurde.
Die neuen Gebäude am Prager Platz zeigen das traditionelle architektonische Stilmittel der Eckbekrönung zur Betonung der Kopfbauten an den Straßeneinmündungen.
Seit 1994 wird hier alljährlich das traditionelle Fest der Nationen gefeiert.
Am 25.10.2007 wurde an der Einmündung der Trautenaustraße ein Monument der Rilke-Stiftung aus Prag enthüllt.

Reden des Bezirksbürgermeisters Andreas Statzkowski und des Bau- und Umweltstadtrats Alexander Straßmeir beim Trigon-Richtfest am 11.10.2001