Fehrbelliner Platz

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Fehrbelliner Platz, Foto: Landesarchiv Berlin 1971 Bild: Foto: Landesarchiv Berlin 1971

Der Fehrbelliner Platz wurde 1892 benannt nach dem Ort Fehrbellin im Neuruppiner Land. In der Schlacht bei Fehrbellin besiegte 1675 der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm die schwedische Armee unter Feldmarschall Wrangel. Dadurch wurde die Mark Brandenburg von der schwedischen Besatzung befreit, und Friedrich Wilhelm erhielt den Beinamen “Großer Kurfürst”.
Seit 1904 plante die extrem schnell wachsende Stadt Wilmersdorf auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes am Parkcafé ein neues Rathaus. Das alte Wilmersdorfer Rathaus an der Gasteiner Straße Ecke Sigmaringer Straße war zu klein geworden. Es gab zwei Architekturwettbewerbe mit ersten Preisen. Das neue Rathaus sollte einen hohen Turm erhalten, höher als der Turm des Rathauses Schöneberg, das 1911-14 gebaut wurde. Die Wilmersdorfer Stadtherren aber waren zu langsam. Der Erste Weltkrieg machte schließlich einen Strich durch die Rathausplanung. Sie wurde nie realisiert.
1913 wurde der U-Bahnhof Fehrbelliner Platz im noch unbebauten Gelände mit Laubenkolonien und einem Sportplatz eröffnet. 1920-25 wurde der Preußenpark angelegt, und die Randbebauung des Platzes begann 1923 mit dem ersten Verwaltungsgebäude der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte an der Ruhrstr. 1-2, 1930 wurde es erweitert um den Bau an der Ruhrstr. 3. Alle anderen großen Verwaltungsgebäude am Platz wurden in den 30er Jahren gebaut. Vor allem der Fassadenschmuck zeigt teilweise noch die Vorlieben der nationalsozialistischen Bauherren. Während der NS-Zeit wurde der hufeisenförmige Platzradius gegenüber den ursprünglichen Planungen der 20er Jahre verkleinert.
Die Platzanlage wurde nach dem Krieg geschlossen durch das Hochhaus des Bausenats an der Württembergischen Str. 6-10 (1954/55 von Werry Roth und Richard von Schuberth, heute Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) und den Neubau der BfA am Fehrbelliner Platz 5 (1970-73 von Jan und Rolf Rave, heute DRV):
Dienstags und donnerstags Wochenmarkt.

Nummer
1 Landesverwaltungsamt (ehem. Rudolf-Karstadt-AG, Baudenkmal)
2 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (ehem. Nordstern-Lebensversicherungsbank, Baudenkmal)
3 Verwaltungsgebäude (ehem. Reichs-Getreidestelle, Baudenkmal)
4 Rathaus Wilmersdorf (ehem. Deutsche Arbeitsfront, Baudenkmal)
4 Gedenksteine für die Opfer der nationalsozialistischen Willkür, für die Opfer der kommunitischen Willkür und für die Opfer der beiden Weltkriege
5 Deutsche Rentenversicherung Bund DRV

s. auch: Kommunale Galerie (ehem. Haus des Deutschen Versicherungskonzerns) Hohenzollerndamm 174-77, 10713 Berlin