Volkspark Jungfernheide

Link zu: Eingang zum Volkspark Jungfernheide mit zwei Bären, 6.5.2011, Foto: Reuße
Eingang zum Volkspark Jungfernheide mit zwei Bären, 6.5.2011, Foto: Reuße Bild: Bezirksamt

Landschaftsschutzgebiet, Gartendenkmal
Die Jungfernheide als östlich von Spandau gelegenes Wald- und Heidegebiet erhielt ihren Namen nach den ‘Jungfern’ des Spandauer Nonnenklosters (vgl. auch Nonnendammallee), das 1239 von den Markgrafen Otto III und Johann I gegründet wurde. Bis um 1800 befand sich hier ein kurfürstliches bzw. königliches Jagdrevier; ab 1824 wurde ein Teil der Jungfernheide als Exerzier- und Schießplatz genutzt.
1904 kaufte die Stadt Charlottenburg Teile der Jungfernheide für die Anlage eines großen städtischen Parks, was wegen der hohen Kosten immer wieder hinausgezögert wurde. Die für 1920 von der Stadt Charlottenburg bereitgestellten 10 Mio Mark wurden nach der Bildung von Groß-Berlin 1920 zunächst gesperrt. 1921 wurde eine Stiftung “Park, Spiel und Sport” gegründet, die Sponsorengelder einwarb.

Link zu: Volkspark Jungfernheide, Entwurf: Erwin Barth
Volkspark Jungfernheide, Entwurf: Erwin Barth Bild: Bezirksamt

1920 – 1926 wurde auf 112ha der Jungfernheidepark nach Plänen des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth als axial angelegter Landschaftspark gestaltet (1800 m lang, 800 m breit). Die Garten- und Hochbauverwaltung führte die Arbeiten hauptsächlich mit Arbeitslosen im Notstandsprogramm durch.
Am 27.5. 1923 wurde der Park und die Badeanlagen zu den Spiel- und Sportwochen im Bezirk eröffnet. 1925 ein Ehrenhain für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Niederdeutschen, ebenfalls von Barth, wurde bei der Verbreiterung des Tegeler Weges (heute Kurt-Schumacher-Damm) nach 1945 entfernt. 1927 wurden die Arbeiten eingestellt. Aus Geldmangel konnten nicht alle Pläne realisiert werden.
Park und einzelne Baulichkeiten wurden im Zweiten Weltkrieg sehr beschädigt. Zwei Häuser am Eingang wurden zerstört. Von zwei 1925 von Hermann Pagels geschaffenen Bären an der Hauptallee unweit des Eingangs am Kurt-Schumacher-Damm war einer seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschollen. 2010 wurde ein Teilstück wiederentdeckt. Der Bildhauer Vincenz Repnik schuf aus einem elf Tonnen schweren Muschelkalkblock ein Ersatzdenkmal. Seit dem 6.5.2011 konnte die klassische Eingangssituation mit beiden Bären wieder der Öffentlichkeit übergeben werden.

Link zu: Volkspark Jungfernheide, Teich 2004, Foto: Alexandra Voigt
Volkspark Jungfernheide, Teich 2004, Foto: Alexandra Voigt Bild: Bezirksamt

Durch den Ausbau des Tegeler Weges (heute Kurt-Schumacher-Damm) bzw. der Autobahn wurden östliche Teile des Parks und der Haupteingang zerstört. Ersatzweise wurden Mitte der 80er Jahre nach historischem Vorbild neue Eingänge am Heckerdamm und an der Westseite des Parks (Jungfernheideweg) geschaffen. Statt des südöstlichen ehemaligen Haupteinganges wurde neben der Stadtautobahn einer kleiner Platz mit offenen Pavillons für BVG-Wartegäste als neuer Eingangsbereich für den Park geschaffen.
Der große Teich erhält über den Nonnengrabenkanal ständig frischen Zufluss aus dem Spandauer Schifffahrtskanal und gibt sein Wasser an die tiefer gelegene Spree ab. Das Becken wurde künstlich geschaffen, der westliche Teil dient als Freibad, der östliche als Planschbecken für die kleinen Kinder.
Nach der Parkeröffnung 1923 wurde das ebenfalls von Erwin Barth nach dem Vorbild des antiken Theaters in Ephesos entworfene Freilufttheater, die Gustav-Böß-Bühne errichtet. Es fasst 2000 Besucher. Nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt. Kassengebäude und Umkleideräume wurden 1951 errichtet. Seit Mai 2004 ist die Bühne wieder geöffnet und bewirtschaftet.

Link zu: Waldhochseilgarten, 30.6.2010, Foto: Reuße
Waldhochseilgarten, 30.6.2010, Foto: Reuße Bild: Bezirksamt

1956 wurde auf dem sogenannten Ferienspielplatz eine Anlage für 500 Kinder eröffnet, u.a. mit einer Liegehalle für körperbehinderte Kinder.
Die Spielwiese zwischen Teich und Wasserturm ist Teil der Hauptachse des Parks. An ihrem östlichen Ende befand sich früher der Haupteingang.
Seit 1964 veranstaltet das Bezirksamt jedes Jahr am 1. Mai ein großes Kinder- und Familienfest im Volkspark Jungfernheide, seit einigen Jahren gemeinsam mit dem Jugendclubring Berlin.
Am 30.6.2010 wurde im Volkspark Berlins größter und höchster Waldhochseilgarten eröffnet.

Link zu: Wasserturm im Volkspark Jungefernheide, Foto: Heimatarchiv
Wasserturm im Volkspark Jungefernheide, Foto: Heimatarchiv Bild: Bezirksamt

Der 38m hohe Wasserturm, ein expressionistischer Klinkerbau (1927 von W. Helmcke) wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, blieb aber erhalten und wurde in den 1980er Jahren restauriert. Früher befand sich darin unten eine Gaststätte. Im Zusammenhang mit dem Hochseilgarten wurde 2012 darin ein Café eröffnet.
Nördlich des Teichs befindet sich ein Sportplatz und die bezirkliche Baumschule.

Link zu: Kreuz für Ludwig von Hinckeldey, 14.6.2013, Foto: Feldmüller
Kreuz für Ludwig von Hinckeldey, 14.6.2013, Foto: Feldmüller Bild: Bezirksamt

Am Rand des Parks, nördlich neben dem Radweg entlang der Autobahn steht ein Gedenkkreuz für Ludwig von Hinckeldey. Der um den kommunalen Aufbau der Stadt verdiente Berliner Polizeipräsident wurde 1856 bei einem Duell in der Jungfernheide von Hans-Wilhelm vom Rochow-Plessow erschossen. Das Kreuz wurde 1856 an der Duell-Stelle aufgestellt, 1904 wurde direkt neben dem Kreuz eine Mülldeponie eingerichtet, 1939 wurde es von einem eisernen Gitter eingefriedet, 1954 wurde es restauriert und an den heutigen Standort versetzt, da über den alten Standort die Stadtautobahn führt. Die vorbeiführende Straße wurde 1954 Hinckeldeydamm benannt, 1956 Kurt-Schumacher-Damm. Bis heute trägt die Autobahn-Brücke über den Hohenzollernkanal den Namen Hinckeldey-Brücke.
2013 wurde das seit 1920 bestehende Tiergehege mit 2 Weißhirschen, Rehen und Wildschweinen wegen der hohen Kosten aufgegeben. Durch neue Auflagen zur Haltung der Tiere waren die Kosten auf rund 100.000 Euro jährlich gestiegen.

Die folgende Auswahl an Fotos wurden von Klaus Flöter aufgenommen und sind im Kalender Volkspark Jungfernheide 2006 abgedruckt.
Mit 13 Jahren bekam Klaus Flöter seine erste Kamera geschenkt. Seither fotografiert er leidenschaftlich gern und mit steigendem Interesse. Er hat schon eine Reihe von Urkunden und Preisen erhalten und Fotos veröffentlicht. Da er ganz in der Nähe des Volksparks wohnt, kann er sich dort immer die besten Bedingungen für optimale Fotos aussuchen. Die Ergebnisse sind entsprechend und für Fotofreunde ein Genuss.

Weitere Informationen und Fotos auf den Seiten des Umweltamtes