Berlin War Cemetery - Britischer Soldatenfriedhof

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Britischer Soldatenfriedhof, 7.2.2007 Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., KHMM

An der Heerstraße gelegener Britischer Soldatenfriedhof mit über dreieinhalbtausend, meist sehr jungen Toten aus den Commonwealth-Staaten (vor allem im Luftkampf über Berlin gefallene Air-Force-Mitglieder) und einigen wenigen Polen. Die 37.588m² große Friedhofsanlage befindet sich südlich der Heerstraße, nahe dem Stößensee, bzw. im nördlichen Teil des Grunewaldes , zwischen dem Scholzplatz und der Straße am Rupenhorn.
Der Ehrenhain wurde 1955-57 nach den Plänen des Architekten Philipp Dalton Hepworth durch die Commenwealth War Graves Commission und die Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen von Berlin angelegt.
Ein unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg angelegter britischer Soldatenfriedhof zwischen Trakehner und Heilsberger Allee wurde 1959 aufgelöst, die Toten auf den Friedhof an der Heerstraße umgebettet.

Bildvergrößerung: Eingangstor, 7.2.2007
Eingangstor, 7.2.2007 Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., KHMM

Ein dreibogiger Torbau mit schmiedeeisernen Pforten an der Ostseite des Friedhofes bildet den eigentlichen Eingang, ein siebenbogiger Torbau den Abschluss. Auf einer Rasenfläche sind die einheitlich gestalteten Grabsteine angelegt, welche von einem steinernen Kreuz und einem Gedenkstein hoch überragt werden. Die Anlage folgt einem seit 1918 vom englischen Parlament für Soldatenfriedhöfe festgelegten Grundmuster, das die beiden genannten Hauptdenkzeichen verbindlich vorschreibt: “Stone of remembrance” mit der Inschrift “Their name liveth for evermore” und das dem keltischen Kreuz nachempfundene und mit einem eingelassenen Kreuzritterschwert aus Bronze versehene “Cross of Sacrifice”.
Für die nach dem Krieg verstorbenen zivilen und militärischen Angehörigen der britischen Schutzmacht ist ein eigener Block reserviert.

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Das Gräberregister, 7.2.2007, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., KHMM

In einem der Torhäuser befindet sich das Gräberregister in Form der “Roll of Honour”. In dem anderen ist auf einer Steintafel zu lesen:

“Während der beiden Weltkriege von 1914 – 1918 und 1939 – 1945 starben Millionen Menschen. Die meisten ilitärangehörigen, Männer und Frauen, die ihr Leben in diesen Kriegen verloren haben, liegen in den Ländern begraben, in denen sie fielen. Die überwiegende Zahl der Angehörigen der Commonwealth-Streitkräfte, die in Deutschland starben, sind auf Kreigsgräberstätten wie dieser besattet, die von der Commonwealth War Graves Commission mit Unterstützung und Entgegenkommen des deutschen Volkes unterhalten werden. Derjenigen, deren Gräber unbekannt sind, wird an Vermisstendenkmälern gedacht.”

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Grabsteine, 7.2.2007 Bild: Bezirksamt Charlottenb.-Wdf., KHMM

Schlichte weiße Grabstelen aus englischem Portlandsandstein, die regelmäßig auf der Rasenfläche der trapezförmigen Friedhofsanlage gruppiert wurden, nennen jeweils den Namen des Toten und zeigen als Relief sein Regimentswappen.
Von den 3.576 hier besatteten Gefallenen waren 2.676 Briten, 527 Kanadier, 223 Australier, 56 Neuseeländer, 50 Inder, 31 Südafrikaner, 5 Polen und 8 unbekannter Nationalität.

Am 16.10.2008 wurde der britische Flieger John Bremner auf dem Friedhof mit militärischen Ehren beigesetzt. Er war im Alter von 22 Jahren am 20.1.1944 nach einem Angriff auf das Berliner Stadtzentrum von einem deutschen Jagdflieger abgeschossen worden und in einem Waldstück nahe der S-Bahn-Station Hirschgarten abgestürzt. Erst im Mai 2006 konnte das Wrack des Halifax-Bombers lokalisiert werden. Bei weiteren Nachforschungen wurden dann die sterblichen Überreste von John Bremner entdeck und identifiziert.

vgl. auch den Artikel von M. Roeder zu Britischer Soldatenfriedhof im Kiezer Weblog vom Klausenerplatz.