Auf Latschen Richtung Porsche: Kruse bereit für Union-Debüt

Auf Latschen Richtung Porsche: Kruse bereit für Union-Debüt

Max Kruse biss herzhaft in eine Käsebrezel und schlurfte in Badelatschen zu seinem quietschgelben Porsche. «Schau'n wir mal», sagte der Top-Neuzugang des 1. FC Union Berlin auf die Frage nach einem Debüt für die Eisernen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den FC Augsburg. Auch sein Trainer Urs Fischer bemühte am Donnerstag die bekannte Kaiser-Floskel - allerdings nur auf die Frage nach einem Einsatz Kruses gleich in der Anfangsformation. «Ein Startelf-Debüt finde ich sehr euphorisch. Schauen wir mal, ob es in den Kader reicht», sagte der Schweizer.

Max Kruse

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Max Kruse lächelt in die Kamera.

«Ich schließe das nicht aus», sagte Fischer zudem über eine erste Nominierung Kruses gerade rechtzeitig zum Bundesliga-Auftakt. Das Training mit den Teamkollegen hatte der 32-Jährige wieder komplett absolvieren können. Sehr viel spricht also dafür, dass der ehemalige Fußball-Nationalspieler nach seinem von Vertragsstreit überschattetem Abschied von Fenerbahce Istanbul und der langwierigen Knöchelverletzung, die keinen einzigen Testeinsatz zuließ, zumindest als Wechseloption und Motivator im richtigen Moment bereit ist.
Zu Beginn der zweiten Bundesliga-Saison plagen Fischer nämlich große Offensivprobleme. Kruse wäre da, obwohl eher Verbindungsspieler zwischen den Ketten, eine enorme Bereicherung. Anthony Ujah ist nach dem Verkauf von Sebastian Andersson zum 1. FC Köln als einzige echte verbliebene Spitze weiterhin verletzt. Auch der Japaner Keita Endo ist immer noch angeschlagen und konnte nicht mit dem Team trainieren.
Ob er wie im DFB-Pokal gegen Karlsruhe (1:0 n.V.) auf Cedric Teuchert als Stoßstürmer setzt, ließ Fischer offen. Der Zugang von Schalke 04 agiert eher als hängende Spitze. «Diese Position ist er nicht gewohnt», sagte Fischer. Der Wunsch nach einer neuen Angriffsoption ist spätestens nach dem Abschied Anderssons bei Geschäftsführer Oliver Ruhnert in höchster Dringlichkeitsstufe hinterlegt.
«Das wissen wir alle, dass es so, wie es jetzt ist, nicht die Optimallösung ist. Da sind wir im Austausch», sagte Fischer. Im Werben um Zweitliga-Torjäger Philipp Hofmann vom Karlsruher SC handelten sich die Köpenicker erstmal einen Korb ein. «Es entspricht nicht dem, was wir uns vorstellen. Im Gegenteil: Wir haben da eine große Diskrepanz zwischen dem, was wir wollen und dem, was Union geboten hat», sagte KSC-Sportchef Oliver Kreuzer.
Kruse begründete vor dem Liga-Start mit persönlichen Worten seinen Wechsel in die Hauptstadt. «Das Einzige, womit ich mich noch beschäftigt habe, war ein Wechsel in die USA, weil dort mein Sohn lebt. Ich habe in den vergangenen zehn Jahren leider nicht so viel von ihm mitbekommen, und man denkt sich schon, dass es an der Zeit ist, dahingehend etwas zu ändern», sagte der Offensivspieler des Fußball-Bundesligisten in einem Interview dem «Berliner Kurier».
Nach seinem Abschied aus Istanbul habe er sich sportlich aber nochmal beweisen wollen, meinte Kruse. «Aber im Endeffekt weißt du auch, dass sich die Karriere im höheren Bereich mit einem Wechsel in die MLS erledigt hat. Und letztlich ist es so: Ich will’s den Leuten in Deutschland einfach noch mal zeigen», sagte der 32-Jährige. Ob die Verbindung von Lebemann Kruse mit den Kollektiv-Fußballern von Union passt, wird sich nun beweisen müssen.
Aus der Rolle des ewigen Underdogs will Fischer vor dem Saisonstart jedenfalls nicht raus. Auch wenn der 54-Jährige weiß, dass sein Team im Gegensatz zur Premierensaison von der Konkurrenz kaum noch unterschätzt werden dürfte. «Der Klassenerhalt wäre immer noch ein klasse Leistung, wenn uns Experten mehr zutrauen, muss man die Experten fragen», sagte Fischer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. September 2020 15:06 Uhr

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