Union Berlin holt ersten Punkt nach Pause: 1:1 gegen Mainz

Union Berlin holt ersten Punkt nach Pause: 1:1 gegen Mainz

Kein Platzsturm, keine Jubelorgien - dafür harter Abstiegskampf vor leeren Rängen. Genau ein Jahr nach der großen Aufstiegsparty im Stadion an der Alten Försterei steckt der 1. FC Union Berlin in der Bundesliga-Tristesse fest. Trainer Urs Fischer musste sich nach dem 1:1 (1:1) gegen den 1. FSV Mainz 05 mächtig mühen, um sich weiter als Motivator hervorzutun. «Das war viel Moral. Wir waren auch nahe am Sieg. Am Schluss ein Unentschieden, das wir mitnehmen. Wieder einen Punkt mehr auf dem Konto», lautete das Fazit des Schweizers nach einem ziemlich mäßigen Fußball-Abend.

Robin Quaison und Marcus Ingvartsen

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Robin Quaison von Mainz und Marcus Ingvartsen von Union (l-r.) im Zweikampf um den Ball.

Es hätte besser laufen können für Union, aber eben auch deutlich schlechter, und so versuchte Fischer, eine positive Perspektive einzunehmen. «Die Mannschaft hat solidarisch gekämpft», sagte der 54-Jährige. Das musste sie auch. Nach der Gelb-Roten Karte für Robert Andrich (41.) war Union mehr als eine Hälfte personell dezimiert. «Wenn man 50 Minuten in Unterzahl spielt, nimmt man gern einen Punkt mit», erklärte Verteidiger Marvin Friedrich.
Fischer konstatierte, dass sein Team die richtige Antwort auf das miserable 0:4 gegen Hertha BSC gegeben habe. Doch letztendlich hat sich die Lage für die Eisernen trotz des ersten Zählers nach der Corona-Pause sogar weiter verschlechtert. Durch den Düsseldorfer 2:1-Sieg gegen Schalke beträgt der Vorsprung auf Platz 16 nur noch vier statt vorher sechs Zähler.
Immerhin konnte Mainz als Puffer zur gefährlichen Zone auf drei Zählern Abstand gehalten werden. «Es wird sich in den restlichen sechs Spielen zeigen, wie wichtig der Punkt sein kann», sagte Fischer vor der schweren Auswärtspartie am Sonntag (15.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach.
Die Krux für Union bleiben die offensichtlichen spielerischen Defizite. Fast zwangsläufig entsprang der Ausgleich von Marcus Ingvartsen (33.) per Freistoß einer Standardsituation. Mainz hatte seinen Treffer durch Ridle Baku (13.) fein herauskombiniert. Für den wichtigen Faktor Kampf fehlen den Eisernen die lautstarken eigenen Fans einfach sehr, auch wenn Fischer die Geisterdebatte leid ist.
Ein schwacher Trost mag für den Union-Trainer sein, dass sein Mainzer Kollege Achim Beierlorzer mit seiner Spielanalyse ungewollt die Lage beider Clubs ziemlich genau beschrieb: «Wir wissen, in welcher Situation wir uns bewegen. Wenn wir nur Unentschieden spielen, kommen wir nicht weg. Ein Sieg ist, was man braucht. Ich weiß um die Aufgabe und die hat sich nicht geändert.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 28. Mai 2020 05:32 Uhr

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