Gastroszene im Richardkiez

Villa Rixdorf mit Weingarten

Das ehemalige böhmische Dorf rund um den Dorfanger am Richardplatz ist heute ein lebendiger Kiez mit vielfältiger Gastronomie.

Der Richardplatz bildet den historischen Dorfkern von Rixdorf, dem ehemaligen böhmischen Dorf. Bis heute findet man dort eine ungewöhnliche Mischung aus dörflicher Idylle und urbaner Vielfalt vor. Während die Gegend lange von traditionellen Berliner Gasthäusern geprägt war, entwickelte sie sich seit den 2000er-Jahren zu einem kreativen Kiez mit internationaler Gastronomie, kleinen Cafés und Bars. Besonders die Mischung aus historischen Gasthäusern, migrantischer Küche und experimentellen Kleinformaten prägt die Szene. Anders als große Gastro-Hotspots bleibt der Richardplatz ruhiger – und genau darin liegt sein Reiz als „entschleunigte“ Kiezdestination mit hoher Authentizität.

Hier sind einige bemerkenswerte Orte zum Essen und Trinken im Richardkiez:

Richardkiez: Alle Gastro-Hotspots auf einen Blick

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Restaurants

Vor 20 Jahren dominierten rund um den Richardplatz vor allem deutsche Gaststätten, einfache italienische Lokale und die türkisch-arabische Alltagsgastronomie. Heute reicht das Spektrum von gehobener Küche über moderne internationale Konzepte bis hin zu kreativer Nachbarschaftsgastronomie.

Hallmann & Klee

Am lebendigen Böhmischen Platz liegt das Hallmann & Klee – ein Restaurant, das die neue Berliner Genusskultur verkörpert. Sarah Hallmann setzt auf regionale Zutaten, handwerkliche Qualität und eine moderne, reduzierte Küche, in der Gemüse oft die Hauptrolle spielt. Neben dem Signature Dish "Kartoffel, Liebstöckel, Molke" überzeugen beispielsweise auch "Heilbutt, Champagner, Périgord Trüffel" oder "Morchel, Jakobsmuschel, XO". Das warme, unprätentiöse Ambiente und der Michelin-Stern machen die Adresse zu einem der kulinarischen Aushängeschilder des Richardkiezes.

Café Botanico

Hinter der schlichten Fassade des Café Botanico in der Richardstraße verbirgt sich eine grüne Oase: Im über 1.000 Quadratmeter großen Permakulturgarten wachsen Kräuter, Gemüse und Wildpflanzen für die deutsch-italienische Farm-to-Table-Küche. Empfehlenswert sind z.B. der Fenchel-Zitrus-Salat mit Nocellara Oliven und Pfeffer oder die frische Pasta mit Waldpilzen. Dazu eine spritzige Kräuterlimonade und der Tag ist perfekt. Frischer und regionaler lässt sich mitten im Richardkiez kaum genießen.

Jemenitisches Restaurant

Wer den Richardkiez erkundet, sollte im Jemenitischen Restaurant einkehren. Das unscheinbare Lokal in der Karl-Marx-Straße serviert authentische jemenitische Küche wie Salta, Bamia oder langsam gegartes Zurbian-Lamm mit aromatischem Reis. Unbedingt probieren: das hausgebackene Brot und das frische Tabbouleh. Das schlichte Lokal überrascht zudem mit einem gemütlichen, orientalisch gestalteten Separee.

Villa Rixdorf

Auch die Villa Rixdorf, ein markantes Landhaus aus dem Jahr 1870 und echtes Stück Kiezgeschichte, liegt mitten am Richardplatz. Das Restaurant hat ein klassisch-bürgerliches Ambiente mit leicht morbidem Charme. Neben der deftigen, traditionellen Berliner Hausmannskost und deutschen Küche wie Eisbein, Königsberger Klopse, Schnitzel und Sauerbraten, gibt es hier die berühmten Pizzen mit einem Meter Durchmesser und andere mediterrane Gerichte. Der große, von alten Bäumen beschattete Biergarten mit Platz für bis zu 250 Gäste, wird im Sommer gerne als entspannter Treffpunkt genutzt, auch von Prominenten.

Aviv030

Mitten in der Rixdorfer Idylle an der Richardstraße, dort, wo das Paulinski Palme zu Hause war, liegt das Aviv030 – eine lebendige Oase für israelisch-levantinische Küche. Auf den Tisch kommen Streetfood-Klassiker wie Sabich, Kebab oder Mezze nach dem Aperitivo-Konzept zum Teilen, dazu kreative Gerichte wie Blumenkohl in Pankokruste oder Aubergine »Asia Style«. Die Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten ist groß. Im Sommer sitzt man entspannt draußen, begleitet von Beats, Cocktails wie Cocktails wie Passionsfrucht-Sour oder Kokosnuss-Negroni und israelischem Bier – fast wie ein Kurztrip nach Tel Aviv.

Street Food und Imbisse

Fräulein Pilz - Imbissbude am Richardplatz

Streetfood war rund um den Richardplatz lange vor allem durch Döner, Falafel, Börek und Currywurst geprägt. In den letzten Jahren kamen handwerklich anspruchsvollere Konzepte hinzu, ohne den bodenständigen Charakter zu verdrängen. Gleichzeitig bleibt die Neuköllner Imbisslandschaft stark türkisch und arabisch geprägt, was ein wesentliches Merkmal des Viertels ist.

Fräulein Pilz

Fräulein Pilz ist ein echtes Rixdorfer Original. Hier wurde bereits vor über 100 Jahren die erste Wurst verkauft. 2025 hat Peter Edinger das historische Imbissrondell am Richardplatz übernommen und dafür gesorgt, dass die Currywurstbude als nachbarschaftlicher Treffpunkt erhalten bleibt. Der sympathische Metzger aus der Pfalz - vielen bekannt als „Herr Lindemann“, der Bar von nebenan – steht selbst gerne in der Wurstbude und serviert seine kulinarischen Spezialitäten wie Pfälzer Bratwurst, die Currywurst mit Pommes oder deren vegane Optionen und hausgemachte Saucen aus 25 Versuchen. Empfehlenswert sind die herzhaft-fruchtige Ananas-Currywurst-Sauce und auch die Trüffelfritten mit Parmesan.

Cafés

Mausi. - Café, Restaurant und Bar im Richardkiez

Die Cafélandschaft veränderte sich am stärksten im Richardkiez. Wo früher klassische Eckcafés und Bäckereien dominierten, gibt es heute eine Bandbreite von Specialty-Coffee-Lokalen, Brunch-Cafés und kreativen Nachbarschaftstreffs. Das Angebot spricht heute gleichermaßen langjährige Bewohner, junge Familien, Kreative und internationale Gäste an.

Mausi.

Das Mausi am Richardplatz ist Café, Restaurant und Bar zugleich. Ein Ort also, wo man den ganzen Tag lang abhängen kann. Das gemütliche Ambiente im Inneren mit dunklem Holz, buntem Glas und Kerzenlicht ist genauso einladend wie die lauschige Terrasse. Das Team serviert kreative Wohlfühlküche mit vielen vegetarischen und veganen Gerichten mit internationalem Einschlag, u.a. Laugenknödel mit wildem Brokkoli und Misosauce, Arancini mit Pilzfüllung oder Pastinakenpüree mit frittiertem Reisblatt. Die Getränkekarte bietet Kaffeespezialitäten, Naturweine und originelle Cocktails, wie den Matcha Martini oder „Mausi Sauer“. Den Namen für diesen unkomplizierten Lieblingsort hat Restaurantmanagerin Romy Gaines bei der Übernahme des Lokals als kleines Graffito neben dem Eingang entdeckt: Mausi.

Sfera

Nur wenige Schritte vom Böhmischen Platz entfernt lädt das 2023 eröffnete Sfera zum entspannten Genießen ein. Das rein vegane Café serviert kreative Brunch- und Mittagsgerichte wie zum Beispiel Hirse-Waffel mit Pfifferlingen, geräuchertem Knollensellerie, Sauce Hollandaise und grünen Bohnen oder den Weiße-Bohnen-Eintopf mit Artischocke, grünem Salat, eingemachter Zitrone, Basilikum-Öl und Sauerteigbrot. Dazu gibt es eine bunte Auswahl an Naturweinen oder leckeren Kaffee. Das stilvolle Interieur mit Wabenfliesen, einer Holztheke, rosa Leuchten, bunten und königsblauen Stühle sowie einer historischen Mosaikwand geben dem lichtdurchfluteten Lokal eine moderne, verspielte Atmosphäre mit viel Charakter.

Harvest Café

Das frühere The Future Breakfast heißt seit April 2022 Harvest Café. Das moderne Frühstückscafé in der Böhmische Straße hat einen starken Fokus auf gesunde und vegetarische Optionen und steht exemplarisch für die jüngere, bewusste Food-Szene im Kiez. Es gibt üppig belegte Sandwiches (mit Fleisch und Käse aber auch vegan), hausgemachte Kuchen, das bekannte Grilled Cheese Sandwich, Granola und vieles mehr.

Café Vux

Das Vux ist seit 2009 ein veganes Wohlfühlcafé und längst eine Institution in Rixdorf. Hinter dem zurückhaltenden Interieur warten üppig belegte Bagels, hausgemachte Kuchen, Waffeln und täglich frische Suppen und Salate. Besonders beliebt ist der großzügige Sonntagsbrunch, dazu gibt es Bio-Getränke und brasilianisch inspirierte Spezialitäten – ein veganes Schlaraffenland für jede Tageszeit.

Bars und Kneipen

Zosse Bar im Richardkiez

Im Richardkiez findet man eine gelungene Mischung aus traditioneller Berliner Kneipenkultur und moderner Barkultur. Hier existieren klassische Kiezlokale, Biergärten und kreative Cocktailbars nebeneinander. Der historische Dorfkern von Alt-Rixdorf verleiht dem Nachtleben dabei eine entspannte und nachbarschaftliche Atmosphäre.

Herr Lindemann

Herr Lindemann gehört zu den bekanntesten Bars am Richardplatz. In dem an eine historische Apotheke erinnernden Ambiente entstehen außergewöhnliche Kräutercocktails mit selbst angebauten Botanicals und kreativen Infusionen. Die liebevoll gestaltete Karte liest sich wie ein Pflanzenlexikon – ein ebenso origineller wie genussvoller Ort für alle, die klassische Drinks einmal ganz neu erleben möchten.

Alter Roter Löwe

Der Alte Rote Löwe ist eine urige Kiezkneipe mit viel Charakter und seit Jahren fester Treffpunkt der Rixdorfer Szene. Dunkles Holz, eine reich verzierte historische Theke, Parkett und Kronleuchter sorgen für nostalgisches Flair. Dazu gibt es Bier, Wein und Schnäpse sowie Jazzabende, Lesungen und Kneipenquizze – echtes Neukölln ohne Schnickschnack.

Lobby 030

Die Lobby 030 ist die stilvolle kleine Schwester des Aviv 030 und seit 2024 eine Bereicherung für den Richardkiez. In der gemütlichen Weinbar treffen Naturweine und klassische Tropfen auf kreative Snacks zum Teilen und raffinierte Cocktails. Das dunkle, elegante Interieur, gute Musik und die entspannte Atmosphäre machen sie zum perfekten Ort für einen Aperitif, einen langen Weinabend oder den Ausklang eines Restaurantbesuchs.

Zosse Bar

Versteckt in einer ehemaligen Schmiede aus dem 19. Jahrhundert liegt die Zosse – eine der stimmungsvollsten Bars im Richardkiez. Hinter den großen Scheunentoren erwarten Gäste rustikaler Charme, Kerzenschein, Kaminofen und ein idyllischer Biergarten. Hausgemachte Cocktails, lokale und internationale Biere sowie die entspannte Hofatmosphäre machen die Zosse zu einem echten Geheimtipp.

Markthallen - Märkte – Delikatessen – Spezialitätenläden

Blutwurstmanufaktur

Fleischermeister Marcus Benser reiht in der "Blutwurstmanufaktur" in Berlin Würste auf einen Spieß.

Der Richardplatz besitzt keine Markthalle, profitiert aber von den zahlreichen Wochenmärkten und den kulinarischen Angeboten, die Neukölln veranstaltet.

Hier zeigt sich, wie sich das Viertel internationalisiert. Neben türkischen, arabischen und osteuropäischen Lebensmittelgeschäften entstanden zahlreiche kleine Feinkostläden, Kaffeeröstereien, Bio-Läden und spezialisierte Anbieter. Einzelne Luxusgeschäfte prägen die kulinarische Identität des Richardplatzes heute nicht mehr. Stattdessen bestimmt die ungewöhnliche Dichte authentischer Spezialitäten aus unterschiedlichsten Kulturkreisen das Bild.

Blutwurstmanufaktur

Mitten im historischen Böhmisch-Rixdorf ist die Blutwurstmanufaktur seit über 100 Jahren eine echte Institution. Der kleine Handwerksbetrieb fertigt mehr als 60 Wurstspezialitäten nach traditionellen Rezepten – allen voran die mehrfach ausgezeichnete schwarze Blutwurst, die weit über Berlin hinaus berühmt ist. Mittags locken zudem klassische Hausmannskost wie Hackbraten, Senfeier oder Milchreis und herzliche Kiezatmosphäre.

Kalle Halle

Die Kalle Halle Markthalle ist Neuköllns neue Genussadresse für alle, die kulinarische Vielfalt lieben. Unter einem Dach vereinen sich internationale Food-Konzepte – von handgezogenen Lanzhou-Nudeln über koreanische Küche bis zu Sushi und Burgern – mit Bars und kleinen Shops. Ob Streetfood, Naturwein oder Feinkost: Hier lässt sich schlemmen, stöbern und Neues entdecken.

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Aktualisierung: 8. Juli 2026