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Jedem seine Akte – Tom Sello spricht im BABcast über die Besetzung des Stasi-Akten-Archivs im September 1990

Jens Schöne und Tom Sello sprechen über die Besetzung des Stasi-Akten-Archivs im September 1990.
Bild: BAB

Im September 2020 jährt sich zum 30. Mal die Besetzung des Stasi-Akten-Archivs. Das Ministerium für Staatssicherheit (kurz: Stasi) war im Spätsommer 1990 seit ein paar Monaten Geschichte – die Zukunft der Akten, Fotos, Filme und anderen Hinterlassenschaften der DDR-Geheimpolizei hingegen höchst umstritten.

Basis für Aktenzugang, wie wir ihn heute kennen

Am 4. September 1990 gipfelten die Auseinandersetzungen in einer Archivbesetzung auf dem Gelände der früheren Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Nach über drei Wochen, am Ende eines Hungerstreiks, zahlreicher Demonstrationen und täglicher Mahnwachen sowie dramatischer Diskussionen in der Volkskammer, waren der Verbleib der Akten in Ostdeutschland und deren Öffnung für Betroffene; Forschung und Medien in Aussicht gestellt. In einem Zusatz zum Einigungsvertrag wurde vereinbart, dass ein Sonderbeauftragter eine Regelung für den Umgang mit den Unterlagen entwickeln soll. Diese Vereinbarung schaffte die Grundlage für den Aktenzugang, wie wir ihn heute kennen.

Eine Reise in den außergewöhnlichen September 1990

Der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte Tom Sello war damals hautnah dabei und spricht im BABcast, dem hauseigenen Podcast, über seine Erinnerungen an diese Zeit. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Aufarbeitungsbeauftragten Jens Schöne schildert er seine persönlichen Erlebnisse während der Archivbesetzung und nimmt die Zuhörerschaft mit auf eine Reise in diesen außergewöhnlichen September im Jahr 1990.