Dolmetscher soll Menschen mit Behinderung helfen

Dolmetscher soll Menschen mit Behinderung helfen

Corona-Impfzentren in Brandenburg sollen für Menschen mit Behinderung besser ausgestattet werden. Ab kommender Woche werden dazu nach Angaben des Gesundheitsministeriums in allen 13 Zentren digitale Dolmetscher eingesetzt, die gehörlosen Menschen die Kommunikation erleichtern sollen. Bei einem Besuch des Impfzentrums in Frankfurt (Oder) stellte die Behindertenbeauftragte des Landes, Janny Armbruster, am Freitag diese neue, digitale Dolmetscher-Betreuung vor. Die Impfzentren haben dafür Tablets erhalten, die gehörlosen Menschen bei ihrem Impftermin zur Verfügung gestellt werden. Sie werden per Videoschalte direkt mit einem Gebärdendolmetscher verbunden, über den sie dann mit den Mitarbeitern des Impfzentrums kommunizieren können.

Armbruster wies darauf hin, dass Menschen mit Behinderung in der Corona-Pandemie besonderen Belastungen ausgesetzt seien. «Viele Menschen mit Behinderungen haben ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Ein reibungsloser Ablauf der Impfung – von der Terminvergabe bis zur Impfung – ist daher für sie besonders wichtig», betonte Armbruster.
Begleitet wurde sie bei ihrem Besuch von vier Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Eine Rollstuhlfahrerin, ein Blinder, ein Hörbehinderter und ein Gehörloser testeten die Barrierefreiheit des gesamten Impfprozesses. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) erfüllen alle 13 Impfzentren im Land die hohen Anforderungen, die an die Barrierefreiheit gestellt sind. Kriterien sind unter anderem der rollstuhlgerechte Zugang aller Räume, Beschilderungen in Brailleschrift für Blinde sowie Gebärdendolmetscher und andere Kommunikationshilfen für Menschen mit Hörbehinderung.
Armbruster warb dafür, Menschen mit Behinderungen oder schwerwiegenden Vorerkrankungen in der Impfstrategie prioritär zu behandeln. Diese Gruppen seien in vielen Fällen nicht in der Coronavirus-Impfverordnung berücksichtigt, weil ihre Diagnosen zu selten seien, um statistisch ins Gewicht zu fallen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 9. April 2021 15:32 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg