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Zahlen und Fakten

Eingemauert

„Eingemauert!“ ist ein Filmprojekt der Deutschen Welle. Eine Computeranimation bildet erstmals die Mauer und die innerdeutsche Grenze detailgetreu nach.

Eingemauert! Animationsfilm über die innerdeutsche Grenze

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Aufbau der Grenzanlagen

Die allgemein bekannte und medial in alle Welt vermittelte „Berliner Mauer“ war die vordere Sperrmauer Richtung West-Berlin. Sie verlief an der Grenze des sowjetischen Sektors entlang der Berliner Bezirksgrenzen, die 1921 für Groß-Berlin festgelegt worden waren. Lediglich an Wasserläufen und Bahnanlagen wichen politische Grenze und Standort der ersten Sperrmauer deutlich voneinander ab. Außerdem kam es nach 1961 in einigen Grenzabschnitten zu einem Gebietsaustausch.

An der politischen Grenze zu West-Berlin beginnend wurden die Sperranlagen ab dem 13. August 1961 auf Ost-Berliner Gebiet nach und nach zu einem tief gestaffelten „Sicherungs“-System ausgebaut und ständig perfektioniert. Auch die bauliche Ausführung der „Berliner Mauer“ ist zwischen 1961 und 1989 in vielen Abschnitten viermal verändert worden. Die vordere Sperrmauer, Richtung West-Berlin, war bis zu 3,60 Meter hoch. Außerhalb des Stadtgebiets wurde das vorderste Sperrelement auch als Metallgitterzaun ausgeführt.

1 Betonplattenwand mit oder ohne Rohr
2 Metallgitterzaun
3 Kontrollstreifen (KS)
4 Beleuchtungsanlage
5 Kfz-Graben
6 Linie der vorderen Begrenzung des Grenzpostens
7 Kolonnenweg
8 Führungsdraht der Hundelaufleine
9 Signalgerät
10 Beobachtungsturm
11 Kontaktzaun
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Die Mauer in Zahlen

Gesamtlänge der Grenze zu West-Berlin: 155 km
Innerstädtische Grenze zwischen Ost- und West-Berlin: 43 km
Grenze zwischen West-Berlin und der DDR („Außenring“): 112 km
Grenzübergänge zwischen Ost- und West-Berlin (Straße/Schiene): 8
Grenzübergänge zwischen der DDR und West-Berlin (Straße/Schiene): 6
Beobachtungstürme: 302
Bunker: 20
Hundelaufanlagen: 259
Kraftfahrzeug-Sperrgräben: 105,5 km
Kontakt- bzw. Signalzäune: 127,5 km
Kolonnenweg: 124,3 km
(Stand 31.07.1989, Lapp/Ritter, Die Grenze, 1997)
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Grenzregime

Der Auf- und Ausbau der Grenzanlagen folgte ihrem Zweck: Sie sollten Menschen aus Ost-Berlin und der DDR am Grenzübertritt nach West-Berlin hindern. Die Sperranlagen richteten sich also nach innen, gegen die eigene Bevölkerung. Das unterschied sie von anderen Grenzsicherungen.

Leuchtkörper an hohen Masten beleuchteten den Sandstreifen, in dem sich die Spuren von Flüchtlingen abzeichnen sollten. Die Lichtmasten trugen die Farbmarkierung der „vorderen Postenbegrenzung“. Grenzsoldaten, die diese gedachte Linie ohne Voranmeldung überschritten, waren des Fluchtversuches verdächtig. Vor dem so genannten Kontrollstreifen verlief der „Kolonnenweg“ für die Patrouillen- und Versorgungsfahrzeuge. Der asphaltierte Weg war durch Zufahrtstore in der hinteren Sperrmauer erreichbar. Als weiteres Element des Sperrsystems erhoben sich vor dem „Kolonnenweg“ die Beobachtungstürme, die organisatorisch in Gruppen zusammengefasst, von einer „Führungsstelle“ koordiniert wurden. Der Reihe der Wachtürme vorgelagert waren oft Hunde-Laufanlagen oder andere Hindernisse. Davor war der elektrische „Signalzaun“ installiert, der bei Berührung Alarm auslöste.

Selbstschussanlagen und Minen, wie an großen Abschnitten der innerdeutschen Grenze (DDR-Bundesrepublik), waren in Berlin nicht installiert.

Als erste bauliche Begrenzung erhob sich die hintere, das heißt innere Sperrmauer, in deren Verlauf Gebäude, Brandwände und Fabrikmauern einbezogen worden waren. Daher war sie nicht als einheitliches Bauwerk im Ost-Berliner Stadtbild wahrzunehmen, obwohl sie den Anfang des zwischen fünf und mehreren hundert Meter breiten Grenzstreifens markierte.

Noch vor der ersten Mauer lagen vielfach weitere „Vorfeldsicherungen“ und schließlich das „Grenzgebiet“, in dem der Aufenthalt nur mit besonderer Genehmigung erlaubt war.
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Mauertote


Weit über 100.000 Bürger der DDR versuchten zwischen 1961 und 1988 über die innerdeutsche Grenze oder über die Berliner Mauer zu fliehen. Weit mehr als 600 von ihnen wurden zwischen 1961 und 1989 von Grenzsoldaten der DDR erschossen oder starben bei Fluchtversuchen. Sie ertranken in Gewässern, erlitten tödliche Unfälle oder begingen Selbstmord bei ihrer Entdeckung.

Allein an der Berliner Mauer wurden zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben: 98 Flüchtlinge, die beim dem Versuch die Grenzanlagen zu überwinden, erschossen wurden, verunglückten oder sich das Leben nahmen; 30 Menschen aus Ost und West ohne Fluchtabsichten, die erschossen wurden oder verunglückten; 8 DDR-Grenzsoldaten, die während ihres Dienstes durch Fahnenflüchtige, Kameraden, Flüchtlinge oder einen West-Berliner Polizisten getötet wurden. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. Ungezählt sind die Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihr Leben starben.

Die Ergebnisse und die Darstellung der Einzelschicksale sind zugänglich unter Stiftung Berliner Mauer(Externer Link) und Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam(Externer Link).

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Schießbefehl

Gesetze, Anordnungen und Befehle regelten den Schusswaffengebrauch an den Außengrenzen der DDR. So hieß es in einem Befehl des Verteidigungsministeriums der DDR aus dem Oktober 1961, die Schusswaffe dürfe eingesetzt werden „zur Festnahme von Personen, die sich den Anordnungen der Grenzposten nicht fügen, indem sie auf Anruf „Halt – Stehenbleiben – Grenzposten!“ oder nach Abgabe eines Warnschusses nicht stehenbleiben, sondern offensichtlich versuchen, die Staatsgrenze der DDR zu verletzen“ und wenn „keine andere Möglichkeit zur Festnahme besteht“.

Einen Schießbefehl im Sinne einer Verpflichtung zum Todesschuss gab es – juristisch betrachtet – nicht. Aber Belobigungen und Prämien für Todesschützen, ideologische Beeinflussung der jungen Wehrpflichtigen und Soldaten sowie Strafgesetze, die Fluchtversuche unter bestimmten Bedingungen als Verbrechen definierten, rückten im Alltag der Grenzsoldaten die Erlaubnis zum Einsatz der Waffe in die unmittelbare Nähe der Pflicht.

Erst am 3. April 1989 erhielten die Grenztruppen der DDR nach einer Verlautbarung von Generalsekretär Erich Honecker die Anweisung, „die Schusswaffe“ nicht mehr „zur Verhinderung von Grenzdurchbrüchen“ einzusetzen.
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