10. Charlottenburg-Wilmersdorfer Ehrenamtspreis

Verliehen am 18.09.2009 - Tag des Ehrenamtes

Link zu: Verleihung des Ehrenamtspreises am 18.9.2009, von links: Sozialstadträtin Martina Schmiedhofer, Schauspieler Tilo Prückner, Preisträger Dr. Herbert Dürrwächter und Moderatorin Katharina Gerlach
Verleihung des Ehrenamtspreises am 18.9.2009, von links: Sozialstadträtin Martina Schmiedhofer, Schauspieler Tilo Prückner, Preisträger Dr. Herbert Dürrwächter und Moderatorin Katharina Gerlach Bild: Bezirksamt

Martina Schmiedhofer, Bezirksstadträtin für Soziales, Gesundheit, Umwelt und Verkehr im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, verlieh am Freitag, dem 18.09.2009 beim “Tag des Ehrenamtes” auf dem Karl-August-Platz den 10. Charlottenburg-Wilmersdorfer Ehrenamtspreis. Sie freute sich über das vielfältige bezirkliche Engagement, das mit dem Charlottenburg-Wilmersdorfer Ehrenamtspreis mit einem Preisgeld von insgesamt 4.000 Euro gewürdigt und unterstützt werden kann.
Entsprechend dem Votum der Jury erhält den ersten Preis Regina Rüdiger vom Verein AMSOC. Mit dem zweiten Preis wird Lothar Diettrich, mit dem dritten Preis die Bürgerinitiative Ruhleben und mit dem vierten Preis Dr. Herbert Dürrwächter ausgezeichnet. Die Anerkennungspreise gehen an den Tauschring Charlottenburg-Wilmersdorf, den Verein Tabea e.V. und Bernd Kriedemann.
Alle Preisträger werden für ihr besonderes gemeinwohlorientiertes, freiwilliges Engagement ausgezeichnet.

Erster Preis (1.000 Euro): Regina Rüdiger
Die Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg e.V. (AMSOC) bietet seit 2005 das Projekt „Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ an. Die Paten betreuen ehrenamtlich Kinder psychisch kranker, allein erziehender Mütter mindestens einmal pro Woche an einem Nachmittag oder Abend und an einem Wochenende im Monat mit Übernachtung. Zusätzlich nehmen die Paten die Kinder bei sich auf, wenn die Mutter sich in stationäre psychiatrische Behandlung begeben muss. Paten nehmen an fachlichen Supervisionen teil.
Regina Rüdigers Patenschaft ist äußerst herausfordernd, da die Mutter ihres Patenkindes an einer bipolaren Störung leidet. Regina Rüdiger, selbst voll berufstätig, kümmert sich seit drei Jahren um ihr Patenkind. Sie beschreibt diese Zeit als ein Geschenk an sich selbst. Sie hat eine gute Beziehung zu ihrem Patenkind aufgebaut und es geschafft, dem Kind ein verlässliches Gegenüber zu sein und damit den Grundstein für eine gesunde Zukunft des Kindes zu legen. Menschen wie Regina Rüdiger schließen eine wichtige Lücke im Schutz und in der Versorgung von Kindern psychisch erkrankter Eltern. Sie tragen dazu bei, dass diese Kinder sich gesund entwickeln und die Krankheit der Eltern nicht auf die nächste Generation übergeht.
Zusätzlich zu ihrem Engagement für das Kind, ist sie jederzeit bereit, Interviews zu geben und damit das Projekt „Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Anwerbung von neuen Paten zu unterstützen.
Für weitere Informationen Tel: 33772682

Zweiter Preis (900 Euro): Lothar Diettrich
Lothar Diettrich leitet seit 1988 das Sozialcafé Kreuzpunkt (ehemalige Teestube) in der Friedenskirche Charlottenburg und das, obwohl er durch eine 90% Schwerbehinderung auf den Rollstuhl angewiesen ist. An zwei Tagen pro Woche kommen inzwischen nicht mehr ausschließlich junge Leute, sondern Obdachlose, Arme, Suchtkranke und sozial Schwache, für die es Frühstück, Gesprächsangebote und eine Kältestube gibt. Neben seinen Leitungs- und Kassenverwaltungsaufgaben im Cafébetrieb übernimmt Lothar Diettrich den erforderlichen Einkauf (Brote, Aufstrich und Getränke) für die ca. 60-80 Gäste. Er versteht es immer wieder, die Gemeindemitglieder aus dem gutbürgerlichen Milieu der Kirche für die Arbeit und den Fortbestand des Kreuzpunktes zu erwärmen. Erfolg seines networkings sind die vielen Feierlichkeiten und Programmangebote, bei denen sich die verschiedenen Personengruppen begegnen bzw. zusammen arbeiten. Wie selbstverständlich und auf Augenhöhe mit den Gästen seines Cafés versteht er es, ihnen ihre Eigenverantwortlichkeit zu belassen bzw. deutlich zu machen.
Für weitere Informationen Tel: 34703867

Dritter Preis (800 Euro): Bürgerinitiative Ruhleben (Aktiv in der Interessengemeinschaft der Eigenheimsiedlung Ruhleben e.V. gegr. 1922)
Die 1922 gegründete Interessengemeinschaft Ruhleben hat sich nach und nach zu einem Motor für soziales, kulturelles und ökologisches Engagement im Ortsteil Ruhleben und seiner Umgebung entwickelt. Unter dem Vorsitz von Carsten Fischer wurden seit 2002 folgende Projekte ehrenamtlich realisiert: Straßenfeste, eine jährliche Müllsammelaktion und 13 Patenschaftsbereiche zur nachhaltigen Sauberhaltung der Grünflächen. Außerdem organisieren die Bürger Kiezveranstaltungen im kirchlichen Gemeindehaus der Charlottenburger Friedensgemeinde. Der Gebäudeerhalt dieses Treffpunkts wird inzwischen auch mittels Benefizveranstaltungen und ehrenamtlichen Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft geleistet.
Für weitere Informationen Tel: 3051370/3052421

Vierter Preis (500 Euro) Dr. Herbert Dürrwächter
Als Schatzmeister im Vorstand des Sport-Gesundheitspark Berlin e.V. setzte sich Herr Dr. Dürrwächter bereits 1995 für die Etablierung eines Gesundheitssportangebots für übergewichtige Kinder und Jugendliche im Verein, gegen Widerstand in den eigenen Reihen und der traditionsgemäßen Konzentration auf den Erwachsenenfreizeitsport, ein und entwickelte den Verein durch sein frühzeitiges, weitsichtiges und leidenschaftlich-konsequentes Engagement zu einem Modellverein in Berlin. Das erfolgreiche Programm, das übergewichtigen Kindern und Jugendlichen unter Einbeziehung der Eltern beim Abnehmen hilft, heißt „Fidelio“ und wurde auf der Sportebene vielfältig ausgezeichnet. Neben dem sehr engagierten Leiter Endré Puskas, ist Dr. Dürrwächter seit Beginn des Programms die treibende Kraft. Sowohl an seinem 60., als auch an seinem 70. Geburtstag sammelte er Spenden für das Projekt.
Für weitere Informationen: lusch@sport-gesundheitspark.de

1. Anerkennungspreis( 300 Euro): Tauschring Charlottenburg-Wilmersdorf
Der Tauschring Charlottenburg-Wilmersdorf wurde 1998 von Josella Stolz im Nachbarschaftshaus am Lietzensee e.V. gegründet. Derzeit hat der Tauschring ungefähr 160 Mitglieder. Alle, die an einem Tauschring teilnehmen, können ihre Fähigkeiten, Bildung und Waren miteinander tauschen. Der Vorteil ist, dass nicht nur direkt, sondern auch indirekt getauscht werden kann. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich. Auch ohne viel Geld können sich alle etwas leisten und sich rege am Tauschhandel beteiligen. Der Tausch zwischen den Menschen im Kiez fördert Nachbarschaftskontakte, schafft neue Freundschaften und wirkt so der Vereinzelung entgegen. Brachliegende Fähigkeiten werden mobilisiert, neue Initiativen werden möglich, auch wenn wenig Geld vorhanden ist.
Für weitere Informationen: T: 303065-0 / T: 3236453

2. Anerkennungspreis (300 Euro): Tabea e.V.
Seit 1992 ist Tabea e.V. in Charlottenburg-Wilmersdorf als Träger einer Beratungsstelle für Menschen in Verlust- und Krisensituationen und eines ambulanten (Kinder-)Hospizes tätig. Seit 2007 wird ein auf drei Jahre angelegtes Projekt anteilig von der Aktion Mensch, dem Tagesspiegel und dem Diakonischen Werk gefördert. Grundlage der Vereinsarbeit ist das Engagement von rund 40 Ehrenamtlichen, die Menschen in schwersten Lebenssituationen begleiten. Die Sterbe- und Trauerbegleitung erfolgt gemäß festgelegter Qualitätsstandards im Ambulanten Kinder-Hospizdienst, im Trauer Café und in verschiedenen Gruppenaktivitäten für Trauernde.
Für weitere Informationen Tel: 4955747

3. Anerkennungspreis (200 Euro): Bernd Kriedemann
Seit 1972 arbeitet Herr Kriedemann ehrenamtlich für alkoholkranke Menschen. Inzwischen leitet er den Verein VAL in der Neufertstraße, in dem sich 29 Gruppen und 300 Mitglieder betätigen. Der Verein wird Abstinenzwilligen aus fast allen umliegenden Krankenhäusern als Ansprechpartner empfohlen. Der Verein bietet unter anderem ein Freizeitprogramm mit zwei eigenen Vereinsbooten an und gibt die Vereinszeitung „Klartext“ heraus. Bernd Kriedemann sucht den persönlichen Kontakt zu Erkrankten und steht ihnen in schweren Situationen persönlich zur Seite.

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