90. Kiezspaziergang am 13.6.2009

Vom Olympiastadion zum Stößensee

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Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen

Treffpunkt: S-Bhf Olympiastadion, Flatowallee

Sehr geehrte Damen und Herren!
Herzlich willkommen zu unserem 90. Kiezspaziergang. Wir wollen heute durch das englische Viertel an der Heerstraße zum neu ausgebauten Teilstück des Havelhöhenwegs am Stößensee gehen. In einigen Minuten erwartet uns die Stellvertretende Schulleiterin der Charles-Dickens-Grundschule, Frau Hertz, um uns ihre Schule vorzustellen. Wir werden den britischen Soldatenfriedhof an der Heerstraße besichtigen und am Ende des neuen Havelhöhenwegs werden wir schließlich den Segler-Verein Stößensee e.V. besuchen. Auf dem Gelände direkt am See wird uns der Vorsitzende Erich Danker seinen Verein vorstellen, der vor wenigen Wochen sein 100jähriges Jubiläum gefeiert hat.

Bevor wir beginnen, möchte ich Ihnen mitteilen, wo der Treffpunkt für den nächsten Kiezspaziergang sein wird. Wie Sie wissen treffen wir uns immer am zweiten Sonnabend des Monats um 14.00 Uhr. Am Wochenende vom 10. bis zum 12. Juli wird eine Menge los sein in Charlottenburg-Wilmersdorf. Wir feiern auf dem Prager Platz in Wilmersdorf unser traditionelles Fest der Nationen, der Kaninchenzuchtverein D19 Wilmersdorf feiert in der Kleingartenkolonie Oeynhausen sein 90jähriges Bestehen, und unsere Gartenarbeitsschule veranstaltet am 11. Juli ihr beliebtes Gartenfest. Wir treffen uns am Sonnabend, dem 11. Juli, um 14.00 Uhr vor dem Rathaus Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz 4, direkt am U-Bahnhof Fehrbelliner Platz, und wir werden sowohl die Kaninchenzüchter und Kleingärtner besuchen als auch unsere Gartenarbeitsschule in der Nähe des U-Bahnhofs Breitenbachplatz, wo Sie dann nach dem Kiezspaziergang noch ein wenig mitfeiern und das reichhaltige Angebot genießen können, wenn Sie mögen.

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Am S-Bahnhof Olympiastadion, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

S-Bahnhof Olympiastadion
Der S-Bahnhof Olympiastadion wurde 1909 von Schwarz und Dörgé als Teil der ehemaligen Vorortbahn nach Spandau gebaut, 1936 wurde er für den Ansturm zu den Olympischen Spielen umgebaut. Von 1961 bis 1998 war die S-Bahn hier außer Betrieb.

Olympiastadion
Die Geschichte des Olympiastadions beginnt 1909. Damals wurde hier eine Galopp- und Hindernisrennbahn eröffnet und gleichzeitig ein Sportstadion für die Olympischen Spiele im Jahr 1916 geplant.
Dieses wurde von Otto March erbaut und als “Deutsches Stadion” 1913 zum 25jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms II eingeweiht. Seiner Bestimmung konnte es allerdings nicht dienen, denn die Olympischen Spiele von 1916 wurden wegen des Ersten Weltkrieges abgesagt. Als Berlin 1931, also noch während der Zeit der Weimarer Republik, erneut den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Sommerspiele erhielt, diesmal für das Jahr 1936, wurde der Sohn von Otto March, Werner March beauftragt, das “Deutsche Stadion” zu überarbeiten.
Er baute bis 1936 zum Teil nach genauen Anweisungen von Adolf Hitler das neue Olympiastadion.
1974 wurde es teilweise überdacht. Von 2000 bis 2004 wurde das Stadion schließlich für 242 Mio EUR mit starker finanzieller Beteiligung des Bundes grundlegend renoviert und modernisiert. Alle 76.000 Zuschauerplätze wurden überdacht.
Während der Fußballweltmeisterschaft vom 9.6. bis zum 9.7.2006 war das Olympiastadion Austragungsort für die Vorrundenspiele das erste Viertelfinale und das Finale am 9.7., das Italien gegen Frankreich gewann.

Landessportbund Berlin
Unmittelbar am Olympiastadion hat der Landessportbund Berlin seinen Sitz mit der Adresse Jesse-Owens-Allee 2. Er wurde 1949 als Sportverband Groß-Berlin gegründet und ist ein freier und unabhängiger Zusammenschluss von Sportfachverbänden, den Unterorganisationen des Amateursports, sowie der bezirklichen Sportarbeitsgemeinschaften. Er ist Mitglied im Deutschen Sportbund. Seine Jugendorganisation ist die Sportjugend Berlin.
Der Landessportbund koordiniert sämtliche Aktivitäten im Freizeit-, Breiten- und Leistungssport und bietet eine eigene Ausbildung an der LSB-Sportschule an.

Flatowallee
Die Flatowallee wurde am 21. Februar 1997 benannt nach den beiden jüdischen Turnern Alfred und Gustav Flatow. Die Straße hieß von 1914 bis 1936 Rennbahnstraße und von 1936 bis 1997 Reichssportfeldstraße. Seit den 80er Jahren wurde über eine Umbenennung des von den Nationalsozialisten gewählten Namens diskutiert. Nachdem die Umbenennung dann 1995 angeordnete wurde, gab es Anwohnerproteste und Klagen, so dass es schließlich noch einmal 21 Monate dauerte, bis die Straße tatsächlich neu benannt werden konnte.
Alfred Flatow wurde 1869 in Danzig geboren. Er kam 1887 nach Berlin und errang mit der deutschen Turnerriege bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen 1896 Gold am Barren und Reck und im Einzelturnen Gold am Barren und Silber am Reck. In Berlin hatte er einen kleinen Fahrradladen und lebte zurückgezogen in Schöneberg, später in Kreuzberg.
1936 war er noch Ehrengast der Olympischen Spiele hier im Olympiastadion. Danach wurde er als Jude mehr und mehr diskriminiert, 1942 von den Nazis zum “Reichsfeind” erklärt und am 30. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er im Alter von 73 Jahren den Hungertod starb.
Gustav Felix Flatow wurde 1875 in Berent geboren, kam 1892 nach Berlin und nahm gemeinsam mit seinem Cousin Alfred Flatow ebenfalls an den Olympischen Spielen 1896 in Athen teil. Bei den Spielen in Paris im Jahr 1900 blieb er erfolglos, zog sich vom Sport zurück und führte seine 1899 gegründete Textilfirma. 1933 emigrierte er nach Holland, wurde dort an Silvester 1943 verhaftet und im Februar 1944 in das KZ Theresienstadt deportiert. Dort fanden ihn Mithäftlinge am 29. Januar 1945 verhungert und erfroren vor einer Baracke.

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Im Dickensweg, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Dickensweg
Der Dickensweg wurde 1955 nach dem berühmten britischen Schriftsteller Charles Dickens benannt, der von 1812 bis 1870 lebte. Die Straße wurde angelegt im Zusammenhang mit dem Bau der britischen Siedlung nach dem Zweiten Weltkrieg. In den 1950er Jahren verlegten die Briten ihr Hauptquartiert vom Fehrbelliner Platz zum Olympiastadion, und die Wohnungen für die Offiziere und für die Soldaten und ihre Familien entstanden direkt um die Ecke. Wenn wir durch den Dickensweg gehen, werden Sie vor allem kleinere Mietshäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser sehen, die aus den 1950er und 60er Jahren stammen und für die britischen Familien gebaut wurden.

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Auf dem Gelände der Charles-Dickens-Grundschule, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Dickensweg 15: Charles-Dickens-Grundschule
Die Charles-Dickens-Grundschule wurde 1971 eröffnet und ist seit dem Schuljahr 1992/93 Staatliche Europaschule für Englisch. Als staatliche Europaschule verfügt sie über einen deutschen Grundschulzweig und einen deutsch-englischen Europazweig. 1995 wurde das Schulgelände um ein weiteres Gebäude ergänzt, da die Anzahl der Klassenräume seit längerem nicht mehr ausreichten. Die Schule befindet sich in einer 1970-71 nach Plänen von Fritz Böger und Fritz Gras errichteten Anlage. Diese Anlage verfügt über zwei bis drei Geschosse und ist unregelmäßig gegliedert. Sie besteht aus einem Klassentrakt, einem sich westlich anschließenden Mehrzweckraum und der Turnhalle. Die drei Schulgebäude wurden als Stahlbetonskelettbauten ausgeführt und sind mit gestrichenen Ziegeln verblendet. Der große Schulhof mit seinem alten Baumbestand bietet den Kindern gute Spielmöglichkeiten.
Ich freue mich sehr, dass die Stellvertretende Schulleiterin, Frau Hertz, sich bereit erklärt, uns heute ihre Schule vorzustellen. Herzlichen Dank dafür.

Dickensweg 17-19 Berlin-Britisch-School
Die 1994 gegründete Berlin-British-School ist eine internationale Privatschule mit Kindertagesstätte und Vorschule. Sie führt zu einem Abschluss, der weltweit zum Hochschulzugang berechtigt. Inzwischen wurde die Schule erweitert. An diesem Standort ist die “Middle School” untergebracht, von der 1. bis zur 5. Klasse, an der Havelchaussee 104 die “Lower School” mit Kita und Vorschule und am Postfenn 31 die “Senior School” von der 6. bis zur 13. Klasse.

Link zu: Paulinenkrankenhaus, 10.6.2009, Foto: Alice Schirrmeister
Paulinenkrankenhaus, 10.6.2009, Foto: Alice Schirrmeister Bild: Bezirksamt

Dickensweg 25-39: Paulinenkrankenhaus
Hier bauten die Briten 1965 ihr Militärkrankenhaus auf einem Gelände, das Ihnen von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt wurde. Nach dem Abzug der Briten kaufte das Paulinenhaus 1995 das Gelände von der Oberfinanzdirektion und nahm die Grundsanierung des Militärkrankenhauses in Angriff. Nach einer umfangreichen Umbaumaßnahme konnte dann am 28.11.2001 die Innere Medizin hier starten. In enger Zusammenarbeit mit der Charité werden hier herzoperierte Patienten weiter behandelt.
Der Verein Paulinenhaus für Kranken- und Kinderpflege wurde 1903 von Thusnelda Arndt gegründet. Zunächst 100 Mitglieder unterstützten die Schwesternschaft durch Spenden und Mitgliederbeiträge. Noch im gleichen Jahr errichtete der Verein in Charlottenburg in der Mommsenstraße, eine Kinderheilstätte, die später in die Ebereschenallee verlegt wurde. 1904 schloss sich der Verein an das Rote Kreuz an. Von 1907 bis 1912 baute der Verein auf einem Grundstück an der Eschenallee 28-30 ein Mutterhaus mit Krankenhaus, das bis 1982 von der Firma Siemens unterstützt wurde.

Passenheimer Straße
Die Passenheimer Straße wurde 1937 nach der Stadt Passenheim im Kreis Ortelsburg in Masuren benannt, heute Pasym in Polen. In diesem Gebiet gibt es weitere Straßen, die im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg nach Orten der masurischen Seenplatte benannt wurden. Dort siegten die deutschen kaiserlichen Armeen im Februar 1915 in einer verheerenden Schlacht.
An der Passenheimer Straße entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine Nissenhüttensiedlung mit provisorischen Unterkünften. Später wurde ein Sportplatz angelegt, und an der Ecke Scottweg bauten die Briten 1969 ein Gemeindezentrum, weil der Standort des früheren britischen Gemeindezentrums an der Heerstraße 94/96 für einen Schulerweiterungsbau gebraucht wurde. Das Gemeindezentrum wurde nach dem Abzug der Briten abgerissen. Auf dem gesamten Gelände wurden moderne Mietwohnhäuser errichtet.

Scottweg
Der Scottweg wurde 1955 nach dem schottischen Schriftsteller Sir Walter Scott benannt. Er lebte von 1771 bis 1832 und wurde vor allem durch eine Reihe von historischen Romanen berühmt, darunter “Die Braut von Lammermoor” und “Ivanhoe”.

Dickensweg

Schirwindter Allee
Die Schirwindter Allee wurde 1925 nach der ostpreußischen Stadt Schirwindt bei Königsberg benannt. Sie war bis 1945 die östlichste Stadt Deutschlands und die kleinste Stadt Ostpreußens. Heute heißt sie Kutusowo und gehört zu Russland im Gebiet Kaliningrad.

Link zu: Am "Grünen Dreieck", Foto: KHMM
Am "Grünen Dreieck", Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

“Grünes Dreieck”
Zwischen Glockenturmstraße, Angerburger Allee und Heerstraße entstand nach Plänen von Werner Düttmann seit 1968 das so genannte “Grüne Dreieck”, eine Großwohnsiedlung, die hier mit 5stöckigen Mietshäusern beginnt und schließlich an der Glockenturmstraße in einen Hochhauskomplex mündet.

Scholzplatz
Der Scholzplatz erhielt seinen Namen 1931. Zuvor war 11 Jahre lang ein Platz auf dem heutigen Messegelände nach Ernst Scholz benannt, dem letzten Oberbürgermeister von Charlottenburg. Ernst Scholz wurde 1874 in Wiesbaden geboren. 1900 wurde er Erster Sekretär des Allgemeinen Genossenschaftsverbandes in Charlottenburg. 1912 war er Oberbürgermeister von Kassel und Mitglied des Preußischen Herrenhauses, und 1913 wurde er Oberbürgermeister von Charlottenburg, was er bis 1920 blieb, als Charlottenburg nach Groß-Berlin eingemeindet wurde. Ernst Scholz starb 1932 in Berlin.
Die Tiroler Bauernstuben gibt es hier am Scholzplatz seit 1934.

Heerstraße
Der Charlottenburger Teil der Heerstraße wurde 1874 als Chaussee von Charlottenburg nach Pichelsberg angelegt. Seit 1903 wurde die Straße ausgebaut und zu einem Teil der großen Ost-West-Verbindung vom Berliner Schloss zum Truppenübungsplatz in Döberitz. 1911 wurde sie in Anwesenheit Kaiser Wilhelm II. als Döberitzer Heerstraße feierlich dem Verkehr übergeben.
Auf dem Truppenübungsplatz Döberitz wurden damals an Stelle des früheren Übungsplatzes auf dem Tempelhofer Feld die Paraden der Garderegimenter abgehalten. Seit 1921 heißt die Straße nur noch Heerstraße. Die Nationalsozialisten machten aus der Verbindung eine durchgängige Ost-West-Achse.
Heute ist die Heerstraße Teil der Bundesstraße 5. Bis zum 24.1.1966 verkehrte auf der Heerstraße die Straßenbahnlinie 75 von Spandau-Hakenfelde über den Theodor-Heuss-Platz bis zum Bahnhof Zoo. Die ehemalige Straßenbahntrasse ist heute auf der nördlichen Seite der Heerstraße zwischen Theodor-Heuss-Platz und Stößenseebrücke als Grünstreifen erhalten. 2001 hatte die FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung den Antrag gestellt, diese Straßenbahnlinie wieder in Betrieb zu nehmen, was allerdings leider keine Aussicht auf Erfolg hatte.
Nach der Schließung der Straßenbahnlinie wurde über der Heerstraße ein Ampel- und Verkehrsleitsystem eingerichtet, das die Verkehrsströme durch die Anzeige der optimalen Fahrgeschwindigkeit lenkt und eine Grüne Welle ermöglicht.
Über diese Anlage lässt sich auch die mittlere Spur der Heerstraße bei Bedarf öffnen oder sperren, beispielsweise um den Berufsverkehr oder den Veranstaltungsverkehr des Olympiastadions oder der Waldbühne zu leiten.

Link zu: Auf dem Britischen Soldatenfriedhof, Foto: KHMM
Auf dem Britischen Soldatenfriedhof, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Heerstraße: Britischer Soldatenfriedhof, Berlin War Cemetery
Auf dem Britischen Soldatenfriedhof sind mehr als dreieinhalbtausend, meist sehr junge Tote aus den Commonwealth-Staaten und einige wenige Polen begraben. Überwiegend sind es Air-Force-Mitglieder, die im Luftkampf über Berlin gefallen sind. Die 37.588m² große Friedhofsanlage wurde 1955-57 nach den Plänen des Architekten Philipp Dalton Hepworth durch die Commenwealth War Graves Commission und die Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen von Berlin als Ehrenhain angelegt. Ein unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg angelegter britischer Soldatenfriedhof zwischen Trakehner und Heilsberger Allee wurde 1959 aufgelöst, die Toten auf den Friedhof an der Heerstraße umgebettet.
Ein dreibogiger Torbau mit schmiedeeisernen Pforten an der Ostseite des Friedhofes bildet den eigentlichen Eingang, ein siebenbogiger Torbau den Abschluss. Auf einer Rasenfläche sind die einheitlich gestalteten Grabsteine angelegt, die von einem steinernen Kreuz und einem Gedenkstein hoch überragt werden.
Die Anlage entspricht einem seit 1918 vom englischen Parlament für Soldatenfriedhöfe festgelegten Grundmuster.
Die beiden Hauptdenkzeichen sind darin verbindlich vorgeschrieben: “Stone of remembrance” mit der Inschrift “Their name liveth for evermore” und das dem keltischen Kreuz nachempfundene und mit einem eingelassenen Kreuzritterschwert aus Bronze versehene “Cross of Sacrifice”.
Für die nach dem Krieg verstorbenen zivilen und militärischen Angehörigen der britischen Schutzmacht ist ein eigener Block reserviert.
In einem der Torhäuser befindet sich das Gräberregister in Form der “Roll of Honour”. In dem anderen ist auf einer Edelstahltafel zu lesen:
“Während der beiden Weltkriege von 1914 – 1918 und 1939 – 1945
starben Millionen Menschen. Die meisten Militärangehörigen, Männer
und Frauen, die ihr Leben in diesen Kriegen verloren haben, liegen in
den Ländern begraben, in denen sie fielen. Die überwiegende Zahl der
Angehörigen der Commonwealth-Streitkräfte, die in Deutschland
starben, sind auf Kriegsgräberstätten wie dieser bestattet, die von der
Commonwealth War Graves Commission mit Unterstützung und
Entgegenkommen des deutschen Volkes unterhalten werden.
Derjenigen, deren Gräber unbekannt sind, wird an
Vermisstendenkmälern gedacht.”
Schlichte weiße Grabstelen aus englischem Portlandsandstein, die regelmäßig auf der Rasenfläche der trapezförmigen Friedhofsanlage gruppiert wurden, nennen jeweils den Namen des Toten und zeigen als Relief sein Regimentswappen.
Von den 3.576 hier bestatteten Gefallenen waren 2.676 Briten, 527 Kanadier, 223 Australier, 56 Neuseeländer, 50 Inder, 31 Südafrikaner, 5 Polen und 8 unbekannter Nationalität.

Link zu: Havelhöhenweg, Foto: KHMM
Havelhöhenweg, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Havelhöhenweg
Der rund 10 Kilometer lange Havelhöhenweg führt am Steilufer der Havel entlang vom Strandbad Wannsee im Süden bis hierher zur Heerstraße im Norden. Auf 30 Infotafeln entlang der Strecke gibt es Erläuterungen. An einzelnen Infopunkten ist ein Faltblatt erhältlich.
Der südliche Teil gehört zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf führt der nördliche Teil des Weges von der Lieper Bucht über den Grunewaldturm und die Halbinsel Schildhorn bis hierher zum Stößensee an der Heerstraße. Der Havelhöhenweg wurde im Mai 2004 in seinem südlichen Abschnitt vom Strandbad Wannsee bis zur Halbinsel Schildhorn wieder eröffnet. Er war in den 50er Jahren angelegt worden als Teil eines Notstandsprogramms. Seither wurde er vernachlässigt. Viele Ausblicke waren zugewachsen, Treppenanlagen zerstört. Der Weg musste teilweise wegen Gefahrenstellen gesperrt werden. Er wurde vom Forstamt Grunewald wieder hergestellt, finanziert teilweise aus dem Umweltentlastungsprogramm der Europäischen Union. In den letzten Jahren wurde auch der nördliche Teil wieder hergestellt, und vor wenigen Wochen Mitte April wurde das neue Teilstück hier in Rupenhorn der Öffentlichkeit übergeben.
Es wurde repariert und neu gebaut an der serpentinartigen Treppenanlage am Havelhang zwischen Havelchaussee und der Straße “Am Rupenhorn”. Sie müssen sich also auf viele Treppen einstellen, die auf den 750 Metern bergauf und bergab führen. Der neue Weg verläuft durch ehemalige Villengärten und Reste alter Terrassen- und Treppenanlagen. Stattliche Eiben, Buchsbäume und Rhododendren sind Zeugen der historischen Gartennutzung. Das Gebiet musste von der Deutschen Bahn zugänglich gemacht und gestaltet werden als Teil des Ausgleichs für die Natur, die für die Bahnverbindung Hannover-Berlin verbaut wurde.

Link zu: Beim Segler-Verein Stößensee, Foto: KHMM
Beim Segler-Verein Stößensee, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Havelchaussee 129: Segler-Verein Stößensee e.V.
Der Segler-Verein Stößensee e.V. hat vor wenigen Tagen am 18. April gleichzeitig mit dem Ansegeln sein 100jähriges Jubiläum gefeiert. Ich freue mich sehr, dass der Vorsitzende, Erich Danker, uns nicht nur das Vereinsgelände geöffnet hat, sondern extra gekommen ist, um uns seinen Verein vorzustellen. Herzlichen Dank dafür.
Bevor ich ihm das Mikrofon übergebe, möchte ich mich von Ihnen für heute verabschieden. Wenn Sie die Havelchaussee bis zur Stößenseebrücke zurücklaufen, können Sie direkt an der Brücke eine Treppe hoch zur Heerstraße steigen, wo Sie gleich an der Brücke eine Bushaltestelle finden. Die Linie M49 bringt Sie über die Heerstraße zurück zur Flatowallee und weiter über den Theodor-Heuss-Platz und die Kantstraße bis zum Bahnhof Zoo.