76. Kiezspaziergang am 12.4.2008

Vom Adenauerplatz zum Filmkunst 66

Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte
Treffpunkt: Adenauerplatz an der Adenauerskulptur

Link zu: Adenauerplatz 1.4.2008, Foto: KHMM
Adenauerplatz 1.4.2008, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Sehr geehrte Damen und Herren!
Herzlich willkommen zu unserem 76. Kiezspaziergang. Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen ist heute in unserem Partnerbezirk Lewisham in London. Zum Adenauerplatz gehört ja auch die Lewishamstraße, die ihren Namen seit 1972 hat. Charlottenburg hat bereits 1968 partnerschaftliche Beziehungen zu diesem Londoner Stadtteil aufgenommen. Frau Thiemen besucht unseren Partnerbezirk an diesem Wochenende also zum 40jährigen Jubiläum unserer Partnerschaft.

Deshalb vertrete ich sie, und ich möchte heute Kinos in Charlottenburg zum Schwerpunkt unseres Spazierganges machen. Ich freue mich ganz besonders, dass der Chef der Internationalen Berliner Filmfestspiele, Dieter Kosslick, bei uns ist, an unserem Kiezspaziergang teilnimmt und uns ganz sicher eine Menge erzählen kann über die Filmgeschichte und Kinokultur in Charlottenburg. Herzlichen Dank dafür und herzlich willkommen! Am Ende sind wir eingeladen beim Ehepaar Stadler im Filmkunst 66 in der Bleibtreustraße, einem der letzten unabhängigen Kinos. Dort wird es natürlich auch eine kleine Filmvorführung geben.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde Charlottenburg und insbesondere die City rund um den Kurfürstendamm ein bedeutender Kinostandort. Bereits 1913 wurden das Marmorhaus und der Union-Palast eröffnet, bald danach der Ufa-Palast am Zoo, das Capitol, der Gloria-Palast und viele weitere bedeutende Kinos. Eine große Rolle spielten die Kinos in den 20er Jahren: In den großen Uraufführungskinos fanden glanzvolle Premieren statt. Im Zweiten Weltkrieg wurden zwar viele Kinos zerstört, aber teilweise wurden schon 1945 in den Ruinen wieder Filme gezeigt. Einige Kinos wurden wieder aufgebaut, viele andere entstanden neu. Seit den 50er Jahren gab es wieder viele Kinos in Charlottenburg, und trotzdem bildeten sich oft lange Schlangen vor den Lichtspielhäusern, besonders an den Wochenenden. Und seit 1951 gab es die Internationalen Filmfestspiele Berlin, die schon in ihrem zweiten Jahr 1952 an den Kurfürstendamm zogen. 1953 wurden der neue Gloria-Palast und die Filmbühne Wien eröffnet, 1957 schließlich der Zoo-Palast. In den letzten Jahren mussten viele Kinos schließen. Aber immer noch ist die City West ein bedeutender Kinostandort. Um den Zoo-Palast haben wir erfolgreich gekämpft, und das Delphi-Kino ist nach vor eines der profiliertesten Programmkinos der Stadt. Diese und viele andere Kinos werden wir heute nicht ansteuern können, weil sie für unseren Spaziergang zu weit entfernt sind. Aber wir wollen Ihnen hier im weniger bekannten Teil der City West interessante Kinos und bedeutende Orte der Film- und Kinogeschichte zeigen.

Wie Sie es gewohnt sind, will ich Ihnen gleich zu Beginn den Treffpunkt des nächsten Kiezspaziergangs nennen: Auch am 10. Mai wird Frau Thiemen nicht in Berlin sein. Deshalb wird dann mein Kollege, der Stellvertretende Bezirksbürgermeister und Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler, die Führung übernehmen. Treffpunkt ist am Samstag, dem 10. Mai, um 14.00 Uhr am Bahnhof Grunewald, und zwar vor dem Bahnhofsgebäude auf dem Platz “Am Bahnhof Grunewald”. Schwerpunkt des Spaziergangs wird die Vorstellung des Ausbildungszentrums Zierpflanzenbau, der ehemaligen Bezirksgärtnerei sein. Sie befindet sich unweit des Bahnhofs im Grunewald.

Adenauerplatz
Die Beziehung zwischen Konrad Adenauer und Berlin war ja durchaus nicht ganz einfach. Am 26. April 1967, eine Woche nach Adenauers Tod, wurde der Kaiserdamm umbenannt in Adenauerdamm. Gegen diese Umbenennung aber gab es so heftige Proteste, dass sie bereits am 15. Januar 1968 wieder rückgängig gemacht wurde. Ersatzweise hat man dann, 5 Jahre später, am 21. Juni 1973 diesen Platz nach Adenauer benannt. Der Platz war neu entstanden durch einen Umbau der Straßenkreuzung. Die Wilmersdorfer Straße wurde verkürzt und verschwenkt, so dass sie nicht mehr direkt in den Kurfürstendamm einmündet, sondern in die Lewishamstraße.

Link zu: Adenauer-Skulptur, 1.4.2008, Foto: KHMM
Adenauer-Skulptur, 1.4.2008, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Seit dem Frühjahr 2005 ist Konrad Adenauer auf seinem Platz am Kurfürstendamm auch selbst präsent. Dank einer Stiftung des bekannten Unternehmers Hans Wall konnten wir am 19.4.2005 die 1,85 m hohe Bronzestatue von Helga Tiemann enthüllen. Mit dabei war die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel, die damals noch nicht als Nachfolgerin Konrad Adenauers im Kanzleramt saß. Die Statue wurde von Helga Tiemann geschaffen. Sie zeigt einen dynamischen Adenauer mit wehendem Mantel und Hut in der Hand. Als Vorbild diente ein legendäres Foto vom 21.9.1949. Es zeigt Adenauer beim Verlassen des Sitzes der Hohen Kommission auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn. Dabei hatte er bewusst die Anweisung missachtet, nicht auf den Teppich zu treten, auf dem die Vertreter der Besatzungsmächte standen. Er demonstrierte damit Selbstbewusstsein der neu entstehenden Bundesrepublik Deutschland.

Einige Meter hinter der Figur von Konrad Adenauer erinnert ein Gedenkstein aus rotem Granit an den Tod des damals 19jährigen Mete Eksi. Der Text auf dem Stein lautet:
METE EKSI GEB. 1972 STARB
AM 13. NOVEMBER 1991 AN DEN
SCHWEREN VERLETZUNGEN DIE ER
AN DIESEM ORT BEI EINER
GEWALTÄTIGEN AUSEINANDERSETZUNG
ZWISCHEN BERLINER JUGENDLICHEN
UNTERSCHIEDLICHER HERKUNFT ERLITT
GEGENSEITIGER RESPEKT UND DER WILLE
ZUR GEWALTFREIHEIT HÄTTEN SEIN
LEBEN SCHÜTZEN KÖNNEN
Mete Eksi selbst war gar nicht an der Auseinandersetzung beteiligt, sondern er wollte schlichtend eingreifen. Das wurde ihm zum Verhängnis.
1992 haben die GEW BERLIN und der Türkische Elternverein den Mete-Eksi-Fonds gegründet, um jährlich einen Preis an Kinder und Jugendliche zu vergeben, die sich in besonderem Maße für das friedliche Zusammenleben von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft in Berlin bemüht haben.

Der Straßentunnel unter dem Kurfürstendamm wurde 1972 eröffnet. Im Rahmen der Untertunnelung des Kurfürstendammes wurde 1974 auch der Platz neu angelegt mit Pflasterung, Bäumen und Sitzbänken. Im Zentrum steht die Brunnenskulptur “Säule in der Brandung” aus Chromnickelstahl mit einem flachen Rundbecken aus Stein von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff.
Der U-Bahnhof wurde 1978 eröffnet. Er ist angelegt als Kreuzungsbahnhof, denn die Kurfürstendammlinie sollte über den Bahnhof Uhlandstraße hinaus bis zum Henriettenplatz verlängert werden. Diese Planungen wurden bisher nicht wieder aufgegriffen.
An der Ecke Kurfürstendamm 70 / Lewishamstraße baute Helmut Jahn 1992 bis 1994 das schmalste Bürogebäude Berlins auf einem nur 2,5 Meter tiefen Grundstück mit einer Stahl-Glasfassade. Zur Vergrößerung der Grundfläche kragt das Gebäude ab der ersten Etage fünf Meter vor. – Die ungewöhnliche Grundstückssituation ergab sich aus dem Abriss eines Hauses im Zuge der Straßenverbreiterung und der Untertunnelung des Kurfürstendammes. Mieter sind vor allem Anwaltskanzleien.
Aktuelle Baupläne gibt es für das Haus zwischen Lewishamstraße und Wilmersdorfer Straße. Der wenig ansehnliche Baukomplex aus den 70er Jahren soll abgerissen und durch einen Neubau für drei Hotels ersetzt werden. Die Accor-Gruppe will hier ein Ibis-, ein Etap- und ein Suite-Hotel unterbringen. Einige Mieter wehren sich gegen die Abrisspläne. In unserer Bezirksverordnetenversammlung und im Bezirksamt gibt es grundsätzlich keine Einwände dagegen, dass sich an dieser Stelle im Stadtbild etwas ändert. Die Hotels könnten auf diesen Teil der Wilmersdorfer Straße eine positive Wirkung haben.
Kurfürstendamm
Der Kurfürstendamm ist eine der wenigen Straßen, bei denen der Name den Zweck bezeichnet, den sie ursprünglich erfüllte. Bis 1880 war es ein Knüppeldamm durch teilweise sumpfiges Gelände, den der König und die Kurfürsten benutzten, um vom Berliner Stadtschloss zur Jagd in den Grunewald zu reiten.
Bereits 1542 war ja dort bereits das Jagdschloss Grunewald gebaut worden. Hier befand sich also ein Damm für die Kurfürsten. Viele Querstraßen des Kurfürstendammes im westlichen Teil in Halensee sind daher auch nach früheren Kurfürsten benannt: Albrecht Achilles, Hektor, Eisenzahn, Georg Wilhelm, Markgraf Albrecht, Cicero, Joachim Friedrich und Sigismund.
Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck regte 1871 den Ausbau des Kurfürstendammes zum Boulevard nach dem Vorbild der Champs Elysées an. Seit 1883 wurde die Straße ausgebaut, am 5.5.1886 mit der Dampfstraßenbahnlinie Zoo-Kurfürstendamm-Grunewald eröffnet. Dies war in gewisser Weise der Geburtstag des Kurfürstendammes als Boulevard, und in rasantem Tempo entwickelte sich der frühere Knüppeldamm. Innerhalb weniger Jahre wurde der Kurfürstendamm fast vollständig mit Mietshäusern bebaut. Sie waren reich mit Stuck verziert, an jeder Ecke mit prächtigen Türmen bekrönt und mit 10- und mehr Zimmer-Wohnungen ganz auf hochherrschaftlichen bürgerlichen Bedarf ausgerichtet.
Und der Kurfürstendamm wurde innerhalb weniger Jahre zum neuen Berliner Boulevard, obwohl er bis 1920 gar nicht in Berlin, sondern in der Großstadt Charlottenburg lag.
Seit den 20er Jahren sprach man von der City-Filiale, weil viele berühmte Geschäfte, Cafés und Restaurants aus der alten City hier moderne Filialen eröffneten, und bald waren die Filialen beliebter als die Originale. Spätestens in den 20er Jahren überflügelte die westliche City-Filiale die alte City. Thomas Wolfe nannte den Kurfürstendamm “das größte Caféhaus Europas”. Der Kurfürstendamm war die lebendigste, modernste, internationalste Straße Berlins geworden.
Das ist er bis heute geblieben, und sein Markenzeichen ist der schnelle Wandel, denn ein Boulevard muss immer up to date sein. Aber wir müssen doch auch aufpassen, dass der Kurfürstendamm seine Vielfalt behält.
Als reine Geschäftsstraße wird er seine Besonderheit verlieren. Nachdem eine Reihe von Kinos schließen mussten, sind auch die Theater unter Druck geraten. Noch immer kämpfen wir um den Erhalt der beiden Bühnen Komödie und Theater am Kurfürstendamm. Sie sind lebensnotwendig für den Boulevard denn entscheidend für den Erfolg von Deutschlands berühmtestem Boulevard war von Anfang an die Mischung: Kunst und Kommerz, Kultur und Gastronomie, Wohnen, Einkaufen, Amüsement, Sehen und Gesehen Werden.

Wilmersdorfer Straße
Schon 1794 ist der Name “Wilmerdorfer Weg” nachgewiesen, seit 1824 “Wilmersdorfer Straße”, benannt nach der Richtung: Die Straße führt von Charlottenburg nach Wilmersdorf. Über diesen Weg ging schon im Mittelalter der Wilmerdorfer Pfarrer, der bis 1708 die Pfarrei Lietzow mitversorgen musste.
Das Dorf Lietzow befand sich dort wo heute hinter dem Rathaus Charlottenburg die Straße Alt-Lietzow noch daran erinnert, also von hier aus gesehen am Ende der Wilmersdorfer Straße. Lietzow wurde 1720 in die Stadt Charlottenburg eingemeindet, die 1705 von König Friedrich I gegründet worden war.
Die Wilmersdorfer Straße besteht aus drei Abschnitten. Im mittleren wurde im Herbst 1978 die erste autofreie Fußgängerzone Berlins eröffnet. Sie ist eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen ganz Berlins und befindet sich seit einigen Jahren wieder im Aufwind. Wir befinden uns im südlichen Abschnitt zwischen Kurfürstendamm und Krumme Straße. Dieser Teil ist durchaus an manchen Stellen verbesserungsfähig.

Sybelstraße
Die Sybelstraße wurde 1904 nach dem Historiker Heinrich Karl Ludolf von Sybel benannt. Er wurde 1817 in Düsseldorf geboren und starb 1895 in Marburg. 1874 bis 1880 saß er für die Nationalliberalen im Preußischen Abgeordnetenhaus.

Sybelstr. 9 Gedenktafel
Der Verein Aktives Museum e.V. hatte hier am 8. November 1992 in provisorischer Form eine Holztafel enthüllt. Nach der Sanierung des Hauses wurde sie durch eine dauerhafte Bronzetafel ersetzt und am 21. März dieses Jahres enthüllt. Die Tafel enthält folgenden Text:
Im Haus Sybelstraße 9 bestand von 1936 bis
1941 die Jüdische private Musikschule Hollaender.
Hier unterrichteten die jüdischen Lehrkräfte des
Stern’schen Konservatoriums Gustav Hollaender
nach dessen zwangsweiser Arisierung 1935. Ihre
Besitzer und Leiter
Kurt Hollaender (*1885) und
Susanne Landsberg (*1892)
geb. Hollaender
wurden, wie viele der hier Lehrenden, 1941/43
deportiert und ermordet.

Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. 8.11.1992

Die Tafel erinnert an eine Musikschule, die aus dem ältesten Konservatorium Berlins entstand. Julius Stern hatte es 1850 gegründet. 1895 wurde es von Gustav Hollaender übernommen. Dessen Kinder Kurt und Susanne übernahmen es und führten es von 1936 bis 1941 als private Musikschule weiter.
Hinter dieser knappen Zusammenfassung einer rund 90jährigen Geschichte von 1850 bis 1941 verbirgt sich eine dramatische Entwicklung. Sie ist eines der vielen Beispiele für die tragische deutsch-jüdische Geschichte, mit der unzählige grausame menschliche Schicksale verbunden sind.
Nach dem Tod Julius Sterns 1883 führte seine Schwägerin Jenny Meyer das Konservatorium ein Jahrzehnt lang. 1894 erwarb der Komponist, Dirigent und Geiger Gustav Hollaender das Institut und leitete es bis zu seinem Tod 1915. Unter seiner Leitung erlebte das Konservatorium eine Blütezeit. Es kam ohne jegliche Subvention aus und wurde von mehr als tausend Schülerinnen und Schüler pro Jahr besucht, die aus aller Welt nach Berlin zum Musikstudium kamen. Das Konservatorium verdankte zwar seine Existenz privatem jüdischem Engagement, aber es stand allen offen, die sich musikalisch bilden wollten. Es war im besten Sinne universell, und es war eines der wertvollsten Aushängeschilder für Berlin und für ganz Deutschland.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde das Konservatorium gleichgeschaltet. Die jüdischen Inhaber wurden faktisch enteignet. Ihnen wurde verboten, nichtjüdische Schülerinnen und Schüler zu unterrichten. Sie konnten hier noch für wenige Jahre die Jüdische Musikschule Hollaender betreiben. Schließlich wurden Kurt Hollaender und Susanne Landsberg-Hollaender deportiert und ermordet.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt das Städtische Konservatorium in West-Berlin den Namenszusatz “Ehemals Sternsches Konservatorium”. Heute ist das Julius-Stern-Institut für musikalische Nachwuchsförderung Teil der Universität der Künste.
Giesebrechtstraße
Die Giesebrechtstraße wurde 1904 nach dem Historiker Friedrich Wilhelm Benjamin von Giesebrecht benannt. Er wurde 1814 in Berlin geboren und starb 1889 in München.

Hubert-von-Meyerinck-Platz
Der Platz wurde 1994 nach dem Filmschauspieler Hubert von Meyerinck benannt. Er lebte von 1896 bis 1971, wurde seit 1920 durch Stummfilmrollen und seit 1930 auch in unzähligen Tonfilmen bekannt. Er spielte stets Männer mit Allüren, die sich nur allzu oft als Hochstapler oder Schurken erwiesen. In späteren Jahren wurde er in Filmkomödien zur Idealbesetzung skurriler Amtspersonen, Adeliger und Generäle. Mit 250 Filmrollen gehört er zu den meistbeschäftigten deutschen Filmschauspielern. Am Ende seines Lebens outete er sich als homosexuell.

Link zu: Die Kurbel, 1.4.2008, Foto: KHMM
Die Kurbel, 1.4.2008, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Giesebrechtstr. 4, Kurbel
1934/35 wurde das Kino von Karl Schienemann in einen ehemaligen Eckladen eingebaut. Entstanden ist damals ein rechteckiger Kinosaal für knapp 600 Zuschauer. Seither gab es mehrfache Umbauten, seit 1990 gibt es drei Kinosäle unterschiedlicher Größe.
1945 nahm die Kurbel als eines der ersten Berliner Kinos seinen Betrieb nach dem Krieg wieder auf. In den 70er Jahren war es für kurze Zeit ein Sex-Kino. Von 1974 bis 2003 wurde es als Programmkino geführt, das unter Kinoliebhabern einen guten Ruf hatte.
Am 25.6.2003 musste das Kino mit der 701. Vorstellung des Filmklassikers “Vom Winde verweht” schließen. Am 1.1.2004 eröffnete die CH Media mit neuem Konzept und einem Eintrittspreis von 2,99 EUR. Aber sie hielt nicht lange durch. Im Juni 2005 übernahm der Hausbesitzer selbst das Kino und eröffnete es wieder als Premierenkino mit drei Sälen.

Giesebrechtstr. 17 Gedenktafel: Paul von Hase
Die Gedenktafel für Paul von Hase wurde 1991 enthüllt:
“Hier wohnte Generalleutnant
Paul von Hase
24.7.1885-8.8.1944
Stadtkommandant von Berlin 1940-44
Am Umsturzversuch vom 20. Juli
führend beteiligt, dafür am 8. August 1944
in Berlin-Plötzensee hingerichtet.”
Paul von Hause lebte in diesem Haus während seiner Zeit als Stadtkommandant von Berlin von 1940 bis zu seiner Hinrichtung1944.
Seit 1938 war Generalmajor von Hase in die Verschwörungspläne des Offizierskorps eingeweiht. Am 20. Juli 1944 ließ von Hase das Regierungsviertel in Berlin abriegeln. Nach dem misslungenen Attentat und Umsturzversuch wurde er noch am Abend des 20. Juli verhaftet. In einem Prozess gegen einen Teil der Verschwörer wurde er am 8. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee noch am selben Tage durch Erhängen hingerichtet.
Die Hinrichtungsstätte im nationalsozialistischen Zuchthaus Plötzensee befand sich ebenfalls in Charlottenburg-Wilmersdorf. 1952 wurde dort eine Gedenkstätte eingerichtet.
Sie erinnert an die etwa 2.500 dort durch Fallbeil oder Strick hingerichteten Männer, Frauen und Jugendlichen, darunter zahlreiche Widerstandskämpfer – unter anderem die am Umsturzversuch des 20. Juli 1944 Beteiligten.

Giesebrechtstr. 5, Gedenktafel für Eduard Künneke
Die Gedenktafel für Eduard Künneke wurde 1989 hier angebracht. Es ist eine Porzellantafel der KPM aus dem Programm Berliner Gedenktafel, das zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 von der Berliner Sparkasse gestiftet wurde. Die Tafel trägt folgenden Text:
Hier lebte von 1939 bis 1953
EDUARD KÜNNEKE
27.1.1885-27.10.1953
Komponist,
Schöpfer der unsterblichen Operette
“Der Vetter aus Dingsda”

Link zu: Giesebrechtstraße 11, 1.4.2008, Foto: KHMM
Giesebrechtstraße 11, 1.4.2008, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Giesebrechtstr. 11, ehem. Salon Kitty
Hier befand sich während der Naziherrschaft im dritten Stock die Pension Schmidt, unter Kennern »Salon Kitty« genannt. Das nach französischem Vorbild betriebene Edelbordell gehörte Katharina Zammit, geborene Schmidt. Sie wurde 1882 als Tochter eines Hamburger Kaufmanns geboren, arbeitete als Musiklehrerin und heiratete einen Spanier, der sich aus unbekannten Gründen erschoss. Ihre Tochter Kathleen wurde in Cardiff in England geboren. Zwischen 1900 und 1921 hielt sie sich in Cannes, Nizza, Monte, Carlo, Paris, Karlsbad und Bombay auf. Danach eröffnete sie in den 20er Jahren hier in Charlottenburg einen Salon nach dem Pariser Vorbild der eleganten Etablissements. Kitty selbst trug gern schwarze Kleidung mit Spitze.
1939 wurde die Pension Schmidt alias Salon Kitty in den Dienst des Reichsicherheitshauptamtes (RSHA), der zentralen Kontroll- und Spitzelbehörde des NS-Staates gestellt. Damit war der Auftrag des Bordells klar: Hier sollten beim vertraulichen Liebesgeflüster Erkenntnisse gewonnen werden, die anders nicht verfügbar gemacht werden konnten. So jedenfalls die Hoffnung Reinhard Heydrichs, von 1939 bis 1942 Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und ab 1941 auch Reichsprotektor von Böhmen und Mähren. Die Räume, in denen die Mädchen arbeiteten, waren mit Mikrofonen ausgestattet, die Gespräche wurden im Keller in der vom RSHA eingerichteten Abhörzentrale mitgeschnitten. Nur wenn Heydrich den Salon Kitty besuchte, befahl er dem SD-Auslandschef Walter Schellenberg, wie dieser später berichtete, die Mikrofone auszuschalten.
Die im Salon Kitty beschäftigten Mädchen stammten aus Deutschland, Österreich oder Polen, waren zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt und beherrschten mindestens zwei Sprachen. Sie wurden entweder vom NS-Regime durch Erpressung oder Verschleppung gezwungen, dort zu arbeiten, oder es waren professionelle Prostituierte. Hier konnten sie ihren Beruf ungestraft ausüben, obwohl Prostitution im NS-Staat offiziell verboten war. Für ein Honorar von 200 Reichsmark stellten die Mädchen im Salon Kitty ihre Liebesdienste zur Verfügung.
Zu ihren Kunden zählten Mitglieder der Führungsriege von Partei, Staat und Wehrmacht, aber auch Diplomaten oder prominente Künstler. Der italienische Botschafter Alfieri war bei seinem Besuch von der Vornehmheit überrascht. Der Salon Kitty war stets gut besucht. Allein 1940 sollen 10.000 Kunden, das waren im Durchschnitt dreißig am Tag, die Dienste der Mädchen in Anspruch genommen haben. Unter ihnen befanden sich angeblich der italienische Außenminister Graf Ciano oder auch Hans Albers, wie Guido Knopp in seinem Buch »Die SS« schreibt. Die Pensionswirtin Kitty hatte häufig die delikate Aufgabe, dafür zu sorgen, dass bestimmte Gäste sich in ihren 11 Zimmern möglichst nicht begegneten. Wie man heute weiß, waren die nachrichtendienstlichen Hinweise, die sich aus der Abhöraktion ergaben, nur von geringem Wert. Das Freudenhaus war wohl mehr für die Lustbarkeit der NS-Funktionäre gedacht und die Bespitzelung der Kunden eher eine Legitimierung des eigentlichen Zwecks.
Nach dem Krieg führte Tochter Kathleen den Salon als Pension Florian weiter. Er wurde zu einem bekannten Künstlertreffpunkt. Gäste wie Erich Kästner, Julia Migenes, Ernst Stankowsky, Irene Mann, Karl-Heinz Schroth und viele andere gingen hier ein und aus. 1992 übernahm Kittys Enkel Jochen Matei die Pension.
Heute befindet sich im dritten Stock des Hauses eine Privatwohnung; die Räume im Keller werden von einer Firma für Unterwassergehäuse für Film- und Fotogeräte genutzt.
1976 wurde nach den Gerüchten, die sich um den Salon Kitty rankten, ein umstrittener Film erstellt. Die Regie bei Salon Kitty führte Tinto Brass; in den Hauptrollen waren unter anderen Helmut Berger als Walter Schellenberg (im Film “Helmut Wallenberg”) und Ingrid Thulin als Kitty Schmidt (“Kitty Kellermann”) zu sehen. In Deutschland erschien lediglich eine stark geschnittene Veröffentlichung. Denn hier musste fast jede NS-Symbolik getilgt werden, damit der Film nicht gegen die deutsche Gesetzgebung verstößt. Auch in zahlreichen anderen Staaten wurde Tinto Brass’ Film nur gekürzt gezeigt.

Kurfürstendamm 63, ehem. Kaffeehaus Berlin
Die gebürtige Berlinerin Ruth Kann hatte sich 1999 mit 77 Jahren einen Lebenstraum erfüllt und dieses Kaffeehaus eröffnet. Traditionelle Gemütlichkeit mit Wiener Kaffeehausmöbeln war ihr Konzept, das sie aus Bonn mitgebracht hatte, wo sie sich nach dem Regierungsumzug von ihrem Kaffeehaus Bonn verabschiedete. 2003 starb Ruth Kann im Alter von 81 Jahren. Die neuen Betreiber haben jetzt leider aufgegeben und kurz vor Ostern überraschend das Kaffeehaus Berlin geschlossen. Als Grund für die Schließung wurden die zu hohe Miete und das Nichtraucherschutzgesetz angegeben.
Leider findet die traditionelle Kaffeehauskultur nicht mehr genügend Liebhaberinnen und Liebhaber. Stattdessen gehen vor allem die jüngeren Leute in die Coffeeshops, die auch hier am Kurfürstendamm Konjunktur haben. Viele Cafés mussten in den letzten Jahren aufgeben, und manche trauern zum Beispiel dem Café Möhring an der Ecke Uhlandstraße nach, das 2001 geschlossen wurde. Inzwischen residiert dort eine Schweizer Großbank.

Kurfürstendamm 64/65 ECO-Haus, Kino Bonbonniere, New York
Das siebengeschossige Geschäftshaus wurde 1954/55 von Herbert Schiller als Stahlbetonskelettbau errichtet und am 5.11.1954 mit dem Kino Bonbonniere im Erdgeschoss eröffnet. Zuerst war hier der Konfektionshersteller Gerhard Ebel & Co. (Eco) ansässig, nach dem das Gebäude seinen Namen erhielt. Das ECO-Haus war eines der neuen Modezentren, die nach dem Krieg im Westteil Berlins entstanden.
Die alten Zentren der Berliner Mode und Konfektion am Hausvogteiplatz und Dönhoffplatz waren im Krieg zerstört worden. Die Konfektionsbetriebe suchten neue Standorte. Da viele nicht im sowjetisch besetzten Sektor arbeiten wollten und sich von den Amerikanern und Engländern mehr Verständnis für Mode erhofften, ließen sich viele alte Betriebe in Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz, im Viertel rund um den Zoo und am Kurfürstendamm nieder. Vor allem die Couture, also der anspruchsvollste und kreativste Bereich der Berliner Mode, ging an den Kurfürstendamm.
Der Tagesspiegel berichtete im Juli 1946, dass es zwischen Gedächtniskirche und Halensee schon wieder 210 Geschäfte gab, darunter 43 Modefirmen. Später kamen weitere dazu, darunter große Namen wie Gehringer & Glupp, Horn, Staebe-Seger, Schwichtenberg, Heinz Oestergard, Uli Richter und Detlev Albers.
1955 hieß es in einer Anzeige: “Das repräsentative ECO-Haus am Kurfürstendamm mit seinen sechs Etagen zählt zu den eindrucksvollsten Neubauten Westberlins. Es bietet 1.000 Beschäftigten der Bekleidungsindustrie lichte Arbeitsräume.”
Nach dem Mauerbau stellten die meisten Konfektionsfirmen in diesem Haus und in West-Berlin insgesamt in den 1960er Jahren ihren Betrieb ein. Heute haben hier Rechtsanwälte und verschiedene Gesellschaften bzw. Firmen ihren Sitz.
Das Haus steht unter Denkmalschutz. Über dem verglasten Erdgeschoss mit einer Reihe von Geschäften kragt ein Dach schräg vor. Die Bürofenster vom ersten bis fünften Stock verlaufen länglich, die Fassade ist mit Travertinplatten verkleidet. Das Dachgeschoss ist zurückgesetzt, so dass Balkone entstehen, die vorn mit Gittern versehen sind.
Als das ECO-Haus als neues Modezentrum erbaut wurde, errichtete der Architekt Walter Labes im Erdgeschoss in einer Ladenpassage das Kino “Bonbonniere”. Mit seinen 424 Plätzen nahm es am 5.11.1954 den Spielbetrieb auf. Auf dem vorgezogenen Vordach leuchtete der geschwungene Namenszug des Lichtspieltheaters. Im Unterschied zu den Kinos in der Umgebung, die nur deutsche Premierenfilme zeigten, spezialisierte sich das Bonbonniere auf US-amerikanische Filme . In den 1970er Jahren, als die Besucherzahlen der Filmtheater drastisch zurückgingen, wurde das Haus vorübergehend als Pornokino betrieben. 1977/78 begann das Filmtheater unter dem Namen “Cinema Berlin” wieder als Programmkino zu spielen, das vorwiegend Erstaufführungen zeigte. Später wurde es als “Hollywood” fortgeführt. Nach einem Umbau verfügte es seit 1993 über einen im angrenzenden Laden eingerichteten zweiten Saal. Mitte August 2003 stellte das Kino den Spielbetrieb ein.

Clausewitzstraße
Die Straße wurde 1906 benannt nach dem preußischen General und Kriegstheoretiker Karl Philipp Gottfried von Clausewitz (1780 -–1831).

Kurfürstendamm 68, ehem. Kino Alhambra
Hotel Kurfürstendamm, Gedenktafel: Erster Tonfilm
Hier erinnert eine Gedenktafel an die weltweit erste Vorführung eines Tonfilms. Der Text lautet:

IN DIESEM HAUSE
DEN DAMALIGEN ALHAMBRA-LICHTSPIELEN
ERLEBTEN DIE BESUCHER
AM 17. SEPTEMBER 1922
DIE WELTURAUFFÜHRUNG DES ERSTEN TONFILMS
DIE DEUTSCHE ERFINDERGEMEINSCHAFT TRI ERGON
DR.JO ENGL
DR.-ING.E.H.JOSEPH MASSOLLE
DR.H.C.HANS VOGT
HAT MIT IHREM HEUTE NOCH ANGEWANDTEN LICHTTONVERFAHREN
DIE TECHNISCHEN GRUNDLAGEN FÜR DEN TONFILM GESCHAFFEN
GEWIDMET VON FRIEDRICH JAHN
17. SEPTEMBER 1964

Das Kino Alhambra war kein besonders bedeutendes Kino, und an den ersten Tonfilm aus dem Jahr 1922 kann sich niemand mehr erinnern. Es war ein Experimentalfilm, der lediglich gedreht wurde, um die neuen technischen Möglichkeiten zu präsentieren. Der Tonfilm stieß zunächst auf heftigen Widerstand. Kritiker befürchteten einen Niedergang der Schauspielkunst, und die Künstlergewerkschaften einen Verlust von Arbeitsplätzen, vor allem für die Orchestermusiker, die in den großen Kinos zu den Aufführungen spielten. Auf Plakaten stand zu lesen: “Der Tonfilm verdirbt Gehör und Augen” oder “Der Tonfilm ohne Beiprogramm mit lebenden Künstlern wirkt nervenzerrüttend!” Wie so häufig kam die deutsche Erfindung erst über den Umweg Amerika als durchschlagendes Erfolgsmodell zurück. Nach der Premiere von “The singing fool” am 10. Juni 1929 im Gloria-Palast gab es kein Halten mehr. Innerhalb kürzester Zeit verschwanden die Stummfilme von den Programmen und viele neue Filme spielten als Musikfilme die neuen technischen Möglichkeiten aus. Die Ufa schloss sich dem Trend an: Am 1.April 1930 wurde – ebenfalls im Gloria-Palast – “Der blaue Engel” uraufgeführt und mit Marlene Dietrich ein Weltstar für das Kino geboren.
Das Kino wurde 1951 umgebaut zum Hotel und Weinrestaurant Tusculum mit der Tanzbar “Petit Palais”, danach Hotel “Kurfürstendamm”, Ausbildungsstätte des Hotel- und Gaststättengewerbes.

Kurfürstendamm 170: Foto Urbschat
Seit 1969 residierte am Kurfürstendamm 173 das bekannte Fotostudio Urbschat. Es wurde begründet von dem Fotografen Horst Urbschat. Inzwischen wird es von seinen beiden Töchtern Daniela und Nicole Urbschat weiter geführt und ist vor allem bei Prominenten beliebt. Das Studio ist 2004 drei Häuser weiter hierher umgezogen.

Link zu: Ecke Olivaer Platz, 1.4.2008, Foto: KHMM
Ecke Olivaer Platz, 1.4.2008, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Ecke Olivaer Platz
Der Garten- und Landschaftsplaner Christian Meyer hat hier 1997mitten in der City unmittelbar am Kurfürstendamm auf eigene Initiative ein ökologisches Kleinod geschaffen. Er nannte sein Projekt den “Einzug der Gräser und Blütenstauden auf den Kurfürstendamm”, hat dafür Sponsoren gewonnen und wurde bereits mehrmals dafür ausgezeichnet, unter anderem mit unserer Bürgermedaille, dem bezirklichen Ehrenamtspreis und zuletzt in diesem Jahr mit dem Erwin-Barth-Preis, den die Bauabteilung seit einigen Jahren für besonderes Engagement in der Grünpflege vergibt. Christian Meyer leistet die Pflege dieser Staudenfläche gemeinsam mit Studenten der Landschaftsplanung. Auf einem Schild werden die unterstützenden Firmen aufgeführt und ein Spendenkonto angegeben.

Olivaer Platz
Der Olivaer Platz wurde 1892 nach dem Kloster Oliva bei Danzig benannt. Um 1910 wurde er angelegt als ein von Pyramidenpappeln umgebener Terrassenplatz mit Grottenbrunnen im westlichen Teil und einem Kinderspielplatz im östlichen Teil.
Dazwischen gab es eine vertiefte Rasenfläche; Hecken und Alleen an den Seiten. Nach dem Ausbau der Lietzenburger Straße zu einer Hauptverkehrsstraße im Jahr 1956 gestaltete Eberhard Fink den Platz 1961 neu mit Rasenflächen, Sitznischen, Kinderspielecken, Wasserspielen, Gartenbeleuchtung, Mauern, Pergolen und Gehölzgruppen. Auf der östlichen Seite wurde ein Parkplatz angelegt.
Die Unternehmensgruppe Peter Unger will für 25 Mio EUR auf dem Olivaer Platz nach dem Vorbild von Covent Garden in Londen eine Markthalle mit 4.000 qm Verkaufsfläche in drei lichtdurchfluteten Geschossen bauen, in der Brandenburger Erzeuger ihre Produkte direkt vermarkten können. Darunter soll eine Tiefgarage entstehen. Eine erforderliche europaweite Ausschreibung des Bauprojektes könnte allerdings dieses Konzept in Frage stellen.

Wielandstraße
Die Wielandstraße wurde 1885 benannt nach dem Schriftsteller Christoph Martin Wieland. Er lebte von 1733 bis 1813.
Kurfürstendamm 186 Gedenktafel: Rudolf Nelson
Diese Bronzetafel wurde hier auf private Initiative angebracht. Der Text lautet:
IN DIESEM HAUSE WOHNTE
DER KOMPONIST
RUDOLF NELSON
1922-1932
Rudolf Nelson war einer der berühmtesten Komponisten, Pianisten, Revue-Künstler und Unternehmer der geistreichen Unterhaltungsbranche in den 20er Jahren. Er wurde 1878 in Berlin geboren und starb 1960 ebenfalls in Berlin. Sein Theater befand sich an der Ecke Fasanenstraße dort, wo später das Astor-Kino einzog.
Kufürstendamm 52 (gegenüber) Gedenktafel: Robert Koch
An dem Haus Kurfürstendamm 52 wurde 1989 eine Gedenktafel für Robert Koch angebracht. Es handelt sich dabei um eine Porzellantafel der KPM aus dem Berliner Gedenktafelprogramm mit folgendem Text:
Wohnhaus von
ROBERT KOCH
11.12.1843-27.5.1910
Arzt, Begründer der Bakteriologie
Entdecker der Erreger von Tuberkulose und Cholera
Ehrenbürger der Stadt Berlin
Schlüterstraße
Die Schlüterstraße wurde 1885 benannt nach dem Bildhauer und Architekten Andreas Schlüter (1659-1714), der unter anderem das Berliner Zeughaus, große Teile des Berliner Schlosses, das Stadtschloss Potsdam und das Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten geschaffen hat, das heute vor dem Schloss Charlottenburg steht.

Kurfürstendamm 190
Das Jugendstilhaus von 1905 wurde in den letzten Jahren saniert.

George-Grosz-Platz
Der George-Grosz-Platz wurde 1983 benannt nach dem Maler und Grafiker George Grosz (1893-1959). Es ist ein Dreiecksplatz mit zwei Einmündungen zur Schlüterstraße, er wirkt dadurch wie eine Verkehrsinsel. Umgestaltungspläne gibt es seit Jahren.

Kurfürstendamm 193-194 Früheres Haus Cumberland
1911/12 hat Robert Leibniz, der Architekt des alten Hotels Adlon, dieses Haus als ‘Boarding-Palast’ erbaut: Es wurde ein riesiger Gebäudekomplex vom Kurfürstendamm bis zur Lietzenburger Straße. Das Konzept, mehrzimmerige Suiten mit eigenen Hausdienern den Gästen zur Verfügung zu stellen, ging nicht auf; 1913 musste noch vor Eröffnung Konkurs angemeldet und das Mobiliar versteigert werden. Bis zum Ausbruch des Weltkrieges wurde das Haus als Luxushotel unter dem Namen ‘Cumberland’ betrieben mit 700 Betten, prächtigen Festsälen, einer Badeanstalt unter dem Dach und dem Café Kugler mit Kurfürstendamm-Terrasse. 1914 wurde hier das ‘Kaiserliche Waffen- und Munitionsbeschaffungsamt’ (Wumba) untergebracht, seit 1936 wechselnde Ämter der Finanzverwaltung, zuletzt die Steuerabteilung der Oberfinanzdirektion. Die Immobilie war zur Hälfte im Besitz des Bundes und des Landes Berlin. Sie wurde im Dezember 2000 von der Fundus Gruppe erworben, um es als künftiges ‘Adlon des Westens’ unter dem Namen ‘Cumberland Plaza’ wieder zum Luxushotel umzubauen. Der vorgesehene Betreiber, der Kempinski- Hotel-Konzern, zog sich allerdings im April 2001 zurück. Nach der Annullierung des Kaufvertrages gab es eine neue Ausschreibung Anfang 2002. Mehrere Interessenten meldeten sich, unter anderem die Betreiber der Gropiuspassagen in Neukölln. Sie wollten hier altersgerechtes Wohnen anbieten, verbunden mit Einkaufsmöglichkeiten. Eine gewöhnliche Einkaufspassage sollte aber hier nicht einziehen – aus Gründen des Denkmalschutzes, aber auch wegen des geschäftlichen Umfeldes.
Das edle Interieur mit reichverzierten Stuckdecken, Deckengemälden, Edelholzvertäflungen etc. ist teilweise erhalten, so in dem an der Lietzenburger Straße gelegenen Festsaal das neobarocke Deckengemälde, sowie die lindgrüne Wandbespannung aus den 1950ern, als dieser als Kino diente.
Seit die Oberfinanzdirektion ausgezogen ist, wurde das Gebäude häufig für Filmaufnahmen vermietet, nicht zuletzt um die Betriebskosten in Höhe von 500.000 EUR pro Jahr wieder einzuspielen. Auch das alteingesessene Modegeschäft “Slabo” ist inzwischen ausgezogen.
Der Investor Orco will jetzt im Haus Cumberland an die Tradition anknüpfen und ein neues Luxushotel errichten. 140 komfortable Zimmer, drei Restaurants, ein Casino, Wellnessbereiche und eine verglaste Einkaufspassage mit Nobelgeschäften. Ein Kino oder ein Theater ist bisher leider nicht vorgesehen. Baubeginn soll Mitte 2009 sein. 38 Millionen werden investiert, und die Eröffnung ist für Ende 2012 geplant.

Bleibtreustraße
1897 benannt nach dem Schlachtenmaler Georg Bleibtreu (1828-1892)

Kurfürstendamm 197, ehem. MGM
Hier baute der Architekt Gerhard Fritsche 1956 das Kino MGM. Die drei Buchstaben standen für Metro-Goldwyn-Mayer. Das Kino wurde am 7. Dezember 1956 eröffnet und in der Kinokrise 1977 abgebrochen.

Kurfürstendamm 200
In diesem Haus hatte in den 20er Jahren der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten seinen Sitz. Er wurde unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gegründet und wollte sich gegen die Vorwürfe wehren, Juden hätten sich während des Krieges gedrückt. Er konnte nachweisen, dass im Ersten Weltkrieg relativ zu ihrem Anteil an der Bevölkerung mehr jüdische als nichtjüdische deutsche Soldaten starben. Der Reichsbund war eine Vereinigung konservativer Juden und setzte sich für einen Einwanderungsstop gegenüber armen Ostjuden aus Polen und aus der Sowjetunion ein. Nach Ansicht des Reichsbundes wurde durch ihre große Zahl in Deutschland der Antisemitismus verstärkt. 1938 wurde der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten von den Nationalsozialisten aufgelöst.

Kurfürstendamm 202
Hollywood Media Hotel. Das Hotel wirbt mit der Bezeichnung “Berliner Filmhotel” für sich und mit seiner allergikerfreundlichen Ausstattung. Besitzer des Filmhotels mit insgesamt 182 Zimmern ist der bekannte Filmproduzent Artur Brauner.
In der ehemaligen kleinen Passage zur Knesebeckstraße befand sich bis in die 1990er Jahre das Kino Lupe 1. Auch die Lupe 2 um die Ecke an der Lietzenburger Straße gegenüber dem Olivaer Platz existiert nicht mehr.

Knesebeckstraße
Die Straße wurde 1866 benannt nach dem preußischen Generalfeldmarschall Karl Friedrich Freiherr von dem Knesebeck (1768-1848)
Kurfürstendamm 208/209, Kudamm-Karree
Hier, am Eingang zum Theater am Kurfürstendamm, wurde eine KPM-Gedenktafel mit folgenden Text angebracht::
Hier befand sich von 1905 bis 1914
das zweite Ausstellungsgelände der
BERLIN SECESSION
1898 – 1932
die für Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland
von wesentlicher Bedeutung war.

Die Berliner Secession war eine wichtige Institution der kulturellen Avantgarde am Kurfürstendamm. Hier stellten die Maler aus, die zur kaiserlichen Kunstpolitik in Opposition standen. Kaiser Wilhelm II hatte ihre Werke als “Rinnsteinkunst” verteufelt, was eine der heftigsten Kunstdebatten der Kaiserzeit auslöste, aus der letztlich die Maler der Secession als Sieger hervorgingen.
In einem Berlin-Führer von 1905 hieß es: “Secession, Kurfürstendamm 208. Nicht national, aber kunstfördernd. Merkwürdigerweise in Mode. Vorsitzender Max Liebermann. Regelmäßige Sommerausstellungen von Mai bis September. Klein, aber gewählt. International und doch einseitig. Vorherrschaft Liebermanns und der impressionistischen Landschaftsmalerei. Offiziere erscheinen in Zivil.”
Ein schärferer Gegensatz zum monarchischen Auguste-Viktoria-Platz, wo am Sedantag mit militärischem Pomp die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche eingeweiht worden war, ließ sich kaum vorstellen. Hier hatten Offiziere in Zivil zu erscheinen. Weder der Kaiser noch Regierungsmitglieder besuchten dieses Ausstellungsgebäude. Einziger staatlicher Vertreter bei den Eröffnungen war der Charlottenburger Oberbürgermeister Kurt Schustehrus.
Hier wurden Ausstellungen gezeigt von Walter Leistikow, Käthe Kollwitz, Max Beckmann, Emil Nolde, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Ernst Barlach, Claude Monet, Edouard Manet, Edvard Munch, Georg Kolbe und 1912 erstmals in Deutschland Pablo Picasso – also nahezu alle, die wir heute als Repräsentanten der klassischen Moderne verehren.
1915 zog die Secession um an den Kurfürstendamm 232, also noch näher zur kaiserlichen Gedächtniskirche. Hier wurde 1921 das “Theater am Kurfürstendamm” eröffnet, 1924 die “Komödie” unter Max Reinhardt.
Das Theater am Kurfürstendamm wurde 1921 zunächst im Haus der Berliner Secession eröffnet, 1928 kam es unter die Direktion von Max Reinhardt und wurde von Oskar Kaufmann an der Stelle des Vorgängerbaues neu erbaut. Kaufmann hat zahlreiche Berliner Theaterbauten erstellt, darunter das Renaissancetheater und die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz im Bezirk Mitte. Der nahezu kreisrunde Zuschauerraum mit in den Wänden eingeschnittenen Logen besteht im Kern noch heute. 1936 übernahm Hans Wölffer die Direktion. Nach teilweiser Kriegszerstörung wurde es nach 1945 wieder aufgebaut und diente von 1949 bis 1963 der Freien Volksbühne als Spielstätte. Im Februar 1963, kurz bevor das neue Haus der Freien Volksbühne in der Schaperstraße eröffnet wurde, wurde hier der “Stellvertreter” von Rolf Hochhuth in der Regie von Erwin Piscator uraufgeführt. Danach kam das Theater wieder unter die Leitung der Familie Wölffer.
Bei der Errichtung des Kudamm-Karrees 1969-74 wurde der gesamte Bau in das neue Hochhaus integriert. Der Spielplan bietet klassisches Boulevardtheater.
Das ursprüngliche Haus der Komödie wurde 1924 an der gleichen Stelle ebenfalls nach den Plänen von Oskar Kaufmann gebaut und unter der Leitung von Max Reinhardt mit “Der Diener zweier Herren” von Goldoni eröffnet. Nach Reinhardts Niederlegung der Direktion 1932 wechselte die Theaterleitung in der folgenden Spielzeit sechs Mal. Seit 1934 liegt sie mit kurzen Unterbrechungen bis heute unter der Direktion der Theater-Dynastie Wölffer. 1971/72 wurde das Haus der Komödie abgerissen und als Teil des Kudamm-Karrees neu erbaut. Umbauten gab es 1986. Der Spielplan umfasst die gesamte Palette des Unterhaltungstheaters.
1990 entschied sich Martin, der Sohn Jürgen Wölffers, in die Direktion einzutreten und eröffnete bald das “magazin”, ein 100-Plätze-Theater. Heute ist er als Regisseur sehr gefragt und längst etabliert. Seine “Comedian Harmonists” waren mit über 600 Vorstellungen einer der größten Theatererfolge in Berlin. Am 100. Geburtstag seines Großvaters, am 11. September 2004 übernahm Martin Wölffer die Direktion der Boulevardtheater.

Das Kudamm-Karree wurde von 1969 bis 74 als Gebäudeensemble auf einem 20.000 qm großen Areal mit einem 20-geschossigen Hochhaus im Zentrum von Sigrid Kressmann-Zschach gebaut. Sie wurde vor allem bekannt und berüchtigt durch den Steglitzer Kreisel. Insgesamt gibt es hier 40.000 qm Büro- und Geschäftsfläche, ein Parkhaus an der Uhlandstraße, Restaurants und die beiden Theater.
Der Grundriss ist wenig gelungen. Es handelt sich mehr um eine Anhäufung der Baukörper statt eines konzeptionell einheitlichen Gesamtentwurfes. Die unzureichende Erschließung durch Passagen und Galerien machte bereits ein Jahr nach der Fertigstellung kostspielige Umbauten notwendig, in den Folgejahren waren hohe Zuschüsse durch das Land nötig. Im Hochhaus war bis vor einigen Jahren die Berliner Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege untergebracht, eine Art indirekte Subventionierung des Gebäudes durch den damaligen Berliner Senat.
Seit 1999 gibt es auf 7.000 qm die multimediale Berlin-Ausstellung “The Story of Berlin”, zu der auch die Besichtigung eines Atom-Bunkers gehört.
Am 29. Dezember 2005 erhielten die Komödie und das Theater am Kurfürstendamm vom Eigentümer des Kudamm-Karrees, dem Immobilienfonds grundbesitz-invest der DB Real Estate Investment Gmbh, die zur Deutschen Bank gehört, die Kündigung zum Ende des Jahres 2006. Seit Beginn der Diskussion über das drohende Ende der beiden Bühnen solidarisieren sich viele Menschen aus Kultur und Politik und aus dem Publikum mit den Theater und fordern ihren Erhalt am Kurfürstendamm. Am 26. Januar 2006 tagte die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf im Theater am Kurfürstendamm, um ihre Solidarität zu bekunden und parteiübergreifend für den Erhalt der beiden Kudammbühnen einzutreten. Zum 85jährigen Jubiläum des Theaters am 8.10.2006 appellieren der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und viele andere an die Deutsche Bank, seine Existenz auch weiterhin zu ermöglichen. Mehr als 100.000 Solidaritätsunterschriften wurden gesammelt. Bis heute ist die Zukunft der beiden Theater ungeklärt.

Link zu: Cinema Paris im Maison de France, 1.4.2008, Foto: KHMM
Cinema Paris im Maison de France, 1.4.2008, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Kurfürstendamm 211, Maison de France
Das Haus wurde 1897 von W. Klopsch als Mietwohnhaus erbaut; 1927-29 im Stil der Neuen Sachlichkeit von Hans und Wassili Luckhardt und Alfons Anker umgebaut zum “Haus Scharlachberg”. Nach den Kriegsschäden wurde es von 1948 bis 1950 durch die französische Militärregierung Berlins nach Plänen von Hans Semrau um- und teilweise neu gebaut als französisches Kulturhaus. Entstanden ist ein schmuckloser Flachdachbau mit gerundeten Ecken und geschwungenen Formen. Vor allem im Innern ist es ein wichtiges Beispiel der frühen 1950er-Jahre-Architektur. Das Haus beherbergt das Institut Français, das Bureau du Théatre und das Kino Cinema Paris.
Das französische Kultur- und Informationszentrum bietet Kulturprogramme, Sprachkurse, die Veranstaltung von Seminaren, Konferenzen, Lesungen, Ausstellungen undsoweiter. Eine Mediathek und Bibliothek enthält 13.000-Bände.
Das Bureau du Théatre wurde 1995 gegründet zur Koordination und Unterstützung der theaterpolitischen Aktivitäten der in Deutschland beheimateten französischen Kulturinstitute. Aufgabe ist die Förderung deutsch-französischer Theaterbeziehungen, die Organisation von Gastspielen französischer Ensembles und die Zusammenarbeit mit deutschen Theaterschulen. Kostenlos wird eine Untertitelungsanlage zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit dem Verlag der Autoren wird die Reihe “Scène” herausgegeben zur Publikation von Texten junger frankophoner Dramatiker in deutscher Übersetzung. Jährlich werden vier Stipendien vergeben für Übersetzungen französischer Theatertexte.

U-Bhf Uhlandstraße
Der Bahnhof der Kurfürstendammlinie wurde 1910-13 von Alfred Grenander gebaut. Die U-Bahnlinie hatte die damals selbständige Großstadt Charlottenburg verlangt als Kompensation für die Linie 2 durch Wilmersdorf nach Zehlendorf, weil man eine Abwanderung der vermögenden Steuerzahler aus Charlottenburg befürchtete. Die Kurfürstendammlinie sollte ursprünglich unter dem gesamten Kurfürstendamm bis nach Grunewald führen. Wie bereits erwähnt wurde der U-Bahnhof Adenauerplatz deshalb als Kreuzungsbahnhof angelegt, um diese Option auch für die Zukunft offen zu halten.

Kurfürstendamm 213
Hier befand sich von 1898 bis 2000 das Café Möhring. Die Schließung löste heftige öffentliche Debatten über den Niedergang der Caféhauskultur am Kurfürstendamm aus.
Die Galerie Brusberg residiert hier seit 1982. Herr Brusberg feiert zwar in diesen Tagen seinen Abschied von der aktiven Galerieszene, aber er wird wohl in anderer Form als bisher auch an diesem Standort weiter präsent sein.

Kurfürstendamm 217, ehem. Astor)
Das Haus an der Ecke Fasanenstraße wurde 1895/96 von Heinrich Mittag und Heinrich Seeling als Mietshaus erbaut. Es wurde zum Wohnsitz des weltberühmten Geigers Josef Joachim. 1921-28 befand sich in diesem Gebäude das von dem Komponisten und Pianisten Rudolf Nelson errichtete Nelson Theater, hier wurden die legendären “Nelson-Revuen” aufgeführt, und hier trat 1926 Josephine Baker auf. Im Erdgeschoss lag das Restaurant “Sanssouci”. Rudolph Möhring verband es 1934 mit dem ersten Obergeschoss und baute es zu einem Kino mit 500 Plätzen um. 1972 und 1993 wurde es umgebaut, zuletzt verkleinert auf 300 Plätze. 2002 wurde es wegen erhöhter Mietforderungen geschlossen. Der Spielbetrieb war von 1934 bis 2002 ununterbrochen aufrechterhalten worden, also auch im Zweiten Weltkrieg nicht unterbrochen. Nach der Schließung zog ein Modegeschäft ein, das die höhere Miete offensichtlich bezahlen kann.

Grolmannstraße

Savignyplatz

Link zu: Filmkunst 66, 1.4.2008, Foto: KHMM
Filmkunst 66, 1.4.2008, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Bleibtreustraße 12, Filmkunst 66
Das Kino wurde 1951 als eingeschossiger Flachbau auf einem ehemaligen Trümmergrundstück errichtet; bis 1956 wurde hier das Kino BeLi Bleibtreulichtspiele betrieben, danach bis 1966 das Capri. Kurzzeitig wurde es ein Porno-Kino. 1971 übernahm Franz Stadler das Kino und entwickelte es zum Programmkino mit Filmfestivals, Programmreihen und vielem mehr. 1993 wurde das Haus abgerissen. In den Neubau eines Geschäftshauses wurde wieder ein Kino mit zwei Sälen eingebaut. 1995 war die Wiedereröffnung. Im Herbst 2000 wurde das Kino verkauft; 2001 von dem Ehepaar Franz und Rosemarie Stadler zurück gekauft. Im Juni 2003 erhielt es vom Filmboard Berlin-Brandenburg und vom Hauptverband Deutscher Filmtheater e.V. den Kinoprogrammpreis für das hervorragende Jahresprogramm 2002.