Apple, ehem. Filmbühne Wien, zuvor Union-Palast

Bild zeigt: Union-Palast um 1913, Foto: Berliner Architekturwelt 18 (1916)
Union-Palast um 1913, Foto: Berliner Architekturwelt 18 (1916) Bild: Berliner Architekturwelt 18 (1916)

Baudenkmal , Kurfürstendamm 26

Das Kino wurde 1912-13 von Nentwich & Simon als eines der ersten reinen Lichtspielhäuser in Berlin im Stile des Wilhelminischen Klassizismus mit tempelähnlicher Fassade mit vier ionischen Säulen und Tympanon (Dreiecksgiebel) sowie einem Anbau errichtet und am 2.10.1913 als Union-Palast eröffnet. Unter dem Kinosaal befand sich ein großes Konzert-Café, das neue ‘Café des Westens’. Eingeweiht wurde es mit Max Reinhardts “Insel der Seligen” und entwickelte sich in der Folge zur Experimentierbühne für künstlerisch anspruchsvolle Filme. Seit 1924 gehörte das 850-Plätze-Kino als UFA-Palast, später UFA-Theater zur UFA.

Bild zeigt: Union-Palast, 9.3.2011, Foto: KHMM
Union-Palast, 9.3.2011, Foto: KHMM Bild: Bezirksamt

Nach Kriegszerstörungen wurde das Haus 1945 instand gesetzt und umbenannt in Haus Wien bzw. Filmbühne Wien. 1953 wurde es dann auch im Inneren umgebaut. An Stelle des ehemals repräsentativen Eingangs wurden Läden eingerichtet. Bis zuletzt blieb die Filmbühne Wien Premierenkino. Als erstes Kino in Berlin erhielt sie eine Cinemascope-Leinwand und war für kurze Zeit Spielort der Berlinale. 1979-1983 wurde der Bau zerstückelt für die Einrichtung sieben weiterer kleiner Kinosäle.

Bild zeigt: Apple, 15.5.2013, Foto: Raimund Müller
Apple, 15.5.2013, Foto: Raimund Müller Bild: Raimund Müller

Am 26.04.2000 wurde das Kino geschlossen. Mit der Filmbühne Wien starb ein besonders traditionsreiches Kino. Zunächst zog bis zu seinem Neubau das Kaufhaus C&A in das Gebäude ein. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Deshalb wurden Fassade, Treppenhaus und Kinosaal samt Rängen erhalten. Auch die Schaukästen vor dem Haus gibt es noch. Vom 29.6. bis 30.9. 2007 wurde in dem Haus eine große Dalí-Ausstellung mit 450 Zeichnungen, Grafiken, illustrierten Büchern, Dokumenten und kompletten Mappenwerken des spanischen Künstlers gezeigt. Der Kunstsammler und Eventmanager Carsten Kollmeier aus Baden-Württemberg wollte ein ständiges Dalí-Museum am Kurfürstendamm einrichten, zog aber dann mit seinem Museum an den Potsdamer Platz.
Am 3.5.2013 eröffnete das amerikanische Computerunternehmen Apple in dem Haus seinen Berliner Flagship-Store.