Denkstein für Johanna Sachs

Der Denkstein für Johanna Sachs wurde am 24.8.2010 verlegt.

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Denkstein für Johanna Sachs
Bild: Wolfgang Knoll
Hier wohnte Johanna Sachs
  • 14.03.1898
    am 03.02.1943 nach
    Auschwitz deportiert,
    und ermordet

Lebenslauf von Johanna Sachs

  • 14.03.1898 in Berlin geboren
  • 03.02.1943 ins KZ Auschwitz deportiert und ermordet
    Ledig, ohne Kinder
    Wir wissen leider heute nur noch wenig über ihr Leben. Ihre Eltern sind schon vor 1933 verstorben. Ausgebildet wurde sie als Fürsorgerin, und – obgleich Christin – fiel sie nach den Nürnberger Gesetzen, weil ihre Eltern jüdisch waren, unter die Kategorie „volljüdisch“. 1933 verlor sie deshalb ihre Anstellung. Ihre Schwester Gabriele heiratete und emigrierte mit ihrem Mann rechtzeitig in die USA. Deren Kind Christine wurde zunächst von Johanna versorgt. Als die Eltern das Kind aufnehmen konnten, brachte Johanna sie zu den Eltern in die USA. Gegen den Rat der Schwester fuhr sie dann aber nach Deutschland zurück.
    Johanna Sachs gehörte zur Wandergruppe des „Paulusbundes“, der Vereinigung von Christen jüdischer Herkunft. Nachdem die Tochter ihrer mütterlichen Freundin Elisabeth Kayser 1937 nach Frankreich emigriert war, zog sie zu Elisabeth Kayser in die Bregenzer Straße 3. Beide gehörten zu einem Hausbibelkreis der Dahlemer Gemeinde, in dem Christen jüdischer Herkunft Gemeinschaft pflegten und von der Gemeinde in ihrer besonderen Situation getragen und begleitet wurden. Diskutiert wurden u.a. die Fragen: „Darf ein Christ fliehen? Ist sein Schicksal als rassisch Verfolgter in der NS-Zeit von Gott vorbestimmt?“
    Als sie im August 1939 das doch beantragte Visum für England erhielt, war es zu spät, denn mit dem Beginn des Krieges am 1. September 1939 blieb dieser Weg der Emigration versperrt. 1940 wird sie gezwungen, in die Lietzenburger Straße 8 (heute Nr. 78) zu Frau Margarete Draeger zu ziehen und muss Zwangsarbeit leisten. (Elisabeth Kayser und Margarete Draeger waren Mitarbeiterinnen im „Büro Grüber“.)
    Auf eine mögliche „Evakuierung“ – damals war noch nicht bekannt, dass dies im Allgemeinen die Reise in den Tod bedeutete – bildete die Dahlemer Gemeinde einige zu Predigthelfern aus, die die „in den Osten“ „Evakuierten“ betreuen sollten. 1942 erfährt sie noch den Abtransport von Frau Kayser nach Warschau und deren Tod. Sie selbst wird am 30.01.1943 abgeholt und mit dem Transport vom 03. 02. nach Auschwitz deportiert und ermordet.
    Am 24. August 2010 wurde für Johanna Sachs in der Bregenzer Str. 3 ein Denkstein neben dem Denkstein für Elisabeth Kayser