Stolperstein Sybelstraße 37

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Hausansicht Sybelstr. 37
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Der Stolperstein zum Gedenken an Johannes Josef Hirsch wurde am 10.5.2016 verlegt. Der Enkelsohn Rafi Hirsch (Israel), der ihn gespendet hat, sowie zwei seiner Nichten und ein Neffe waren anwesend.

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Stolperstein Johannes Josef Hirsch
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
JOHANNES JOSEF
HIRSCH
JG. 1879
DEPORTIERT
AUSCHWITZ
ERMORDET 1.4.1944

Johannes Josef Hirsch wurde als dritter von vier Söhnen des Ehepaares Hermann und Julie Hirsch, geb. Meyerson, am 17. Januar 1879 in Berlin geboren. Er war Schneider. Ob er selbständig oder in einer Firma angestellt war, ist unbekannt.

Er heiratete am 22. Juli 1911 Lucie Löwenstein, geboren am 3. Februar 1893. Das Paar bekam am 12. November 1912 einen Sohn – Werner. Die Ehe wurde 1920 oder 1921 geschieden. Johannes Hirsch heiratete später Dorothea (gen. Doris) Rathinger, die nicht-jüdisch war. Zum Gedenken an Lucie Hirsch wurde ein “Stolperstein in der Waitzstraße 27”: /ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/stolpersteine/artikel.179449.php verlegt.

Wann genau Johannes Hirsch nach Auschwitz deportiert wurde, ist unklar. Informationen der Gedenkstätte in Auschwitz und Gestapo-Dokumente des United States Holocaust Memorial Museum in Washington lassen den Schluss zu, dass er am 19. November 1943 in Auschwitz ankam und unter der Häftlingsnummer 164140 registriert wurde.

In einem Brief aus Auschwitz an seine Ehefrau vom 1. Januar 1944 wiederholte Johannes Hirsch eine dringende Bitte an seine Frau (die er in einem nicht mehr auffindbaren Brief vom 12.12.1943 bereits geäußert hatte), sie möge ihm warme Sachen (mehrere Pullover, warme Socken, einen Schal etc.) und Lebensmittel schicken.

Ende April 1944 bekam Doris Hirsch, die nach der Deportation ihres Mannes in die Roscherstraße 9 gezogen war, eine Sterbeurkunde aus Auschwitz, Johannes Hirsch sei am 1. April 1944 einem Herzinfarkt erlegen. Es ist aber anzunehmen, dass Johannes Josef Hirsch in Auschwitz erfroren und/oder verhungert ist, falls er nicht in den Gaskammern umkam.

Informationen und Recherchen: Rafi Hirsch, Reinhard Frommann, ergänzt von Gisela Morel-Tiemann
Text: Gisela Morel-Tiemann
Quellen: Bundesarchiv, Adressbücher, Zentrale Datenbank YadVashem, Gedenkstätte und Museum Auschwitz, United States Holocaust Memorial Museum

Sterbeurkunde Johannes Josef Hirsch

PDF-Dokument (1.1 MB) Dokument: Familienarchiv