Stolpersteine Rankestraße 30

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Hauseingang Rankestr. 30, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

In dem Haus, das früher an der Stelle des heutigen Hotels Steigenberger stand, hat einst das Ehepaar Ernst und Käthe Bornstein gelebt. Sie wurden 1944 nach Theresienstadt deportiert und dann in Auschwitz ermordet. Zu ihrem Gedenken sind am 24. März 2014 zwei Stolpersteine auf dem Gehweg vor dem Seiteneingang an der Rankestraße 30 verlegt worden.

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Stolperstein Käthe Bornstein, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
KÄTHE BORNSTEIN
GEB.BERLINER
JG. 1893
DEPORTIERT 17.3.1943
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

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Stolperstein Ernst Bornstein, 2014
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
ERNST BORNSTEIN
JG 1893
DEPORTIERT 17.3.1943
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET

Ernst Bornstein wurde am 15. Juli 1893 in Berlin geboren. Er war verheiratet mit Käthe Bornstein, geb. Berliner, am 1. Dezember 1893 ebenfalls in Berlin geboren. Ihr Sohn Paul wurde Ende der 1930er Jahre mit einem Kindertransport nach England geschickt und entkam so der Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland.

Am 17. Mai 1939, dem Tag einer Volkszählung, waren Ernst und Käthe Bornstein in der Rankestraße 30 polizeilich gemeldet. Später, bevor sie deportiert wurden, mussten sie – vermutlich zwangsweise – in die Sebastianstraße 63 umziehen. Im Berliner Adressbuch von 1941 war er mit der Berufsbezeichnung „Arbeiter“ eingetragen, vermutlich war er Zwangsarbeiter.

Eines Tages wurden sie von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) abgeholt und mussten sich im Sammellager an der Großen Hamburger Straße 26, einem ehemaligen jüdischen Altersheim, registrieren lassen. Am 17. März 1943 wurden sie vom Bahnhof Moabit in einem mit 1 342 Menschen besetzten Zug nach Theresienstadt gefahren, wo sie im völlig überfüllten Ghetto untergebracht wurden. 1944 wurden sie nach Auschwitz weiterdeportiert, dort sind sie umgebracht worden. Ihre Todesdaten sind nicht bekannt.

Der Sohn Paul Bornstein, der in England überlebte, ließ sich später in den USA nieder. Aus Des Moines (Iowa, USA) stellte er 1964 Entschädigungsanträge in Berlin. Die Stolpersteine zum Gedenken an Ernst und Käthe Bornstein wurden auf Anregung einer Großnichte Käthe Bornsteins, Anna-Maria Berliner (München), verlegt.

Käthes Schwester Hedwig heiratete den Porzellanhändler Leo Gluskinos. Sie hatten zwei Kinder, Isabella und Herbert Max. Für die Familie Gluskinos, die am 29. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, liegen Stolpersteine vor ihrer letzten Wohnung an der nahen Marburger Straße 16.

In der Rankestraße 30 lebten außer Ernst und Käthe Bornstein sechs weitere jüdische Berlinerinnen und Berliner, die deportiert und ermordet wurden: Ignatz, Bela, Dewaara und Henriette Skurnik sowie Herta und Else Bein.

Text: Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf. Quellen: Bundesarchiv, Adressbuch, Erinnerungen der Nachkommen