Stolperstein Danckelmannstraße 54A

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Hausansicht Danckelmannstr. 54a
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Die Verlegung des Stolpersteins wurde von Britta Heinrich und Thomas Hausschild initiiert. Er wurde am 22.09.2013 verlegt und von Hausbewohnerinnen und -bewohnern und Nachbarn gespendet.

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Stolperstein Margarete Kornblum
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
MARGARETE KORNBLUM
JG.1885
DEPORTIERT 14.11.1941
MINSK
ERMORDET

Margarete Kornblum ist am 31. August 1885 in Frankfurt/Oder geboren.
Im November 1941 wurde sie aus ihrer Wohnung in der Danckelmannstraße 54a geholt und zur Sammelstelle in der Moabiter Levetzowstraße gebracht. Die große Synagoge, die sich hier befand, war in der Pogromnacht im November 1938 nur teilweise beschädigt worden und musste auf Befehl der Gestapo als Sammellager dienen. Frau Kornblum erhielt dort von einem Gerichtsvollzieher am 13. November 1941, einen Tag vor ihrer Deportation, einen Bescheid über den Einzug ihres gesamten Vermögens. In diesem Zusammenhang wurde ihr Ehemann Philipp Kornblum erwähnt. Er betrieb in der Danckelmannstraße 54a einen Textilhandel und tauchte in den Berliner Adressbüchern unter dieser Anschrift bis 1939 auf. Daraus lässt sich schließen, dass er in diesem Jahr starb.

Die erste Deportation von Berlin nach Minsk erfolgte am 14. November 1941. Margarete Kornblum gehörte zu den Verschleppten. Die in der Synagoge in der Levetzowstraße festgehaltenen Männer, Frauen und Kinder wurden von Ordnungspolizisten zum Bahnhof Grunewald getrieben. Dort wartete ein von der Reichsbahn bereit gestellter Zug auf sie. Die Fahrt nach Minsk dauerte vier Tage. Im dortigen Ghetto wurde Margarete Kornblum zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.

Text: Harald Marpe, Kiezbündnis Klausenerplatz e.V.