Stolperstein Holsteinische Straße 22

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Hausansicht Holsteinische Str. 22
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

Verlegt am 12.11.2013 auf Wunsch von Ernestine Kahn (Berlin). An der Verlegung wirkten mit: der Historiker Dr. Klaus Voigt, die Kantorin Jalda Rebling, die Schauspielerin Peggy Lukac und Sigrun Marks von einer Stolpersteine-Initiative in Berlin/Tempelhof-Schöneberg.

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Stolperstein Ernst Jakubowski
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

HIER WOHNTE
ERNST JAKUBOWSKI
JG. 1896
FLUCHT 1938 ITALIEN
VERHAFTET 1940
INTERNIERT FOSSOLI
DEPORTIERT APRIL 1944
AUSCHWITZ
TODESMARSCH APRIL 1945
ERMORDET

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Ernst Jakubowski
Bild: Familienarchiv

Der Handelsvertreter (Ernst) Isidor Jakubowski wurde am 1. April 1896 in Grabow bei Stettin geboren. Er wohnte zuletzt mit seiner Frau Rosa, geb. Mendelsohn, und dem 1926 geborenen Sohn Hans in der Holsteinischen Straße 22 in Wilmersdorf. 1936 bringen die Eltern zunächst Hans, um ihn vor antisemitischen Angriffen zu schützen, in ein Internat in der Nähe von Mailand. 1938 fliehen auch Ernst und Rosa nach Italien.

Am 15. Juni 1940 wird Isidor zum Schrecken der Familie von der italienischen Polizei verhaftet, in das Gefängnis St. Vittore in Mailand gesperrt und wenige Tage später in ein Internierungslager in der Provinz Macerata deportiert. Nach der Besetzung Nord- und Mittelitaliens durch die deutsche Wehrmacht im September 1943 gelingt es Rosa und Hans noch im Oktober des gleichen Jahres in die Schweiz zu fliehen. Isidor Jakubowski wird hingegen in das Konzentrationslager Fossoli in der Nähe von Carpi gebracht und von dort im April 1944 nach Auschwitz deportiert. Von Auschwitz III, Auschwitz-Monowitz bzw. Sosnowitz, wird er Ende Januar 1945 in das KZ Mauthausen deportiert, von dort gelangt er in das Mauthausener Außenlager Amstetten. An den Folgen der harten Arbeit und den Entbehrungen dort stirbt (Ernst) Isidor in den letzten Tagen vor der Befreiung Mauthausens oder in den ersten Tagen nach der Befreiung Anfang Mai 1945.

Jeanette Jakubowski

Literatur u.a.:

Hans Jakubowski: Vergebliches Exil. Bericht über eine jüdische Familie 1936-1948, Berlin 2006.