Stolpersteine Konstanzer Str. 11

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Hausansicht Konstanzer Str. 11, Foto: H-J. Hupka
Bild: H.-J. Hupka

Diese Stolpersteine wurden von Bodo Petersdorf und Frank Mengewein gespendet und am 15.10.2013 verlegt.

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Bild: H.-J. Hupka

HIER WOHNTE
THERESE ROTHAUSER
JG. 1865
DEPORTIERT 21.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 20.4.1943

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Therese Rothauser, Quelle: Archiv Sommeregger
Bild: Peter Sommeregger

Therese Rothauser wurde am 10. Juni 1865 in Budapest geboren, wo sie Gesangsunterricht erhielt. Nach einigen erfolgreichen Konzertauftritten erhielt sie ein Engagement an die Leipziger Oper. Von dort wechselte sie 1889 an die Berliner Hofoper, deren Ensemblemitglied sie 25 Jahre lang blieb. Neben Hauptrollen wie „Carmen“. „Aida“ und „Mignon“ trat sie auch in kleineren Rollen auf, besonders geschätzt war sie – sogar von Kaiser Wilhelm II. – als Mozart-Interpretin. Nach dem Ende ihrer Bühnenlaufbahn gab sie Gesangsunterricht, ihre Lebenssituation änderte sich nach 1933 aber schlagartig. Ihre Pension wurde willkürlich gekürzt, und sie war als Jüdin zahlreichen Schikanen ausgesetzt.

Therese Rothauser lebte mir ihrer älteren Schwester Katalin Rothauser zusammen, die am 26. Mai 1864 ebenfalls in Budapest geboren ist, ihr Kosename war Katicza.

Aus ihrer gemeinsamen Wohnung in der Konstanzer Straße 11 wurden sie am 21. August 1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort kam Therese Rothauser am 20. April 1943 ums Leben, ihre Schwester Katicza (Katalin) Rothauser am 19. Mai 1944. Wenige, sehr seltene Schallplatten haben die Stimme Therese Rothausers bewahrt.

Ein jüngerer Bruder der beiden war Eduard Rothauser, geboren am 8. Dezember 1876 in Budapest, ein bekannter Schauspieler, der unter anderem unter Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin und in vielen Filmen spielte. 1933 emigrierte er nach Barcelona, wo er eine Geflügelfarm betrieb, dort starb er am 24. Januar 1956.

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Therese_Rothauser

Literatur: Hedwig Müller, Torsten Schmidt: Lebenszeichen. Therese Rothauser 1865, Budapest – 1943, Theresienstadt . Universität zu Köln, Theaterwissenschaftliche Sammlung Schloss Wahn, 2006.

Text: Peter Sommeregger

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Stolperstein Katalin Rothauser, Foto:H.-J. Hupka
Bild: H.-J. Hupka

HIER WOHNTE
KATALIN ROTHAUSER
JG. 1864
DEPORTIERT 21.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 19.5.1944